Erreiche deine Ziele. Mit der richtigen Zielplanung.

„Vorsätze sind doch was für Spießer!“, denken sich wahrscheinlich einige beim Anblick ihrer eingestaubten Liste vom Vorjahr. Häufig verzetteln wir uns in tausenden Ideen, die uns kurzfristig beflügeln, langfristig aber nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Doch wer seine Ziele aufschreibt und bewusst plant, kann seine Vorsätze tatsächlich wahr werden lassen. Wie das funktioniert? Mit einer strukturierten Zielplanung – die mit positiv formulierten Ergebnis- und Handlungszielen – für Übersichtlichkeit und Motivation sorgt. Probiere es aus mit unserer Zielplanungsvorlage zum Download.

Abbildung einer Vorlage, in die man seine Ziele eintragen kann.
Zielvorlage zum Download

Die Mitspieler: Selbstbewusstsein, Motivation & Tatendrang.

Wenn wir uns Ziele setzen, müssen wir einige Parteien in unserem Kopf zum Mitmachen animieren. Da wäre zum Beispiel das Selbstbewusstsein, das vor einer großen Kleiderstange steht und auf die Signale für das richtige Outfit wartet. Gleich neben der Motivation, die mit ihrer großen Lesebrille unsere Zielanfragen prüft. Unser Bewusstsein überwacht beide – Selbstbewusstsein und Motivation – und stellt sicher, dass nur wirklich wichtiges den Weg in die Bearbeitung findet. Der Tatendrang steht mit seiner Trillerpfeife am Spielfeldrand und wartet darauf, den Startschuss zu geben.

Die Sprache der Zielsetzung.

Um unsere neugesteckten Ziele zu erreichen, müssen wir für eine gute Kommunikation zwischen diesen Mitspielern sorgen. Sonst verschläft der Tatendrang den Anpfiff, weil die Motivation gähnend vor unserer Zielsetzung sitzt und das Selbstbewusstsein vor lauter Unsicherheit vor einer ausgewachsenen Outfit-Krise steht. Um dies zu verhindern, sollten wir uns unserer Sprache zuwenden. Wer bewusst die Feinheiten der eigenen Sprache beobachtet, wird sicherlich der ein oder anderen verborgenen Gewohnheit auf die Schliche kommen.

In der Art und Weise, wie wir bestimmte Dinge für uns formulieren, lässt sich bereits unsere eigentliche Einstellung zu ihnen ablesen.

Einige Adjektive, Wortstellungen und Floskeln schleichen sich an unserem Bewusstsein vorbei und setzen sich hartnäckig in unserem Denken fest. Sie wieder erfolgreich zu lösen bedeutet auch, die eigene Sprache und damit die eigene Perspektive zu verändern.

Ein Beispiel:

Vorsatz: „Ich muss einen neuen Job finden, um mehr Geld zu verdienen und zufriedener mit meiner Arbeit zu sein.“

Neben den Vorsätzen, im neuen Jahr mit dem Rauchen aufzuhören, sich im Fitnessstudio anzumelden, sich gesünder zu ernähren oder abzunehmen, steht dieser Wunsch bestimmt mit ganz oben auf der allgemeinen Zielsetzungsliste. Merkwürdig nur, dass gerade diese Vorsätze so selten Realität werden. Ein genauerer Blick verrät uns warum: Das kleine, aber feine Wort „zufriedener“ fordert das eigene Selbstbewusstsein heraus. Seine Reaktion: Sturheit! Könnte es sprechen, es würde uns sagen: „Na dann such´ dir doch einen neuen Job, wenn du mehr Geld verdienen möchtest. Ob du davon glücklicher wirst, werden wir ja sehen!“.

Und Recht hat es. Diese kleine Steigerung „zufriedener“ impliziert nämlich den Vorwurf an uns selbst, wir wären zurzeit nicht zufrieden. Und bei Vorwürfen schmeißt unser Selbstbewusstsein eher bockig die Tür vor unserer Nase zu, als sich in Schale zu werfen. Auch die Begründung für einen Wunsch sollte persönlicher ausfallen, als nur um des Geldes wegen. Da fühlt sich unser Motivationszentrum nämlich eher wenig angesprochen, hebt kurz die Augenbrauen und legt den Fall dann wieder ad acta zu den anderen Vorsätzen, die auf seinem Schreibtisch einstauben.

Um unsere Motivation vom Hocker zu hauen, sollten wir lernen, unsere Ziele anders zu formulieren.

Zum Beispiel so:

Ergebnisziel: „Ich habe einen neuen Job, der es mir finanziell ermöglicht, meine Wünsche zu erfüllen und der mich glücklich macht.“

Klingt doch schon mal besser oder? Erleichterung macht sich breit, denn: Der Imperativ des Müssens ist gestrichen. Mehr verdienen, abnehmen, aufhören, anmelden: Gerade diese Verben riechen verdächtig nach Pflichten. Und die schiebt unser Bewusstsein, als großer Verteidiger unserer Entscheidungen, schon mal gerne zur Seite, um uns den Kopf möglichst frei zu halten. Vielleicht erfreut sich das Wort „Vorsatz“ deshalb eher weniger Beliebtheit, weil ihm so ein bitterer Beigeschmack der Selbstgeißelung anhaftet. Wenn wir versuchen, den Vorsatz zum Ziel werden zu lassen und dies auch in unserer Formulierung unterstreichen, reagiert die eigene Einstellung automatisch und wird uns innerlich applaudieren.

Es ist sinnvoll, Ziele als Zustände zu formulieren, also so, als hätten wir das Ziel schon erreicht. Damit geben wir uns selbst einen Vorgeschmack auf das, was möglich ist.

Du möchtest deine Abschlussarbeit schreiben, dich beruflich umorientieren, eine bestimmte Gewohnheit verändern oder einen langgehegten Wunsch erfüllen? Dann streiche das Pflichtbewusstsein aus deiner Sprache. Mach dir bewusst, warum du diese Ziele wirklich erreichen möchtest und passe sie daran an: An dich selbst.

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Wünsch dir was! Foto von Neil Bates.

Hier nochmal im Überblick:

  1. Verwende bewusst positive Worte, um dein Ziel zu visualisieren! (Vermeide negative Konnotationen wie „zufriedener“, „endlich“, „überhaupt“, hinter denen Vorwürfe lauern könnten.)
  2. Dein Ziel ist persönlich: Überprüfe deine Motivation und übertrage sie in deine Sprache!
  3. Ziele sind Zustände: Formuliere sie so, als hättest du sie schon erreicht.

Schritt für Schritt zum Ergebnis: Handlungsziele.

Doch wie lassen sich unsere neu formulierten Ziele erreichen? Gehen wir nochmal zu unserem Ergebnisziel zurück:

Ergebnisziel: „Ich haben einen neuen Job, der es mir finanziell ermöglicht, meine Wünsche zu erfüllen und der mich glücklich macht.“

Soweit so gut, aber wie schaffe ich es, einen neuen Job zu finden und welche konkreten Wünsche möchte ich mir erfüllen? Berechtigte Fragen, die der Tatendrang uns hier stellt. Er will seinen Einsatzplan haben. Ein Ziel fällt nicht vom Himmel und jeder zu erreichende Zustand braucht eine gewisse Zeit und realistisch formulierte Zwischenschritte. Sie geben uns im Alltag eine konkrete Orientierung. Die Handlungsziele sind sozusagen die einzelnen Etappen bis zum Ergebnisziel. Sie stehen auf Handfestes, sonst verschränken sie die Arme vor der Brust und versperren einem die Sicht auf das fröhlich im Hintergrund winkende Ergebnisziel. Mögliche Zwischenschritte für unser Beispiel könnten lauten:

  1. Handlungsziel I: Wunschanalyse: Was möchte ich mir leisten können und warum? Spare ich auf etwas Konkretes hin? (Bsp. neues Ergebnisziel: Ich spare mir das Geld für einen VW-Bus zusammen, um flexibel und regelmäßig auf Reisen zu gehen.)
  2. Handlungsziel II: Ich bringe meinen Lebenslauf auf den neuesten Stand und überprüfe jeden Tag für mich relevante Jobbörsen.
  3. Handlungsziel III: Ich mache ein Bewerbungscoaching und finde heraus, was mir an meinem Job wichtig ist.
  4. Handlungsziel IV: Ich informiere mich über Weiterbildungsoptionen, die mein Wissen aktualisieren und meine Chancen auf meinen Traumjob erhöhen.
  5. Handlungsziel V: Ich suche mir jede Woche eine interessante Stelle heraus, auf die ich mich im Anschluss bewerbe.

Die Anzahl der Handlungsziele variiert je nach den unterschiedlichen Aspekten des Ergebnisziels und der individuellen Wünsche, die damit verknüpft sind.

Zeitrahmen: Kurz-, mittel- und langfristig denken.

Der Zeitrahmen ist wichtig für die eigene Zielsetzung. Dieser sollte nicht allzu lang gesetzt werden, damit er sich noch übersichtlich anfühlt. Eine Aufteilung der unterschiedlichen Handlungs- und Ergebnisziele in bestimmte Zeitetappen ist hilfreich, wie zum Beispiel zu Handlungen, die man täglich, wöchentlich oder monatlich durchführen möchte, um sein Ziel zu erreichen. Hier muss jeder nach dem persönlichen Ermessen entscheiden, welcher Zeitrahmen sinnvoll ist. Eine mögliche Taktik ist z. B., sich für den ersten Anlauf einen kleineren Zeitrahmen zu setzen, um sich schneller über Erfolge freuen zu können und im zweiten Anlauf, falls nötig, einen größeren Zeitraum anzuvisieren.

Im Idealfall werden einige Zwischenziele zu guten Gewohnheiten, die man zeitlich nicht mehr begrenzen muss, da man sie bereits in seinen Alltag integriert hat.

In unserem Beispiel haben sich schon einige Indizien für kurz, mittel- und langfristige Schritte eingeschlichen. Kurzfristig, also täglich, werden hier Jobbörsen durchforstet nach interessanten Stellenangeboten, mittelfristig, also wöchentlich, wird eine Bewerbung geschrieben und langfristig ein Bewerbungscoaching gemacht, der Lebenslauf aktualisiert und sich über Weiterbildungen informiert. Damit erhält man eine gute Übersicht über alle kleinen Zwischenschritte, die in kürzeren, regelmäßigen Abständen (kurz- oder mittelfristig) oder längeren Abständen (längerfristig) auf der eigenen Zielagenda stehen.

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Neues Jahr, neues Glück: Welchen Wunsch möchtest du dir erfüllen? Foto von Carlos Domínguez.

Be S.M.A.R.T.

Um alle wichtigen Punkte der Zielformulierung auf einen Blick parat zu haben, wurde die sogenannte Smart-Formel aufgestellt, die vor allem im Projektmanagement angewendet wird. S.M.A.R.T. steht für:

  1. S =  Specific (Spezifisch)
  2. M = Measurable (Messbar)
  3. A =  Achievable (Ausführbar)
  4. R =  Realistic (Realistisch)
  5. T =  Time framed (Terminierbar)

Diese Formel hält dazu an, seine Ziele spezifisch und erreichbar (Daumen hoch für die Handlungsziele), messbar und in einem bestimmten Zeitrahmen (kurz-, mittel- und langfristig) und damit realistisch (auf direktem Wege zum Ergebnisziel) zu gestalten.

Unsere Vorlage für deine Ziele.

Zielsetzungen sind ein Prozess, der schon lange vor dem Ziel beginnt. Wir sollten uns bei jedem Wunsch stets befragen, warum wir ihn uns erfüllen möchten und vor allem, für wen. Wichtig ist, dass wir sie nicht als Einschränkungen begreifen, sondern als Chance, etwas Neues zu erleben und über uns selbst und andere zu erfahren. Damit es dir in Zukunft leichter fällt, deine persönlichen Ziele zu erreichen, haben wir fleißig an einer Vorlage gebastelt. Einfach ausdrucken, in sich gehen und Stück für Stück beginnen, die Kreise mit einzelnen Handlungszielen auszufüllen. Du wirst merken: Die Lust kommt von ganz allein!

Kleine Legende der Zielsetzung.

In der Reihenfolge, in der du vorgehen solltest, hier nochmal alle Begriffe auf einen Blick:

  1. Ergebnisziel: Das finale Ziel, das angestrebt wird. Dies steht an erster Stelle und sollte bewusst positiv, persönlich, realistisch und als Istzustand – also so, als hätte man es bereits erreicht – formuliert werden. Als Gedächtnisstütze für die Formulierung der Ziele dient die S.M.A.R.T.-Formel (Spezifisch, Messbar, Ausführbar, Realistisch und Terminierbar).
  2. Zeitrahmen: Zeitraum, über den sich die Zielsetzung erstreckt.
  3. Handlungsziele: Einzelne Unterziele auf dem Weg zum Ergebnisziel. Auch hier hilft die S.M.A.R.T.-Formel als sprachliche Orientierung.
  4. Kurzfristiges Handlungsziel: Handlungsziel, das z. B. täglich umgesetzt wird.
  5. Mittelfristiges Handlungsziel:Handlungsziel, das z. B. wöchentlich auf der Agenda steht.
  6. Langfristiges Handlungsziel: Handlungsziel, das zeitintensivere Recherche erfordert und daher in längeren Abständen mehrmals bearbeitet wird.

Du hast ein Ziel über diese Strategie erreicht? Erzähl uns, was genau du gemacht hast und wie es dir dabei ergangen ist. Wir freuen uns auf eure Geschichten!

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Unsere Vorlage zum Download für deine Ziele. Probier´s aus!

Unser Titelbild ist von Sam Manns.

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