Mut zur Bewerbung. Ob Lebenslauf, Vorstellungsgespräch oder Jobsuche. Ein Bewerbungscoach unterstützt Sie.

Sie waren längere Zeit nicht in Ihrem gelernten Beruf tätig? Sie mussten sich aus privaten Gründen eine Auszeit nehmen? Oder Sie möchten beruflich eine komplett neue Richtung einschlagen? Wie Sie mit solchen Herausforderungen im Lebenslauf vor potentiellen Arbeitgebern umgehen können und wie Ihnen ein Bewerbungscoaching dabei helfen kann, erklärt Online-Bewerbungscoach, Simone Falk-Meding, im Interview.

Frau Falk-Meding, was wird in einem Bewerbungscoaching besprochen?

Die Anliegen und Bedürfnisse der Teilnehmer in Bezug auf das Bewerbungscoaching sind verschiedener Natur. Einige brauchen Hilfe bei der Gestaltung und Formulierung ihrer Bewerbungsunterlagen, andere möchten sich auf Vorstellungsgespräche vorbereiten – zum Beispiel auf Fragen wie „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ oder „Erzählen Sie von sich! Was haben Sie bisher gemacht?“.

Wieder andere möchten sich darüber informieren, wo und wie sie nach einer passenden Arbeitsstelle suchen können. Der gesamte Bewerbungsprozess steht im Fokus. Coachings sind individuell, auf die Persönlichkeit, die berufliche Vergangenheit und die aktuellen beruflichen Ziele eines Kandidaten bezogen. Der Bewerbungscoach unterstützt die Teilnehmer als Prozessbegleiter, Berater, Feedback-Geber und Motivator in allen Fragen rund um den Bewerbungsprozess.

WBS Bewerbungscoach Falk-Meding
WBS Bewerbungscoach Falk-Meding

Und ganz konkret: Was raten Sie z. B. Bewerbern die häufig ihren Arbeitsplatz gewechselt haben?

Solche Fragen sind natürlich schwierig pauschal zu beantworten, da die gesamten Umstände zählen. Ich möchte es an einem Beispiel versuchen. Personen, die viele kurze Positionen in ihrem bisherigen Arbeitsleben innehatten – also zum Beispiel vier Monate Sachbearbeiter waren, dann drei Monate im Vertrieb tätig waren usw. –  wirken auf dem Papier, mit dem Blick von außen, zunächst unbeständig. Ein Personaler sieht die vielen kurzen Stationen und fragt sich: „Warum wechselt diese Person so häufig ihren Arbeitsplatz? Warum wurde sie nie übernommen? Bleibt sie dann auch bei uns nicht lange?“. Personaler haben Angst, sich für die „falschen“ Kandidaten zu entscheiden. Eine Fehlentscheidung kostet Zeit und Geld und so weichen sie lieber auf die Bewerber aus, die mehr Sicherheit vermitteln.

Hier setzt die Arbeit des Bewerbungscoaches ein: Der Coach fragt den Bewerber, wie es zu den häufigen Arbeitsplatzwechseln kam. Dabei kann herauskommen, dass die Stellen immer befristet waren oder die Unternehmen insolvent gegangen sind. Beide Situationen haben nichts mit Flatterhaftigkeit oder einer schlechten Arbeitsleistung des Bewerbers zu tun. In diesem Fall kann der Bewerber das einfach mit in den Lebenslauf schreiben. Dadurch gibt er dem Personaler wichtige Informationen und lässt weniger Raum für Fragen. Je weniger Informationen der Personaler hat, desto mehr Spielraum für Spekulationen hat er und umgekehrt.

Und wie kann ein Teilnehmer mit Lücken im Lebenslauf umgehen?

Ein Kandidat, der beispielsweise eine Lücke von drei Jahren im Lebenslauf hat, lässt dem Personaler gegenüber ebenfalls viele Fragen offen. Im nettesten Fall denkt dieser, der Bewerber hätte sich in den drei Jahren beworben und war auf Arbeitssuche. Auch hier hakt der Coach beim Bewerber nach. Dabei kommt vielleicht heraus, dass der Bewerber in der Zeit einem Minijob nachgegangen ist oder die Pflege eines Angehörigen übernommen hat. Und auch hier gilt: Solche Informationen können in den Lebenslauf integriert werden. So hat der Personaler erneut weniger Raum für Spekulationen und weiß, was der Bewerber in diesem Zeitraum gemacht hat.

Wie kann man Tätigkeiten in völlig unterschiedlichen Berufsfeldern im Lebenslauf integrieren?

In dem Fall kann ein „Funktionaler Lebenslauf“ Sinn machen.  Hier werden Positionen nach Berufsfeld und nicht ausschließlich nach chronologischer Reihenfolge aufgelistet. Wenn ein Bewerber zum Beispiel die letzten 20 Jahre verschiedene Tätigkeiten im Bereich Gastronomie und kaufmännische Arbeit absolviert hat, kann das chronologisch angeordnet chaotisch wirken. Das macht keinen guten Eindruck! Bewirbt er sich jetzt auf eine Stelle im kaufmännischen Bereich, so können die kaufmännischen Fähigkeiten direkt oben im Lebenslauf angeordnet werden. Auf diese Weise fällt der Bewerber nicht direkt raus, weil er die letzten drei Jahre in der Gastronomie tätig war und eben nicht im kaufmännischen Bereich. Im Bewerbungscoaching wird der Coach gemeinsam mit dem Teilnehmer die richtige Vorgehensweise ermitteln.

Ein anderes Beispiel: Ein Kandidat bewirbt sich aus einer Führungsposition wieder auf eine  „normale“ Angestellten-Position. Hier ist es wichtig, dass er im Anschreiben kommuniziert, dass dies eine bewusste Entscheidung ist, damit der Personaler das Verhalten nachvollziehen kann. Hier hilft der Bewerbungscoach wieder den Blick von außen zu schärfen und einen Perspektivwechsel zu vollziehen: Wie sehen und beurteilen Personaler solche Schritte? Welche Ängste und Vorbehalte kommen auf und wie kann ich als Bewerber hierauf reagieren?

Was sollten die Teilnehmer noch wissen?

Ein schriftliches Feedback zu den Bewerbungsunterlagen – ohne den Dialog mit dem Teilnehmer – gehört nicht zu unserem Angebot und ist auch selten zielführend. Das Gespräch mit dem Teilnehmer ist wichtig, um auf die individuelle Situation bezogen, Anregungen und Hinweise geben zu können. Hierfür können Teilnehmer Termine buchen oder eben das Speedcoaching nutzen.

Auch für Umschüler macht ein Bewerbungscoaching in der Vorbereitung auf die Praktikumsbewerbung Sinn, weil in der Regel das Berufsfeld gewechselt wird. Nur ein Beispiel: Wer betont, dass das Praktikum prüfungsrelevant ist, den nimmt ein potentieller Arbeitgeber ernster in seinem Vorhaben, der eigenen Vita eine neue Richtung zu geben. Ansonsten möchte ich alle WBS-Teilnehmer ermutigen, dieses tolle Angebot zu nutzen um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern!

Liebe Frau Falk-Meding, vielen Dank für das spannende Gespräch!

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