Wie europäische Ausbildungsprogramme Chancen schaffen

Vom Herrenfriseur zum Salonbesitzer: Dieser Traum wird für Giuseppe Carlucci demnächst Wirklichkeit. Der 25-Jährige ist im Sommer 2015 über das europäische Austauschprogramm MobiPro-EU aus Apulien (Italien) nach München gekommen, um ein Praktikum in einem Friseursalon zu beginnen. Hier erzählt er uns seine Geschichte – vom Praktikum bis zur bevorstehenden Saloneröffnung.

Wie europäische Ausbildungsprogramme Chancen schaffen
Die Frisur sitzt – und der Schnurrbart auch : Giuseppe Carlucci

Giuseppe, mit welchen Erwartungen bist Du vor zwei Jahren nach München gekommen?

Ich bin nach Deutschland gekommen, weil es in Italien als Friseur sehr viel Konkurrenz gibt und ich mir gewünscht habe, eine neue Sprache zu lernen. Außerdem wollte ich eine neue Art des Arbeitens kennenlernen und erfahren, wie die Arbeit in einem anderen Land funktioniert und aufgebaut ist. Ich hatte Lust auf einen Neuanfang und damit auf einen neuen Lebensstil. Dank dem Ausbildungsprogramm MobiPro-EU und dem Bildungsanbieter WBS TRAINING  konnte ich ein neues Leben in Deutschland beginnen.

Wie bist du auf das Ausbildungsprogramm MobiPro aufmerksam geworden und inwiefern war es hilfreich?

MobiPro-EU habe ich über eine Facebook-Website gefunden. Dieses Programm hat mir irre geholfen und mir meine ersten Erfahrungen im Ausland ermöglicht. Ich habe mein vierwöchiges Praktikum in der Nähe von München in einem Friseurbetrieb gefunden und die Möglichkeit gehabt, die deutsche Sprache zu erlernen. Zudem habe ich viele tolle Menschen über das Programm kennengelernt und mich dadurch ein bisschen mehr wie zu Hause gefühlt. Anfangs hat all das natürlich etwas länger gebraucht, wegen meiner Sprachkenntnisse, aber das ist ja ganz normal. Mittlerweile ist mein Deutsch viel besser geworden und durch meinen Beruf lerne ich viele Leute kennen und habe dadurch auch schon einige Freunde gefunden.

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Giuseppe und sein Chef Johannes Mittermeier

Wie bist Du zu Deinem jetzigen Job gekommen?

Mein damaliger Praktikumschef hat mich gefragt, ob ich nicht in seinem Herrensalon Kircheiss in Poing bei München anfangen möchte. Ich habe nach dem Praktikum erstmal eine Ausbildung begonnen, vor allem, um mein Deutsch zu verbessern. Dann hat mir mein ehemaliger Chef vorgeschlagen, dass ich mit meinen 13 Jahren Berufserfahrung auch gleich bei ihm einsteigen könnte. Mein Friseurdiplom hatte ich bereits in Italien abgeschlossen und bereits 11 Jahre in dem Beruf gearbeitet. Ich habe sein Angebot angenommen und mir die Arbeit vor Ort noch einmal angeguckt und gleich gemerkt, dass mir die Atmosphäre in dem Salon sehr gut gefällt. Außerdem waren meine Kollegen super freundlich. Da habe ich für mich entschieden: Hier kann ich arbeiten! Und das mache ich jetzt mittlerweile seit zwei Jahren.

Was macht Dir an Deinem Beruf am meisten Spaß?

Was mir besonders gefällt, ist der Kundenkontakt, das heißt: Spaß haben und gemeinsam kreativ werden. Ich liebe es, mit Leuten zu sprechen. Außerdem ist die Arbeit hier sehr gut organisiert und abwechslungsreich.

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Ein schönes Logo hat der Salon ‘Da-Boda’ schon – der Schnurrbart kommt einem irgendwie bekannt vor

Wie sehen Deine beruflichen Ziele für die Zukunft aus?

Ich werde im September dieses Jahres meinen eigenen Herrensalon eröffnen, gemeinsam mit meinem jetzigen Chef. Die Idee ist es, einen Luxus-Friseursalon speziell für Männer aufzumachen, weil das in Deutschland noch eher selten ist. Das ist super aufregend und macht mich sehr stolz. Wir werden uns „Da-Boda“ nennen – jetzt wo ich in Bayern lebe, muss natürlich auch ein bayrischer Name her. Das ist ein altes Wort aus dem Bayrischen und bedeutet soviel wie „Der Barbier“ oder Friseur. Mein aktuelles Zukunftsziel ist also, einen richtig guten Herrensalon aufzubauen. Noch weiter in die Zukunft gedacht: Einen zweiten oder weitere Friseursalons zu eröffnen, gerne auch deutschlandweit.

In wenigen Worten: Was bedeutet berufliches Glück für Dich?

Glück im Job bedeutet für mich, einen Beruf im Leben zu finden, der einem wirklich gefällt und Spaß macht. Noch besser: Einen Beruf, in dem man kreativ arbeiten kann und oft ins Gespräch mit anderen Menschen kommt.

Giuseppe, vielen Dank für dieses Gespräch. Wir wünschen Dir für die Saloneröffnung im September viel Erfolg und vor allem viele und freundliche Kunden!

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