Bettina Kollock, 54 Jahre, steht mit beiden Beinen fest im Leben. Nichts kann sie erschüttern. Nicht einmal die ungewisse Zeit der Arbeitssuche, die die gelernte Raumausstatterin aus Wuppertal hinter sich hat. Noch während ihrer Umschulung zur Personaldienstleistungskauffrau findet sie ihren neuen Traumjob bei Sonnenschein Personenbeförderungen GmbH, einem Unternehmen für Personentransport im sozialen Bereich. Wir haben mit ihr über ihren neuen Beruf, ihre Erfahrung bei WBS TRAINING und die Vorteile von kleinen Teams gesprochen.

Frau Kollock, welche Berufserfahrung hatten Sie vor der Umschulung?

Ich habe schon viele Jobs gehabt. Zunächst habe ich eine Ausbildung zur Raumausstatterin gemacht und den Meisterbrief erhalten. Leider sind Raumausstatter heutzutage nicht mehr so gefragt, daher habe ich zunächst eine Umschulung zur Kauffrau für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft absolviert und war zwischenzeitlich selbstständig. Zeitweise habe ich auch Briefe bei Postcon sortiert, aber die Aufgabe hat mich nicht erfüllt. Noch während mein befristeter Arbeitsvertrag lief, habe ich mich über alternative Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit informiert. Dort wurde mir eine weitere Umschulung vorgeschlagen.

Warum haben Sie sich für die Umschulung zur Personaldienstleistungskauffrau entschieden?

Meine erste Wahl war die Umschulung zur Kauffrau im Gesundheitswesen, diese Weiterbildung wurde aber zu diesem Zeitpunkt in Wuppertal nicht mit einem Bildungsgutschein unterstützt. Für die Umschulung zur Industriekauffrau hätte ich Englischkenntnisse benötigt, aber leider war mein Schulenglisch nicht mehr so frisch. Da mir das Kaufmännische schon immer Spaß gemacht hat, habe ich mich schließlich für die Umschulung im Bereich Personaldienstleistung entschieden.

Was waren die größten Herausforderungen während Ihrer Umschulung?

Am schwierigsten war für mich wieder zu lernen, wie man überhaupt lernt. Meine letzte Umschulung lag schon eine Weile zurück und plötzlich musste ich mich auf Prüfungen vorbereiten – das intensive Lernen war zunächst ungewohnt. Aber es tat gut, sich wieder auf etwas Neues einzulassen.

Was war Ihr schönster Moment während Ihrer Umschulung?

Das Schönste an der Umschulung war mein Praktikum bei Sonnenschein Personenbeförderungen. Andere Teilnehmer aus der Umschulung haben sich nach Jobs bei Zeitarbeitsagenturen umgeschaut, aber das schwebte mir für meine berufliche Zukunft nicht vor. Daher entschied ich mich für ein Praktikum in einem Betrieb, dort habe ich in der Personalabteilung gearbeitet.

Wie ging es nach dem Praktikum für Sie weiter?

Das Praktikum dauerte sechs Monate, danach hatte ich erst mal einen groben Einblick in die Strukturen des Betriebs. Ich habe mich gezielt nur bei Sonnenschein für ein Praktikum beworben. Nach dem Motto: Ich kam, sah und siegte. Wenn ich eines gelernt habe, dann, dass man immer mit einer Portion Selbstbewusstsein an die eigene berufliche Zukunft herangehen muss. Ich dachte mir damals: Wenn ich mit über 50 Jahren immer noch nicht weiß, was ich will, dann nutzt mir meine Umschulung auch nichts mehr. Es ist wichtig, auf die eigenen Qualitäten und den eigenen Erfahrungsschatz zu vertrauen. Jetzt werde ich übernommen, sobald meine Umschulung vorbei ist.

Was ist Ihnen an Ihrem neuen Arbeitsplatz besonders wichtig?

Wir sind ein relativ kleines Team von Mitarbeitern in der Zentrale der Firma Sonnenschein, dadurch ist die Atmosphäre sehr familiär und jeder übernimmt viel Verantwortung. Mit den Kollegen und meinem Chef verstehe ich mich prima, das Umfeld stimmt perfekt. Es ist wie ein Rundum-Sorglos-Paket. Ich bin jetzt in der Disposition eingestellt und organisiere eigenverantwortlich die Fahrten der Stadt Wuppertal und die individuellen Patientenfahrten. Zusätzlich kümmere ich mich um die dazugehörigen administrativen Aufgaben. Da wir so wenige Mitarbeiter im Team sind, kann ich in vielen Bereichen arbeiten und mich ausprobieren. Mir macht die abwechslungsreiche Arbeit viel Spaß, das ist mir am wichtigsten.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem neuen Betrieb?

Der soziale Bereich ist neu für mich. Ich weiß, dass ich wirklich eine sinnvolle Aufgabe habe. Es ist für mich eine tolle Sache, dazu beizutragen, dass Mitmenschen mit Handicap wieder am öffentlichen Leben teilhaben können. Da ist es wichtig, dass der Kontakt freundlich und nah am Menschen ist. In unserem Betrieb werden die Leute nicht einfach abgefertigt. Wir erledigen unsere Arbeit mit Herz und Verstand. Darauf bin ich stolz.

Vielen Dank, Frau Kollock, für das nette Gespräch und noch viel Erfolg für Ihre berufliche Zukunft.

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