Sei es eine längere Durststrecke nach Ausbildung, Studium oder einer Kündigung – die Phase der Jobsuche ist eine anstrengende Zeit. Wenn der ersehnte Traumjob auf sich warten lässt, nagt das am Selbstbewusstsein und das Motivationsloch wartet nur darauf, uns zu verschlucken. Gerade dann heißt es: Nicht aufgeben! Mit diesen 12 einfachen Tipps fällt es dir leichter, Motivationskrisen zu überwinden oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Statt Trübsal zu blasen, nimmst du dich selbst an die Hand und bist bestens für deinen beruflichen Neustart gewappnet.

  1. Werde dir deiner Fähigkeiten bewusst.

    Was kannst du? Was kannst du nicht so gut? Eine realistische Selbsteinschätzung ist ein wichtiger Schritt, um in der Arbeitswelt zu punkten. Niemand möchte jemanden einstellen, der vorgibt, etwas zu sein, was er nicht ist. Im Gegenzug schlummern in jedem herausragende Qualitäten, die es gilt, zum Vorschein zu bringen. Mach dazu eine Liste und schreibe auf, was du gut kannst und was du noch lernen möchtest, wo also noch Potential in dir schlummert. Eine Einschätzung deiner Freunde, deiner Familie und ehemaligen Kollegen kann hilfreich sein. Frag sie, welche Eigenschaften sie an dir schätzen, privat und beruflich.

  2. Finde Struktur.

    Ganz egal, ob Geist oder Körper: Wenn die gewohnte Alltagsstruktur plötzlich wegfällt, kann die freie Zeit schnell zur Belastung werden. Dagegen helfen kleine Rituale, die dein Leben wieder strukturieren. Zum Beispiel so: Aufstehen um 9 Uhr. Nach dem Frühstück spazieren gehen. Bewerbungen schreiben bis 13 Uhr. Mittagspause machen und entspannen. Am Nachmittag noch einmal Jobbörsen durchforsten und für Abends etwas schönes planen, um den Tag ausklingen zu lassen: Sport machen, Freunde treffen, Film schauen, Buch lesen etc. Erstelle dir einen kleinen Stundenplan, schau ihn dir jeden Morgen an und gibt dir einen Ruck, wenn dein Schweinehund dich zum Liegenbleiben überreden will. Bist du aktiv, wirst du selbstbewusster und hast nicht das Gefühl, der Situation machtlos ausgeliefert zu sein.

  3. Lebe gesund.

    Gesunde Ernährung, Meditation oder Yoga. Probier dich aus! Bevor die Gedanken in einen negativen Strudel aus Selbstzweifeln geraten, hilft eine Rückbesinnung auf wesentliche Elemente eines gesunden Körpers. Nimm dir Zeit für dich und tu‘ dir etwas Gutes, auch wenn Entspannung unmöglich scheint. Wer sich gesund ernährt, regelmäßig Sport macht und weiß, wie man entspannt, ist klar im Vorteil. Wie wäre es mit einem leckeren Smoothie, einer Nudelsuppe im Glas oder einem gesunden Süßkartoffelsalat? Schon kleine Übungen am Schreibtisch und im Alltag können helfen, dass du dich wieder wohl in deiner Haut fühlst.

  4. Triff gute Freunde.

    Laut einer Harvard Studie sind intensive und glückliche Beziehungen der Garant für ein erfülltes Leben. Motivationstief? Verbringe schöne Momente mit deinen Lieblingsmenschen. Macht gemeinsame Ausflüge in die Natur, geht Karaoke-Singen oder trefft euch gemütlich auf einen Tee. Hauptsache, du denkst nicht permanent an die Jobsuche und schaffst dir Räume, die sich jenseits von allen Leistungsanforderungen und Verpflichtungen befinden.

  5. Feiere die kleinen Erfolge.

    Mit zu hohen Erwartungen scheitert es sich viel leichter. Daher: Feiere jeden Erfolg, mag er noch so klein sein. Das stärkt deine Motivation und dein Durchhaltevermögen. Dir ist der eine Satz in dem Anschreiben besonders gut gelungen? Jemand hat dich für deine aufmerksame Art gelobt? Du hast es geschafft, zum Sport zu gehen? Wenn du magst, schreibe alles, was dich stolz und glücklich macht in ein Erfolgs-oder Glückstagebuch und nimm es bei einem Motivationstief zur Hand.

  6. Besuche Gratis-Veranstaltungen.

    Du bist knapp bei Kasse? Es gibt viele kostenlose Events, die den Intellekt anregen oder einfach Zerstreuung bieten. Hier ein paar Beispiele: Für den Raum Berlin informiert die Seite gratis-in-berlin.de über viele Veranstaltungen und Beschäftigungen für den schmalen Geldbeutel. Der Blog kulturlotse.de versorgt Hamburger mit kostenfreien Kulturprogrammen wie Ausstellungen, Märkten oder Lesungen und im Stadtmagazin PRINZ finden sich für jede größere Stadt 10 Tipps, die du kostenlos erleben kannst, wie hier z.B. für die Stadt Köln.

  7. Engagiere dich.

    Soziales Engagement ist eine weitere Möglichkeit, deine freie Zeit sinnvoll zu nutzen: Bringe dich ehrenamtlich ein. Sei es in einem Kulturprojekt oder in einem Sportverein – die Möglichkeiten für soziales Engagement sind zahlreich. Mit den neuen Erfahrungen und Kenntnissen profitierst du auf allen Ebenen: bei deiner persönlichen Entwicklung und in deinem Lebenslauf. Du weißt nicht wie du das angehen sollst? In der Freiwilligen-Datenbank von Aktion Mensch findest du tolle Projekte zum Engagieren in ganz Deutschland.

  8. Informiere dich über deine Branche.

    Lese Fachzeitschriften, gehe auf Fachmessen, triff alte Arbeitskollegen oder ehemalige Kommilitonen und tausche dich aus. Halte dich auf dem Laufenden, was technische Entwicklungen und andere Innovationen deiner Branche angeht – und zeige dies beim Vorstellungsgespräch. Eine tolle Möglichkeit für beruflichen (aber auch privaten) Austausch bieten kostenlose Meetups in ganz Deutschland. Hier ist für nahezu jede Branche etwas dabei und du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe: Du triffst neue Leute und kannst dich über aktuelle Inhalte austauschen, die dich interessieren.

  9. Schreibe kreative Bewerbungen.

    Aktualisiere deinen Lebenslauf und lasse deine Anschreiben nicht nach Schablonen aussehen. Zum Beispiel so: Überlege dir für jedes Anschreiben drei Vorteile (Eigenschaften, Berufserfahrung, etc.) die du mitbringst und wie du diese in die Stelle einbringen könntest. Schon wird deine Bewerbung persönlicher. Personaler werden das merken und dich – mit etwas Glück –  mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch belohnen. Und da gilt: Versuche nicht alles auf ein Gespräch zu setzen und den Druck rauszunehmen. Mit einer Portion Gelassenheit wirkt man gleich selbstbewusster und kompetenter – denn der zukünftige Arbeitgeber interessiert sich nicht nur für deinen Lebenslauf, sondern auch für deine Persönlichkeit. Übrigens: Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter können teilweise die Kosten übernehmen, die während deines Bewerbungsprozesses entstehen.

  10. Hole dir Unterstützung von einem Coach.

    Du weißt nicht so recht, wie du deinen Lebenslauf gestalten, dich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten oder dich nach Jobs umschauen sollst? Zögere nicht, dir Hilfe von außen zu holen. Beispielsweise kannst du ein Bewerbungscoaching besuchen. Die Coachings können sogar über das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit finanziert werden. Mit einem erfahrenen Coach sprichst du dann über deinen Lebenslauf, bereitest dich professionell auf Vorstellungsgespräche vor und wirst bei deiner Jobsuche unterstützt.

  11. Mache eine geförderte Weiterbildung oder Umschulung.

    Je länger man arbeitsuchend ist, desto sinnvoller können Fortbildungen, Weiterbildungen oder eine Umschulung sein. Lass dich bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter über passende Maßnahmen und mögliche Finanzierungen beraten. Potenzielle Arbeitgeber wissen Mitarbeiter zu schätzen, die sich stets neues Wissen und weitere Fähigkeiten aneignen. Das Tolle: Wenn du arbeitsuchend bist, können die gesamten Kosten für eine Weiterbildung übernommen werden.

  12. Habe keine Angst vorm Scheitern.

    Du hast dich im abgeschickten Anschreiben vertippt? Oder im Vorstellungsgespräch einen Aussetzer gehabt? Nicht alles klappt beim ersten Mal. Lasse dich nicht beirren und verzeihe dir selbst, wenn mal etwas nicht funktioniert: Niemand ist perfekt und Fehler sind erlaubt. Und ja, sie sind da um daraus zu lernen. Wie du mit dem Scheitern konstruktiv umgehen kannst, liest du im Artikel „Die Kunst des Scheiterns„. Also, bleib mutig! 🙂

2 Kommentare

  1. Hallo zusammen ,
    Ich habe mir pers.Unterlagen zusenden lassen f.eine Aufstiegsfortbildung zum „Fachwirt im Gesundheits und Sozialwesen “ .
    Hab dies beim AA vorgelegt und mitgeteilt das Interesse daran habe. Aussage des AA – das finanzieren wir nicht . ?
    Habe mind.8 Jahre Berufserfahrung ( 4 J.Hauswirtschaft u.Betreuung , 2 J.Pflegehelferin, und 2 J.in der Präsenz ) Bin seit April arbeitslos (+ Nebenjob in Kita ) .
    Was kann ich tun und wie
    kann ich es durchsetzen ??
    Danke schon mal und l.G. Simone Beck

  2. Hannah Frühauf

    Hallo Frau Beck! Schön, von Ihnen zu lesen. Am besten, Sie lassen sich dazu kostenlos beim Bildungsträger WBS TRAINING beraten (0800 927 927 9). Alternativ können Sie Ihr Anliegen per E-Mail an info@wbstraining.de. Viele Grüße vom Hallo Karriere-Team 🙂

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