Weiterbildung im Lebenslauf: So platzierst du deine Fortbildung richtig.

Endlich ist es soweit: Du hältst das Abschlusszertifikat deiner erfolgreich bestandenen Weiterbildung in den Händen. Zeit, die neuerworbenen Fähigkeiten in den Lebenslauf einzuarbeiten – aber an welcher Seite platziert man seine Weiterbildung am besten? Wann es ratsam ist, eine Weiterbildung gleich zu Beginn anzugeben und wie du sie strategisch sinnvoll positionierst, erfährst du hier.

Nachdem du unseren Guide zur Platzierung deiner Weiterbildung gelesen hast, weißt du:

  1. Wann es sich lohnt, eine Weiterbildung im Lebenslauf herauszustellen.
  2. Wo und wie du deine neuen Kenntnisse am besten angibst.
  3. Warum Weiterbildungen dich beruflich weiterbringen.
  4. Was in eine vollständige Bewerbung gehört.

Auf den ersten Blick: Wo platziere ich meine Weiterbildung im Lebenslauf?

Auf unserem Hallo Karriere YouTube-Channel findest du hilfreiche Videos rund um die Themen Bewerbung und Weiterbildung. In diesem Beitrag gibt Bewerbungscoachin Simone Falk-Meding vorab die wichtigsten Tipps zum idealen Umgang mit deiner Fortbildung im Lebenslauf.

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Welche Chancen bieten mir Weiterbildungen?

Unabhängig davon, ob es um eine persönliche Weiterentwicklung geht: Weiterbildungen werden in Zeiten der Digitalisierung zu einem festen Bestandteil unseres Arbeitslebens. So, wie es gefühlt jeden Tag Updates für das eigene Smartphone regnet, sind Aktualisierungen mittlerweile in jedem Arbeitsbereich in regelmäßigen Abständen nötig. Aber nicht nur, um das eigene Wissen aufzufrischen, sind Weiterbildungen ratsam, sondern auch, wenn es darum geht, Kenntnisse zu erweitern oder sich auf berufliches Neuland zu wagen. In letzterem Fall wird daher von Fortbildungen gesprochen – sie machen dann Sinn, wenn wir uns in einen anderen Beruf entwickeln möchten und sollten im Lebenslauf besonders betont werden (—> Wo platziere ich meine Weiterbildung im Werdegang?). Übrigens lohnen sich Weiterbildungen auch, wenn man übers „Learning by Doing“ in die eigene Position hineingewachsen ist. Gerade dann kann man sich Fähigkeiten über eine Weiterbildung nämlich zertifizieren lassen – und hat etwas in der Hand, wenn man beruflich doch eine andere Richtung einschlagen oder im eigenen Job aufsteigen möchte.

Weiterbildungen gibt es viele. Welche zu dir passt, findest du am besten bei einer unverbindlichen und kostenlosen Beratung heraus. Beim Bildungsträger WBS TRAINING erwarten dich ein aussichtsreiches Seminarprogramm und fundierte Wissensvermittlung – in Präsenz, online oder direkt von zu Hause aus.

Wann macht es Sinn, eine Weiterbildung im Lebenslauf anzugeben?

Auch Weiterbildungen haben ein Verfallsdatum – nämlich dann, wenn sie schon recht lange zurückliegen und sich der eigene Arbeitsbereich mit der Zeit sehr verändert hat. Aber nicht nur der zeitliche Aspekt spielt eine Rolle, sondern vor allem, inwiefern die Weiterbildung zur anvisierten Stelle passt. Geht es um einen Arbeitsbereich, in dem eine bestimmte Zusatzqualifikation vorausgesetzt wird und die über eine Weiterbildung erlernt wurde? In diesem Fall sollte die Weiterbildung definitiv angegeben und nach vorne gerückt werden. Oder handelt es sich gar um einen beruflichen Richtungswechsel, der über eine Fortbildung vorbereitet wurde? Auch hier lautet die Devise: Unbedingt die eigene Fortbildung gleich zu Beginn der beruflichen Laufbahn sichtbar machen.

Schreibtischansicht von oben: Person erstellt ein Mindmap, um sich für die richtige Weiterbildung im Lebenslauf zu entscheiden.
Welche deiner Weiterbildungen ist relevant? Um diese Frage zu beantworten, solltest du dich zunächst mit den Anforderungen der anvisierten Stelle auseinandersetzen. Quelle: Foto von William Iven/Unsplash.

Wenn sich folgende Punkte vorwiegend mit „Ja“ beantworten lassen, gehört deine Weiterbildung in den Lebenslauf und ggf. sogar an den Anfang:

  1. Du bist schon längere Zeit auf Arbeitssuche und hast gerade eine Weiterbildung absolviert.
  2. Deine Weiterbildung liegt nicht länger als fünf Jahre zurück bzw. ist aktuell.
  3. Du stehst am Anfang Deiner Karriere.
  4. Du hast eine Fortbildung gemacht und möchtest dich nun in diesem Feld bewerben.
  5. Deine Weiterbildung steht in Bezug zur den Inhalten der angestrebten Position.
  6. Deine Weiterbildung ist auf dem erforderlichen Level.

Tipp: Du hast etwas länger gebraucht, um die Weiterbildung zu beenden? Scheue dich nicht, dafür einen Grund im Lebenslauf anzugeben. Wenn du nebenbei gearbeitet hast, entweder um dir die Weiterbildung zu finanzieren oder weil du dich berufsbegleitend weitergebildet hast, sind das valide Gründe, die du ruhig auch so benennen kannst. Mehr über den „Mut zur Lücke“ erfährst du hier.

Ein Holztisch von oben, auf dem zwei Menschen eine Reise planen.
Dein Lebenslauf ist wie eine Karte, auf der du deine beruflichen Stationen einzeichnest. Nimm dir daher genügend Zeit, sie regelmäßig zu aktualisieren. Quelle: Foto von rawpixel/Unsplash.

Wann sollte ich meine Weiterbildung im Lebenslauf zurückstellen?

Wie schon angesprochen, ist es nicht immer sinnvoll, Weiterbildungen in den Mittelpunkt der eigenen Bewerbung zu rücken. Wenn die Bewerbung beispielsweise an eine Ausschreibung gerichtet ist, die im eigenen Arbeitsfeld liegt und darüber hinaus ähnliche Anforderungen hat wie die aktuelle Position, hat der Nachweis der eigenen mehrjährigen Arbeitserfahrung Vorrang. Hier liegt der Fokus also auf dem routinierten und versierten Umgang mit den jeweiligen Inhalten. Jemand, der auf ein langes Berufsleben zurückblicken kann, sollte sich bei der Auswahl der absolvierten Weiterbildungen ebenfalls eher beschränken. Sonst platzt der eigene Lebenslauf noch aus allen Nähten – in diesem Fall ist weniger also mehr.

Wenn du folgende Punkte vorwiegend mit „Ja“ beantworten kannst, gehört deine Weiterbildung nicht in den Lebenslauf oder ggfs. ganz ans Ende:

  1. Deine Weiterbildung liegt schon mehr als fünf Jahre zurück.
  2. Du bewirbst Dich auf einen Job, der in deiner beruflichen „Comfort-Zone“ liegt.
  3. Du hast schon viel Berufserfahrung in der angestrebten Position gesammelt.
  4. Die Inhalte Deiner Weiterbildung stehen nicht in direkter Verbindung mit der Stelle.
  5. Dein Lebenslauf ist bereits über drei Seiten lang.

Wo platziere ich meine Weiterbildung im Werdegang?

Du weißt jetzt, welche Weiterbildung du in deinem Lebenslauf angeben möchtest und aus welchem Grund. Nun kommt es darauf an, wann du den Lehrgang absolviert hast und inwiefern die angestrebte Position konkret nach diesen Fähigkeiten verlangt. An folgenden drei Fallbeispielen kannst du dich orientieren:

  1.  Fall: Deine Weiterbildung ist zwar aktuell, aber nicht das letzte, was du beruflich gemacht hast. Die anvisierte Stelle macht die dort erlernten Kenntnisse nicht zur Voraussetzung.
     Ordne deine Weiterbildung dem Datum entsprechend in deinem Lebenslauf ein.
  2.  Fall: Deine Fortbildung ist entscheidend für die Stellenausschreibung und qualifiziert dich auf einem beruflich neuen Gebiet.
    Deine Fortbildung gehört auf die erste Seite Deines Lebenslaufs und sollte hier auch gleich an den Anfang gestellt werden.
  3. Fall: Deine Weiterbildung stellt ein „kleines Extra“ zu den Anforderungen dar, etwa weil sie in den Bereich „wünschenswerte Qualifikationen“ fällt und erst kurz zurückliegt.
    Deine Weiterbildung gehört auf die erste Seite deines beruflichen Steckbriefs und sollte hier ebenfalls zu Anfang genannt werden.

Wie gebe ich meine Weiterbildung im Lebenslauf richtig an?

Bei der idealen Beschreibung der Weiterbildung im Lebenslauf gelten ähnliche Regeln wie bei der Wiedergabe der eigenen Berufserfahrung: Nicht Titel oder Auflistungen der Inhalte sind entscheidend, sondern die jeweiligen Kompetenzen, die sich daraus ergeben. Daher solltest du den Titel und den zeitlichen Rahmen der Weiterbildung als Überschrift nehmen und darunter die Inhalte in konkrete Aufgaben übersetzen. Was kannst du dank der Weiterbildung selbstständig durchführen und in welchen Projekten hast du deine neuen Fähigkeiten angewendet? Diese Details bleiben dem jeweiligen Personaler bei der Prüfung deiner Bewerbung in jedem Fall schneller im Kopf als Titel oder die kopierte Inhaltsliste der einzelnen Seminare. Eine gute Beschreibung deiner Weiterbildung kann z. B. folgendermaßen aussehen:

Titel:

  1. Zeitraum in Monaten/Jahren
  2. Art der Weiterbildung (z. B. Fortbildung)
  3. Titel des Kurses
  4. optional: Name des Bildungsträgers und Ort

Beschreibung:

  1. Inhalte in Aufgaben und Kompetenzen übersetzen
  2. Entweder in Form von Stichpunkten oder Sätzen (auf Einheitlichkeit im Lebenslauf achten)

Unser Beispiel:

März 2019 Weiterbildung zur Social Media Manager/-in

  1. Eigenverantwortliche Online-PR-Strategieplanung, Zielgruppenanalyse und SEO-gerechte Verzahnung multimedialer Inhalte
  2. Selbstständiges Projekt: Konzeption und Gründung eines Online-Blogs, Bespielen der Sozialen Netzwerke (Facebook, Twitter, Instagram) und Monitoring der Rankingfaktoren
  3. Erstellen von Pressemitteilungen und Newslettern
  4. etc.

Tipp: Du kannst deine Weiterbildung auch bereits im Motivationsschreiben betonen, vor allem, wenn die dort erlernten Kenntnisse Voraussetzung für die jeweilige Stelle sind. Im Lebenslauf kannst du diese z. B. zu Beginn einleiten über eine separate Rubrik „Besondere Eignung für die Position zur/zum (angestrebte Stelle)“ und darunter deine relevanten Weiterbildung(en) anordnen.

Zwei Frauen schauen sich etwas auf einem Laptop an.
Du bist dir noch unsicher über die Zusammenstellung deines Lebenslaufs? Im Zweifelsfall hilft ein zweiter Blick einer vertrauten Person, die deine Stärken gut einschätzen kann. Quelle: Foto von Kobu Agency/Unsplash.

Was macht meine Bewerbung vollständig?

Weiterbildungen sind sicherlich ein wichtiger Bestandteil deines beruflichen Werdegangs. Ebenso entscheidend für ein erfolgreiches Bewerbungsverfahren sind darüberhinaus die Vollständigkeit deiner Unterlagen und die Einheitlichkeit ihrer Gestaltung. Dabei kannst du selbst entscheiden, wie du dich präsentieren möchtest. Nimm dir also den Freiraum, deinen Lebenslauf in eine individuelle Form zu bringen, entweder durch ein charakteristisches Bewerbungsbild oder durch ein aussagekräftiges Design, das deine Fähigkeiten gut zur Geltung bringt. Natürlich gehen Inhalte vor Kreativität, dennoch muss dein beruflicher Steckbrief nicht wie die Einladung zu einer Trauerfeier aussehen oder dein Bild in einem konventionellen Studiosetting aufgenommen sein. Bei der Ausarbeitung solltest du stets die Anforderungen der angestrebten Stelle im Hinterkopf haben und in erster Linie dir selbst treu bleiben.

Hier nochmal die wichtigsten Unterlagen deiner vollständigen Bewerbung im Überblick:

  1. Deckblatt: Name und Titel der Stelle
  2. Anschreiben: Max. eine Seite
  3. Lebenslauf: Max. drei Seiten
  4. Die aktuellsten und aussagekräftigsten Arbeitszeugnisse.
  5. Nachweise über Qualifizierungen/Zertifikate Deiner Weiterbildung(en).

Tipp: Du hättest gerne noch mehr Infos zur Vollständigkeit deiner Bewerbungsunterlagen? In diesem Artikel findest du die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

Artikelbild von JESHOOTS.COM.

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