Plane deine Auszeit! Mit Checkliste zum Sabbatical.

Mit dem Bus nach Usbekistan, endlich tauchen lernen oder einfach mal nichts tun. Mit einem Sabbatical können viele Träume wahr werden. Hier findest du praktische Tipps rund um die Planung und Umsetzung deiner Auszeit. Plus: Mit unserer Checkliste zum Download kommst du deinem Ziel Schritt für Schritt näher.

Erwartungscheck: Was will ich mit dieser Auszeit erreichen?

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Unsere Checkliste für dein Sabbatical zum Download.

Das Sabbatical steht für eine Zeit, in der man die eigene Arbeit pausiert und sich persönlichen Bedürfnissen wie Hobbies, Familie oder lang gehegten Wünschen widmet. So weit so gut! An dieser Stelle lohnt es sich, kurz innezuhalten:

Warum möchte ich aus meinem Arbeitsalltag ausbrechen?

  1. Bin ich ausgebrannt und möchte meiner aktuellen Arbeitssituation entfliehen?
  2. Möchte ich mir einen Traum erfüllen, der mir persönlich am Herzen liegt?

Wer sich von der ersten Option angesprochen fühlt, dem sei gesagt: Notbremse ziehen, aber schnell! Aber nicht in Form eines Sabbaticals, denn im Zweifelsfall ist nach der langersehnten Auszeit alles wieder genauso wie vorher. Ein Sabbatical kann keine strukturellen Probleme auf der Arbeit lösen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, direkt mit Kollegen und dem Arbeitgeber nach Lösungsansätzen zu suchen. Das führt im Idealfall nicht nur zu einer nachhaltigen Veränderung des eigenen Arbeitsverhältnisses, sondern kann in einer Verbesserung für Alle resultieren – oder eine persönliche berufliche Umorientierung anstoßen, für die bisher die Flucht in die Ferne vorgeschoben wurde.

Tipp: Ein Sabbatical ist kein Allheilmittel gegen Dauerstress, im Zweifelsfall liegt das Problem eher im Hier und Jetzt als im Fern und Woanders. Die Klärung der eigenen Erwartungshaltung zu Beginn ist daher wichtig. Ein Sabbatical sollte für die Erfüllung eines Wunsches stehen und nicht aus beruflichen Konflikten hervorgehen. Auf deiner Wunschliste steht eine Weltreise, mehr Zeit mit deiner Familie zu verbringen oder ein bestimmtes Projekt, das du umsetzen möchtest? Dann nichts wie ran an die Planung!

Ja, jeder kann und sollte sich ein Sabbatical leisten!

Eine mehrmonatige Auszeit ist immer eine Geldfrage, trotzdem ist ein Sabbatical nicht nur Besserverdienenden vorbehalten. Wer sein Sabbatical an das eigene Budget anpasst, kann sich auch mit kleineren oder kürzeren Abenteuern bzw. Vorhaben eine erholsame Zeit machen. Folgende Finanzierungskonzepte machen es möglich.

Zeit und Geld sparen mit dem Zeitwertkonto.

Das wohl bewährteste Sparprinzip in Sachen Sabbaticalfinanzierung ist das Anlegen eines Zeitwertkontos (auch Arbeitskonto genannt). Dies kann nur in Absprache mit dem Arbeitgeber eingerichtet und sollte mit dem zuständigen Finanzamt abgeklärt werden. Auf diesem Konto können gleich mehrere Punkte verbucht werden: Zum einem jeder Urlaubstag, der über dem gesetzlichen Jahresminimum von 24 Tagen liegt. Wer z. B. 30 Urlaubstage im Jahr hat, kann sich 6 Tage gutschreiben lassen. Zum anderen können alle Überstunden, die geleistet werden, aufsummiert und alle zusätzlichen Prämien, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, hier überwiesen werden. Am Ende wird sich zeigen, dass so schon einige Ersparnisse zusammenkommen können. Das Wichtigste: Über ein Zeitwertkonto können Abmachungen über das ausgezahlte und anteilig angesparte Gehalt festgehalten werden. Je nachdem, wie viel Spielraum das eigene Gehalt zulässt, kann monatlich ein bestimmter Prozentsatz vereinbart werden, der für das Ansparen des Sabbaticals abgeführt wird. Aus diesen Anteilen setzt sich dann die Summe zusammen, die während des Sabbaticals ausgezahlt werden kann.

Die wichtigsten Vorteile des Zeitwertkontos:

  1. Jede Überstunde und jeder Urlaubstag extra spart mit!
  2. Du bleibst während deines Sabbaticals krankenversichert und zahlst weiterhin in die gesetzliche Rentenkasse ein.
  3. Beim angesparten Gehalt wird der Bruttobetrag abgeführt: Damit sind die monatlichen Einzahlungen steuer- und sozialabgabenfrei.
  4. Die monatlich fälligen Steuern auf das Restgehalt sind geringer.

Unser Tipp: Rechne durch, wie viel du monatlich auf ein Zeitwertkonto einzahlen könntest. Dazu kannst du einen Zeitkontorechner nutzen.

Unbezahlter Urlaub.

Am schnellsten kommt man über eigene Ersparnisse zum Sabbatical. In diesem Fall nimmt man sich am besten unbezahlten Urlaub. Die Herausforderung bei diesem Finanzierungskonzept ist vor allem die Regelung der Krankenversicherung, denn die kann teuer werden. Hier gilt: Bei einer Pause von bis zu einem Monat bleibt alles beim Alten. Sobald deine Abwesenheit über einen Monat andauert, musst du die Krankenversicherung selbst bezahlen. Hier solltest du dich früh genug mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzen, um den Tarif auszurechnen. Solltest du dein gesamtes Sabbatical im Ausland verbringen, brauchst du für diese Zeit nur eine Krankenversicherung fürs Ausland. Während dieser Zeit kann deine Krankenversicherung im Inland ruhen.

Die Teilzeit-Regelung.

Wer in Teilzeit arbeitet, kann mit dem Einverständnis des Arbeitgebers über einen bestimmten Zeitraum auf einen Vollzeitvertrag umsatteln, und sich den zusätzlichen Betrag auf ein dafür vorgesehenes Konto einzahlen lassen. Hier gelten die gleichen Vorzüge wie für das Zeitwertkonto: Die Ersparnisse werden nicht mühsam über das Nettogehalt aufgebaut, sondern während der Ansparphase über das Bruttogehalt abgewickelt. Die eindeutigen Vorteile: Zinsgutschriften und monatliche Lohnsteuervergünstigungen.

Die richtige Mischung macht’s!

Die drei Finanzierungskonzepte lassen sich natürlich auch miteinander kombinieren. Außerdem ist es nie verkehrt, über seine eigenen Pläne und Wünsche zu reden und diese mit der eigenen Familie und Freunden zu teilen. Die Erfüllung deines Herzenswunsches wird sicherlich auch ihnen am Herzen liegen. Es muss aber auch nicht immer das ganz große Abenteuer sein: Auch für den kleinen Geldbeutel gibt es viele Möglichkeiten, die Welt zu entdecken. Wichtig ist, sich darüber bewusst zu werden, was man eigentlich zum Leben braucht – etwas, dass uns eine Auszeit sicherlich auch lehren kann. Dann heißt es vielleicht: Campingplatz statt Hotel, Work and Travel statt All-Inclusive oder Home-Swapping statt 4 Sterne. Reisen und Geldverdienen geht übrigens besser zusammen, als gedacht, das zeigt u. a. der Blog World-Wisperer von Melanie, die sich seit vielen Jahren einmal um die ganze Welt arbeitet und Inspirationen zu spontanen Jobmöglichkeiten für Reisende in ihren Geschichten teilt.

Der richtige Zeitpunkt.

Ein genauer Blick auf das bevorstehende Jahr sollte nun dein nächster Schritt sein mit folgenden Fragen:

  1. Wie lange möchte ich verreisen bzw. mir eine Auszeit nehmen?
  2. Nach meinem Finanzierungsplan: Wie viel Vorlauf benötige ich für diese Auszeit?

Unser Tipp: Rechne bei deiner Zeitplanung immer eine gewisse Vorbereitungs- und Nachbereitungsphase mit ein. Vor deiner Reise musst du vielleicht ein Visum beantragen, geimpft werden oder Reiseequipment besorgen. Bei deiner Rückkehr tut es sicherlich gut, eine bestimmte Zeit „Urlaub vom Urlaub“ nehmen zu können und bewusst wieder anzukommen.

Ich bin dann mal weg! Informiere deine Vorgesetzten.

Sobald du weißt, dass ein Sabbatical das Richtige für dich ist und wie du es dir finanzieren möchtest, geht es daran, das Gespräch mit den Vorgesetzten zu suchen und anschließend dein Team zu informieren. Sicherlich ein Schritt, bei dem es ein tiefes Durchatmen braucht, denn jetzt wird es konkret. Vereinbare hierfür am besten einen persönlichen Termin mit deinem Vorgesetzten. Führe dir vor Augen, warum du diesen Schritt gehen möchtest und lasse deinen Gegenüber daran teilhaben. Sei präzise in deiner Zeitangabe und darüber, wie du deine Auszeit mit der Arbeit organisieren und finanzieren möchtest. Mit guter Vorbereitung und klaren Ansichten wird dieses Gespräch bestimmt erfolgreich ausgehen. Danach muss eine faire Übergabe der laufenden Projekte erfolgen. Sobald alle Ansprechpartner geklärt sind heißt es: Abwesenheitsnotiz einstellen und ab an die Reiserecherche!

Tipp: Von deinem Sabbatical hat übrigens auch deine Firma etwas: Einen entspannten Mitarbeiter mit frischem Blick, neuen Ideen und vielleicht sogar ausgebauten Sprachkenntnissen bei deiner Rückkehr.

1001 Wege: Lass dich inspirieren!

Reisen kann man auf so vielen Wegen, wie es Länder auf dieser Erde gibt. Überlege dir, wie du Reisen möchtest: Mit dem Fahrrad, Zug, via Flugzeug oder mit eigenem Mietwagen? Hol dir Inspirationen über das Reisebüro deines Vertrauens, über Bücher und Artikel zu der jeweiligen Kultur oder Aktivität, die du kennenlernen möchtest. Auch das Auswärtige Amt hat wichtige Hinweise über Visumanträge, eventuelle Schutzimpfungen und zu der politischen Situation des jeweiligen Landes parat. Sprich mit Freunden und Bekannten, die ähnliche Reisen und Ziele angesteuert haben: Ihre Erfahrungen und Hinweise sind Gold wert. Außerdem gibt es dank unserer vernetzten Welt und der aktuellen Begeisterung für das Reisen fern vom Tourismus zahlreiche Blogs von leidenschaftlichen Weltenbummlern, die ihre Erfahrungen in Text und Bild weitergeben. Lass dich inspirieren! Unsere Lieblings-Reiseblogs – Fernweh garantiert:

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Reisedepeschen

Prämiert und vielseitig: Ursprünglich aus einem privaten Reiseblog entstanden, hat sich Reisedepeschen zu einem Autorenteam zusammengefunden, das regelmäßig über ferne und nahe Orte aus der ganzen Welt berichtet. Wunderschön gemacht und vielseitig!

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Fräulein Draussen

Hinter Fräulein Draussen steckt die wanderlustige Kathrin, deren Blog mit vielen hilfreichen Tipps rund um das ideale Reiseequipment und den schönsten Aussichten aus grünen Höhenlagen aufwartet. Auch für „Schlecht-Wetter-Liebhaber“ geeignet.

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Blickgewinkelt

Inka Cee ist ebenfalls eine inspirierende Bloggerin und Fotografin aus Leidenschaft, die schon mehrere Kurz-Sabbaticals durchgeführt hat. Auf ihrem Blog und konkret in diesem Artikel gibt sie viele hilfreiche Hinweise, wie man es schafft, sein Fernweh regelmäßig auszuleben.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Stopp! Vielleicht sollest du doch erstmal deine Flüge buchen, bevor du dich beim Wanderschuhe anprobieren im Outdoor-Laden erwischt. Denn meist wird einem das bevorstehende Abenteuer erst bewusst, wenn man diesen Schritt gegangen ist und die Flugtickets mit konkretem Datum und Uhrzeit vor einem liegen. Und Flugpreise werden ja eher selten günstiger mit der Zeit. Danach geht es an die finalen Organisationsschritte:

  1. Wohnung tauschen oder untervermieten?
  2. Auto (falls vorhanden) an jemand Vertrautes verleihen während der eigenen Abwesenheit?
  3. Krankenversicherung fürs Ausland aktuell?
  4. Kreditkartenkonditionen geklärt?

Die To-Do-Liste wird sich in diesen Tagen bestimmt schnell füllen. Deshalb: Ruhe bewahren und alles Schritt für Schritt abhaken. Sobald sie leerer wird, kann man tatsächlich langsam Richtung Koffer bzw. Rucksack packen denken. Hier gilt: Weniger ist mehr. Bedenke, dass du jedes Gramm deines Gepäcks für die nächste Zeit mit deiner eigenen Körperkraft stemmen können musst. Es sollte definitiv nicht mehr als ¼ deines Körpergewichts ausmachen, sonst wirst du dich die meiste Zeit fluchend und dem Tobsuchtanfall nahe gegen deine überflüssigen Klamotten treten sehen. Diese Packliste von zwei Weltreisenden hilft dir bestimmt, den Blick für das Nötigste zu behalten.

Halte deine Reise fest!

Das schönste Geschenk nach deiner Auszeit werden – neben den vielen Begegnungen und Erlebnissen – vor allem deine Erinnerungsstücke sein. Ob schriftlich oder im Bild- und Videoformat: Die Dokumentation deiner Reise gibt dir und deinen Freunden die Möglichkeit, an jene liebgewonnenen Orte zurückzukehren und sie zu reflektieren. Der erste Eindruck gehört natürlich immer noch deinen Augen, da sollte sich die Kameralinse noch ganz bewusst zurückhalten.

Inspiration gesucht? In ihrem Erfahrungsbericht erzählt uns Annette Grimme von ihrem Sabbatical – von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzung.

Das Reisetagebuch wartet griffbereit in der Seitentasche und deine Wanderschuhe scharren schon mit den Absätzen? Dann kann es los und ans Ausfüllen unserer Checkliste gehen! Wir wünschen dir viel Erfolg und vor allem unvergessliche Momente während und nach deines Sabbaticals! P.S. Wo geht’s hin?

Vorlage Download Sabbatical Checkliste
Unsere Checkliste für dein Sabbatical zum Download.

Ein Kommentar

  1. Raoul Fichte

    Interessanter Artikel und gute Checkliste! Aus persönlicher Erfahrung kann ich noch ein paar hilfreiche Tipps hinzufügen: Was mir bei der Planung meines Sabbaticals geholfen hat, war eine Tabellenliste anzulegen, auf der ich meine tatsächlichen und voraussichtlichen Ausgaben eingetragen habe. So für den Überblick. Gerade auf Reisen merkt man, wie sehr man sich auf die Technik (sprich: das eigene Smartphone) verlässt. Und wenn die mal ausfällt, ist es praktisch, die wichtigsten Nummern entweder analog oder online hinterlegt zu haben, genauso Kopien wichtiger Unterlagen wie Reisepass, falls was verloren gehen sollte. Ach und – lieber mal kurz checken, ob der eigene Reisepass noch aktuell ist für bevorstehende Reisezeit, sonst wirds stressig am Flughafen! 😉 Ansonsten kann ich nur empfehlen, sich diese Auszeit zu gönnen!

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