Vollständige Bewerbungsunterlagen: Was gehört in eine Bewerbung?

Deine Bewerbung ist dein Aushängeschild, wenn du dich auf einen Job bewirbst. Sie verrät der Leserin bzw. dem Leser nicht nur etwas über deine bisherigen beruflichen Stationen und deine Fähigkeiten, sondern vermittelt bereits einen ersten Eindruck über deine Arbeitsweise: Hast du die Anforderungen aus der Stellenbeschreibung aufmerksam gelesen und alle geforderten Unterlagen mitgesendet? Damit der erste Eindruck zu deinen Gunsten ausfällt, sollte deine Bewerbung fehlerfrei, sorgfältig und natürlich vollständig sein.

Nachdem du diesen Artikel gelesen hast, weißt du…

  1. … welche Anlagen Personalverantwortliche von dir haben wollen.
  2. … was zu tun ist, wenn nach einer Kurzbewerbung verlangt wird.
  3. … für welche Positionen du ein Deckblatt für deine Bewerbung brauchst.
  4. … was du bei deinem Bewerbungsfoto beachten solltest.

Schau dir zunächst unser Video an. Bewerbungscoach Simone Falk-Meding gibt Tipps und erklärt, was in eine Bewerbung gehört – und worauf du verzichten kannst.

Was ist eine „vollständige“ Bewerbung?

Häufig ist in der Stellenausschreibung die Rede von „vollständigen“ Bewerbungsunterlagen. Eine vollständige Bewerbung umfasst alle Unterlagen, die der Personaler bzw. die Personalerin benötigt, um sich ein umfassendes Bild von dir und deinem beruflichen Profil zu machen. Wenn in der Stellenanzeige genau drinsteht, welche Unterlagen gewünscht werden, solltest du auch genau diese mitschicken. Denn weniger oder auch mehr Unterlagen beizufügen als gefordert, hinterlässt keinen guten Eindruck. In beiden Fällen kann es von deinem potentiellen Arbeitgeber nämlich so aufgefasst werden, dass du die Anforderungen in der Stellenbeschreibung entweder nicht aufmerksam gelesen hast. Oder dass du die Dinge im (Berufs-)Leben ohnehin nicht so genau nimmst. Und das kann leider das vorzeitige Aus für dich im Bewerbungsprozess bedeuten.

Doch wie gehst du vor, wenn das Unternehmen nicht explizit auflistet, welche Unterlagen gewünscht sind? In diesem Fall musst du ein bisschen improvisieren und dich an den Vorgaben orientieren, die klassischerweise für eine vollständige Bewerbung gelten. Diese sind:

Checkliste vollständige Bewerbung per E-Mail (Dateien im PDF-Format):

  1. E-Mail-Text (Achtung: NICHT das Anschreiben)
  2. Anschreiben
  3. Lebenslauf
  4. Arbeitszeugnisse
  5. Nachweise über Qualifizierungen/Zertifikate

Checkliste vollständige Bewerbung per Post:

  1. Deckblatt
  2. Anschreiben
  3. Lebenslauf
  4. Arbeitszeugnisse
  5. Nachweise über Qualifizierungen/Zertifikat

Was ist eine „aussagekräftige“ Bewerbung?

Wird in der Stellenanzeige eine „aussagekräftige“ Bewerbung verlangt, sind damit alle Informationen gemeint, die Auskunft über deine Eignung für die Position geben. Hierbei geht es darum, darzulegen, dass du die Kompetenzen und Erfahrungen mitbringst, die der oder die Personalverantwortliche sucht. Bewerbungsexpertin Falk-Meding rät, in diesem Fall nicht alle Arbeitszeugnisse mitzuschicken, wenn diese keinen starken inhaltlichen Bezug zu der Stelle haben, auf die du dich bewirbst. Dasselbe gilt auch für veraltete oder überholte Nachweise über Qualifikationen. Verschicke stattdessen passende Arbeitsproben mit deiner Bewerbung. Hier gilt: Qualität geht vor Quantität. Wähle etwa drei Beispiele aus, anstatt dein gesamtes Portfolio anzupreisen.

Was gehört in eine Kurzbewerbung?

Manchmal wird in der Jobanzeige auch nach einer Kurzbewerbung verlangt. Wie der Name schon sagt, liegt bei dieser Art der Bewerbung die Würze in der Kürze. Das heißt: Anschreiben und Lebenslauf genügen. Aber: Achtung! Lass dich nicht dazu verleiten, deine Kurzbewerbung mit weniger Sorgfalt anzugehen, als eine umfangreichere Bewerbung. Wenn du überzeugen konntest und zum Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, solltest du weitere Unterlagen wie Zeugnisse und Referenzen in petto haben und zu dem Termin mitbringen.

Heutzutage ist die Bewerbung per E-Mail die Regel - sorgfältig und gewissenhaft muss sie trotzdem sein!
Ran an die Tasten: Die Bewerbung per E-Mail ist heutzutage die Regel. Das spart Zeit, Papier – und Porto. Sorgfalt und Genauigkeit sind digital natürlich genauso gefragt wie analog. (Foto von Štefan Štefančík/ Unsplash)

Bewerbung per E-Mail oder auf dem Postweg?

Grundsätzlich gilt: Halte dich an die Vorgaben, die in der Stellenanzeige abgefragt werden. In den meisten Fällen wird heutzutage die Bewerbung per E-Mail bevorzugt, da so eine schnellere Bearbeitung in der Personalabteilung erfolgen kann. Für dich als Bewerberin oder Bewerber ist sie auch deshalb günstig, da du die Kosten für die Bewerbungsmappe, den Druck und das Porto für den Versand deiner Bewerbung sparst. Einige Unternehmen haben eigene Online-Bewerbungscenter, über die du dich direkt bewerben und Dokumente hochladen kannst. Natürlich solltest du deine Online-Bewerbung mit ebenso großer Sorgfalt und Genauigkeit angehen, wie die postalische. „Die E-Mail ist erst einmal nur ein anderer Transportweg“, sagt auch Frau Falk-Meding.

Brauche ich ein Deckblatt für meine Bewerbung?

Ein Deckblatt zählt heutzutage nicht mehr zum Standard bei Bewerbungen, sondern ist in der Regel optional. Bei der Bewerbung auf bestimmte Positionen bietet es sich aber nach wie vor an, ein ansprechend gestaltetes Deckblatt zu verwenden. Nämlich dann, wenn du dich auf eine Stelle bewirbst, bei der du als Person sehr im Fokus stehst. Beispielweise im Bereich Verkauf, Vertrieb oder auch als Führungskraft. Hier kann ein Deckblatt mit prominent platziertem Bewerbungsfoto angemessen wirken.

Tipp: Im Falle einer Bewerbung per E-Mail bietet sich ein Deckblatt vor allem dann an, wenn du alle Dokumente in einer einzelnen PDF-Datei verschickst. Als für sich stehende Datei macht das Deckblatt sonst wenig Sinn.

Was gehört in das Bewerbungsanschreiben?

Ein individuelles und fehlerfreies Anschreiben ist einer der wichtigsten Bestandteile jeder Bewerbung – und im besten Fall deine Eintrittskarte für die nächste Runde, das Bewerbungsgespräch. Personalverantwortliche merken schnell, wenn sie eine Massenbewerbung vor sich haben, bei der nach dem Copy-and-Paste-Prinzip lediglich das Unternehmen und der Name des Ansprechpartners ausgetauscht wurden. Das Anschreiben wird nicht umsonst auch Motivationsschreiben genannt. Lege darin also deine Motivation dar und erkläre glaubwürdig, was dich antreibt, dich genau auf diese Stelle zu bewerben.

Kreative Einstiegssätze für das Bewerbungsschreiben

„Hiermit bewerbe ich mich…“. Gähn! Stell dir vor, du müsstest die gleichen Floskeln jeden Tag aufs Neue lesen. Da würdest du dich als Personaler/-in auch schnell langweilen, oder? Doch irgendwie musst du dein Anschreiben eröffnen. Die Devise lautet: Individualität! Um aus der Masse herauszustechen, drehe ruhig ein wenig an der Kreativitätsschraube. Du kannst dein Anschreiben zum Beispiel mit deinem Lieblingszitat eröffnen – vorausgesetzt, es passt in den beruflichen Kontext. Versuche einmal, deine Bewerbung wie eine Geschichte oder einen Film zu betrachten, den du mit einer interessanten Szene eröffnest, um die Leserin oder den Leser Stück für Stück durch dein Anschreiben und deinen beruflichen Werdegang zu führen. Und zwar möglichst so, dass dir deren Aufmerksamkeit bis zum Schluss sicher ist.

Kreativität ist erlaubt - auch beim Bewerbungs Schreiben!
Bleiwüsten-Einheitsbrei lockt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Eine Bewerbung, die nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch überzeugt, ist deine Chance, aus der Masse hervorzustechen. (Foto von bruce mars/Unsplash)

Welche Zeugnisse müssen in die Bewerbung?

Zeugnisse sind der schriftliche Beleg für deine Kenntnisse und Fähigkeiten, die du in deinem Anschreiben für dich beanspruchst. Daher sind sie ein wichtiger Bestandteil deiner vollständigen Bewerbung. Doch bedeutet das, dass du sämtliche Zeugnisse beilegen musst? Wie viele und welche Zeugnisse du deiner Bewerbung beifügst, hängt vor allem von deiner Berufserfahrung, deinem Alter und der Stelle ab, auf die du dich bewirbst. Bist du Berufseinsteiger/-in, Wiedereinsteiger/-in, Quereinsteiger/-in oder Aufsteiger/-in? Die Karrierestufe, auf der du dich befindest, spielt ebenfalls eine Rolle.

Achtung: Zeugnisse von wichtigen Stationen einfach wegzulassen, kann bei Personalverantwortlichen einen komischen Eindruck hinterlassen. Denn sie fragen sich womöglich, was du zu verbergen hast. Daher solltest du Zeugnisse von Unternehmen, bei denen du länger als ein paar Monate gearbeitet hast, auch dann beifügen, wenn du dir dort womöglich nicht die Bestnote verdient hast. Das ist besser, als dein Gegenüber im Ungewissen zu lassen.

Wenn du bereits einige Stationen in deinem Berufsleben absolviert hast, solltest du diese gezielt gegenchronologisch sortieren. Der aktuelle Job wird dabei als erstes aufgeführt. Eine Faustregel lautet: Wenn du Zeugnisse von mehr als sieben beruflichen Stationen hast, solltest du ältere Zeugnisse nur dann beilegen, wenn sie entweder außerordentlich gut sind oder bezeichnend für deinen beruflichen Werdegang.

Gehören Arbeitsproben immer zu einer vollständigen Bewerbung?

Im Durchschnitt verbringen Personalentscheiderinnen und -entscheider nur wenige Sekunden mit dem ersten Sichten deiner Bewerbung. Daher solltest du Arbeitsproben nur dann mitschicken, wenn in der Jobanzeige darum gebeten wird. Sonst wirkt deine Bewerbung schnell überladen. Es kann auch vorkommen, dass du erst im Anschluss an das Bewerbungsgespräch darum gebeten wirst, Arbeitsproben nachzureichen. Dieser Bitte solltest du zügig, wenn möglich noch am selben Tag, auf jeden Fall aber zeitnah im Anschluss an das Gespräch, nachkommen. Dies ist außerdem eine gute Möglichkeit, dich noch einmal für das Gespräch zu bedanken und zu betonen, dass das Gespräch dich in deinem Wunsch bestärkt hat, für das Unternehmen zu arbeiten – wenn es denn so war.

Filesharing-Dienste für das Versenden von Anhängen nutzen? In einigen Fällen ist das durchaus sinnvoll.
Wenn du in der Kreativbranche arbeitest und deine Arbeitsproben den (Anlagen-)Rahmen einer E-Mail sprengen: Filesharing-Dienste ermöglichen es dir, dich und deine Arbeit gut darzustellen. (Foto von Dylan Gillis/Unsplash)

Darf ich Arbeitsproben per Filesharing versenden?

Für Berufsgruppen wie Mediengestalter/-innen, Kommunikations- oder Screen-Designer/innen, die vor allem mit Bildern arbeiten, ist es nicht immer möglich, Arbeitsproben als PDF-Datei abzubilden. Bei audiovisuellen Anhängen kann es schnell passieren, dass die Dateien die zulässige Größe für Anhänge überschreiten. Bei dieser Art von Arbeitsproben bietet es sich an, sie über einen so genannten Filesharing-Dienst zur Verfügung zu stellen. Achte darauf, einen seriösen und bekannten Anbieter auszuwählen. Der oder die Personalverantwortliche soll schließlich nicht denken, dass sich hinter dem von dir versandten Link ein Virus verbirgt. Bei klassischen Anhängen im PDF-Format, besteht kein Grund, einen Filesharing-Dienst zu verwenden. Auch Bewerbungscoach Simone Falk-Meding rät in diesem Fall dazu, darauf zu verzichten und die Anlagen wie gewohnt als Mailanhang zu versenden.

Aufgepasst: In der kostenlosen Version einiger Filesharing-Dienste stehen die hochgeladenen Dateien häufig nur für einen gewissen Zeitraum für den Empfänger zum Download bereit. Diese Zeitspanne ist womöglich bereits vorüber, wenn der oder die Personalverantwortliche deine Bewerbung liest. Daher entscheide dich am besten für einen Anbieter, bei dem die Dateien dauerhaft abrufbar sind.

Brauche ich ein Anlagenverzeichnis?

Ein Anlagenverzeichnis ist heutzutage keine Pflicht mehr. Bei mehreren unterschiedlichen Anlagen lohnt sich ein nummeriertes Anlagenverzeichnis dennoch. Denn es hilft dabei, die gewünschten Anlagen schnell zu finden, ohne dass man lange blättern und suchen muss. Auf dem Anlagenverzeichnis solltest du gut leserlich (Schriftgröße 12-14) untereinander auflisten, welche Dokumente sich in der Anlage befinden.

Worauf muss du beim Bewerbungsfoto achten?

Der erste Eindruck zählt. Das gilt nicht nur für persönliche Begegnungen, sondern auch für dein Bewerbungsbild. Dabei ist es egal, ob du dich für ein Praktikum oder auf eine Senior-Position bewirbst. Wenn es um das Thema Bewerbungsfoto geht, lauert so manche Stolperfalle. Stichwort: Fotoautomaten. Die sind zwar praktisch, wenn du auf die Schnelle noch ein Passfoto für deinen Reisepass brauchst – beim Thema Bewerbungsfoto solltest du dagegen lieber die Finger von ihnen lassen. Dasselbe gilt auch für Selfies oder Urlaubsfotos: Auch, wenn du dir damit auf Instagram viele Likes sicherst, kommen solche Selbstporträts im berufliche Kontext gar nicht gut an.

Spare nicht an der falschen Stelle und suche stattdessen ein professionelles Fotostudio auf. Ansonsten lässt du dir auf Grund eines lieblos geschossenen Bildes womöglich spannende Jobchancen entgehen.              

Wer beim Bewerbungsfoto spart, der spart an der falschen Stelle.
Gut geeignet fürs Posen mit Freunden oder für das Passbild auf die Schnelle. Bei Bewerbungsbildern geht der (Schnapp-)Schuss allerdings nach hinten los. Daher gilt: Fotostudio statt Foto Box. (Foto von Jan Antonin Kolar/Unsplash)

Tipp: Es muss nicht immer das Bild im schwarzen Blazer vor der hellgrauen Fototapete sein. Je nach Branche kannst du auch mit Kreativität und Originalität punkten. Hab keine Angst vor Farben und unkonventionellen Posen. Aber keine Sorge, damit meinen wir nicht, dass du einen Handstand hinlegen oder einen ulkigen Hut tragen musst. Allein schon ein weniger gängiges Format (z. B. quadratisch) kann dafür sorgen, dass du dich mit deinem Bild von anderen Bewerberinnen und Bewerbern abhebst.

Das Artikelbild ist von LinkedIn Sales Navigator

2 Kommentare

  1. Ich finde den Artikel sehr gut geschrieben und informativ! Allerdings denke ich mir auch, dass so eine Bewerbung doch vor allem für den Berufseinstieg sehr schwierig ist. Mein Sohn ist letztes Jahr im Sommer aus der Schule gekommen und war mit dem Verfassen einer Bewerbung total überfordert. Mein Mann und ich mussten da viel nachhelfen, sodass unser Sohn dann auch – Gott sei Dank – seinen Ausbildungsplatz bekommen hat.
    Für uns war es vor allem schwierig, unseren Sohn aus einer neutralen Sicht zu beschreiben. Wir haben beim Schreiben der Bewerbung schon oft gemerkt, dass wir ein wenig übertrieben haben. Er selber hat sich dann im Internet mal umgeschaut wie man eine Bewerbung schreibt.

  2. Angela13

    Hey Maria, meinst du etwa den Ausbildungsblock von Zukunft im Glas? zukunftimglas.de/azubi-blog
    Da hat meine Tochter sich auch ein paar Tricks hergeholt

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