Mein Weg zum Scrum Master – ein Erfahrungsbericht.

Sie optimieren Prozesse, sorgen für einen reibungslosen Ablauf bei Projekten und haben stets das Ziel im Blick: Scrum Master sind gefragte Experten und Meister des agilen Projektmanagements. In unserer immer komplexer werdenden Arbeitswelt 4.0 haben sie alle Fäden in der Hand und sind längst nicht mehr nur in IT-Unternehmen anzutreffen.

Paul Friedhelm Günther (34) absolvierte bei dem Weiterbildungsträger WBS TRAINING am Standort Kiel ein Paket aus gleich drei Weiterbildungen. Eine im Bereich agiles Projektmanagement und zudem zwei Fortbildungen mit DEKRA-Zertifikat; die zum Qualitätsmanagementbeauftragten und eine darauf aufbauende Weiterbildung zum Qualitätsmanager. Den Weg zurück ins Berufsleben hat er noch während seiner Weiterbildung gesucht – und gefunden. Mittlerweile arbeitet er als Scrum Master in einer Unternehmensberatung.

Doch Pauls Weg zum beruflichen Neuanfang als Scrum Master verlief zunächst alles andere als gradlinig. Denn ursprünglich verfolgte er ganz andere berufliche Pläne. In denen war eine Weiterbildung zum Experten für agiles Projektmanagement eigentlich gar nicht vorgesehen. In unserem Interview erzählt er, wie aus einer zweiten Wahl schließlich das große Los wurde und wie ihm der Weg zurück in den Job gelang.

Paul Günther fand seinen Weg zurück ins Berufsleben – dank einer Weiterbildung.
Paul Günther hat allen Grund, zuversichtlich nach vorne zu blicken. Seinen Weg zurück ins Berufsleben hat er mit Erfolg gefunden.

Paul, in welcher Situation befandest du dich, als du die Entscheidung trafst: „Jetzt mache ich eine Weiterbildung!“?

Als ich mich für die Weiterbildung entschied, war ich gerade einige Monate arbeitssuchend. Zuvor hatte ich in Teilzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Wirtschaftsforschung in der Agrarwissenschaft gearbeitet. Nebenbei war ich als Stellvertretung der Fraktionsgeschäftsführung der SPD-Kreistagsfraktion des Kreises Plön tätig. Da ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Elternzeitvertretung angestellt war, lief mein befristetes Arbeitsverhältnis schließlich aus. Ab da verfolgte ich erstmal ein ganz anderes Vorhaben: Ich war im Begriff, mich selbstständig zu machen. Gemeinsam mit zwei Freunden wollte ich ein Start-Up gründen. Während der ersten Wochen meiner Fortbildung lief das Projekt „Firmengründung“ noch parallel, scheiterte dann aber aus unterschiedlichen Gründen. Rückblickend betrachtet war das womöglich gut so, denn nun konnte ich mich noch besser auf die Weiterbildung fokussieren.

Weshalb hast du dich für genau diese Qualifizierung entschieden?

So merkwürdig es klingt: Ursprünglich wollte ich eigentlich eine ganz andere Weiterbildung machen, nämlich die zum Prozessmanager. Dieser Kurs schien einfach perfekt zu mir zu passen, denn ich achte sehr penibel auf Details und mag es, wenn Prozesse nach logischen Abfolgen ablaufen. Doch leider kamen nicht ausreichend Teilnehmer zusammen, so dass der Kurs nicht stattfinden konnte. Eine Alternative musste her. Das Arbeitsamt genehmigte mir meine gewünschten Weiterbildungen zum Qualitätsmanager und Qualitätsmanagementbeauftragten – in Verbindung mit der Weiterbildung im Bereich agiles Projektmanagement. Das Arbeitsamt sah großes Potenzial darin, dass ich mithilfe dieser Qualifizierungen bald den Weg zurück ins Berufsleben finden würde.

Wie reagierte dein privates Umfeld auf deine Entscheidung?

Während ich die Weiterbildung absolvierte, konnte ich immer auf Unterstützung durch Freunde und Familie zählen. Da kam nicht ein einziges Mal eine Bemerkung in die Richtung „Versuch‘ mal lieber, einen Job zu finden!“. Mein Umfeld fand es gut, dass ich die Zeit der Arbeitssuche nutzen wollte, um mich weiterzubilden.

Welche Gedanken gingen dir zu Beginn des Kurses durch den Kopf? Welche Hoffnungen und Bedenken hattest du?

Vor Beginn der Weiterbildung hatte ich Bedenken, ob so eine „Remote“-Weiterbildung wirklich das Richtige für mich ist. Was das Online-Lernen betrifft, war ich erst unsicher, denn der Austausch untereinander und die Interaktion mit anderen ist mir schon sehr wichtig. Ich fragte mich, wie das online funktionieren sollte und ob mir das informelle Geplauder von Angesicht zu Angesicht mit anderen Teilnehmern in der Mittagspause nicht sehr fehlen würde. Doch meine Bedenken wurden mir schnell genommen. Denn man ist ja keineswegs auf sich allein gestellt. Neben den Ansprechpartnern von der WBS am Standort selbst habe ich viele andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennengelernt, die gleichzeitig mit mir eine Weiterbildung gemacht haben. So bleibt das Netzwerken und Plaudern nicht auf der Strecke.

Was war dein größtes Erfolgserlebnis während des Kurses?

Ganz klar: Die Erkenntnis, mich genau für die richtige Weiterbildung entschieden zu haben. Das ist in meinem Fall ja insofern besonders, als dass die Weiterbildung „Agiles Projektmanagement“ im Grunde nur meine zweite Wahl war. Schon am zweiten Tag kam mir die Erkenntnis, dass ich hier absolut richtig bin und in diesem Bereich arbeiten möchte. Ein Kerninhalt des Fortbildungsteils „Agiles Projektmanagement“, der mich besonders fasziniert und interessiert hat, war die Scrum-Methode. Während des Kurses haben wir in Gruppenarbeit ein Praxisprojekt durchgeführt. Ich habe dabei die Rolle des Scrum Masters übernommen. Da habe ich gemerkt, wie super das zu mir passt und bin richtig aufgeblüht. Kein Wunder also, dass ich in genau diesem Bereich jetzt auch arbeite.

Welche Rolle spielten die anderen Teilnehmer/-innen im Kurs?

Für mich persönliche eine sehr wichtige. Die Teilnehmer aus meiner Weiterbildung habe ich vor allem durch die intensiven Gruppenarbeiten kennengelernt. Wir haben uns auch über die WBS hinaus vernetzt, beispielsweise in einer WhatsApp-Gruppe. Auch jetzt stehe ich teilweise noch im Austausch mit anderen Absolventen. Wir sind auch über XING und LinkedIn vernetzt, denn Kontakte und ein gutes Netzwerk zu haben, ist immer von Vorteil.

Wenn viele Teilnehmer gleichzeitig fleißig am Lernen und Diskutieren waren, wurde es hin und wieder etwas laut im Schulungsraum. Dagegen halfen dann Schallschutzwände, die während meiner Weiterbildung am Standort eingerichtet wurden. Nur sieht man die anderen Teilnehmer dann nicht mehr so gut. Es hat also Vor- und Nachteile.

Wie gelang dir der Weg zurück in den Job?

Bereits gegen Ende des ersten Monats meiner Weiterbildung habe ich begonnen, meine Fühler auszustrecken und mich nach passenden Jobangeboten für Scrum Master im Raum Kiel umgeschaut. Das war gar nicht so einfach, denn ich stieß gerade mal auf eine einzige Stellenanzeige in diesem Bereich. Also hieß es: Weitersuchen! Während meiner Fortbildung besuchte ich eine Jobmesse und sprach dort gezielt ein Unternehmen an, das ich im Vorfeld herausgesucht hatte. Und siehe da: Es passte! Gegen Ende meiner Weiterbildung hatte ich die Einladung zum Bewerbungsgespräch in der Tasche. Ende Dezember folgten die Abschlussprüfungen und kurz vor Weihnachten bekam ich den Arbeitsvertrag zugestellt. Der Personalmitarbeiter kam sogar mit dem Fahrrad vorbei und überreichte mir den Vertrag persönlich an der Wohnungstür. Ein tolles Weihnachtsgeschenk! Leider ging es für mich nach der Probezeit bei dem Unternehmen nicht weiter. Das war anfangs nicht leicht für mich, aber mittlerweile bin ich froh über die neuen Möglichkeiten, die sich mir dadurch eröffneten. Jetzt arbeite ich bei der solutions direkt AG, einer mittelständischen Unternehmensberatung in Hamburg. Dort betreue ich als Scrum Master hauptsächlich IT-Projekte von Konzernkunden aus der Versicherungs- und Finanzbranche.

Was nimmst du aus deiner Erfahrung mit? Würdest du denselben Weg noch einmal gehen?

Was wäre, wenn…? Tatsächlich würde ich die Entscheidung für die Weiterbildung immer wieder genauso treffen. Denn durch die Fortbildung ist mir erst klargeworden, in welchem Bereich ich arbeiten möchte. Und natürlich habe ich auch inhaltlich sehr viel gelernt. Ich empfand es als großen Vorteil, mich während der Weiterbildung parallel schon aktiv bewerben zu können. Aktiver kann man die Zeit der Arbeitssuche gar nicht nutzen!

Besonders gut gefallen hat mir übrigens auch das Bewerbungscoaching, das ich gegen Ende meiner Fortbildung bei der WBS machen konnte. Mein Jobinterview stand kurz bevor und vom Timing her war es einfach perfekt. Mein Bewerbungscoach sah gemeinsam mit mir mein Anschreiben und meinen Lebenslauf durch. Hinzu kam noch das persönliche Coaching. Für mich bedeutete das nicht nur eine formale Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch, sondern auch eine psychologische. Zu wissen „Ich bin gut vorbereitet!“, hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben. Dieses Bewerbungscoaching zu machen, kann ich nur jedem Teilnehmer empfehlen.

Würdest du etwas anders machen? Wenn ja, was?

Im Grunde bin ich sehr zufrieden, weil alles gut geklappt hat. Anfangs hatte ich mit dem Gedanken gespielt, das Angebot „Lernen von zu Hause“ zu nutzen. Letztlich bin ich aber froh, meine Weiterbildung am Standort gemacht zu haben. Dann dadurch konnte ich noch besser Kontakte zu anderen Teilnehmern knüpfen. Das Networking mit Anderen würde ich beim nächsten Mal auch noch stärker forcieren. Denn ein gutes Netzwerk ist extrem wichtig und kann einem bei der Jobsuche behilflich sein.

Wie lautet dein Rat an alle, die mit dem Gedanken an eine geförderte Weiterbildung spielen?

Einfach machen!

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