Quereinstieg als Lehrerin oder Lehrer: Wie stehen meine Chancen?

In Deutschland fehlen Lehrkräfte. Ob an Grundschulen, Gymnasien, Sekundärschulen oder Förderschulen – überall werden ausgebildete Fachkräfte gesucht. Aus einer von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebenen Studie geht hervor, dass der Bedarf weiter steigen wird. Denn an den Grundschulen werden beispielsweise bis 2025 rund 105.000 neue Lehrstellen vakant werden – im Vergleich dazu könne jedoch mit nur 70.000 Absolventen gerechnet werden.

Kein Wunder also, dass händeringend nach Quereinsteigern gesucht wird, die in den Lehrerberuf wechseln möchten. Der perfekte Augenblick für dich, um über einen beruflichen Tapetenwechsel nachzudenken!

Besonders betroffen vom Lehrermangel sind Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Niedersachen. Daher ist es nicht überraschend, dass vor allem in diesen Bundesländern vermehrt auf Quereinsteiger/-innen zurückgegriffen wird. In der Hauptstadt wurden laut Aussagen der „Kulturministerkonferenz KMK“ Ende 2017 rund 2.700 neue Lehrkräfte angestellt – nur rund 1.000 von ihnen waren vollständig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer.

Wenn du schon immer gerne unterrichten wolltest, kannst du dich bei dem privaten Bildungsträger WBS TRAINING über deine Möglichkeiten als Quereinsteiger/-in in den Lehrerberuf und mögliche Weiterbildungen informieren.

Wie kann ich auch ohne Studium in den Lehrerberuf einsteigen?
Mal auf der anderen Seite des Klassenraums stehen? Der Quereinstieg in den Lehrerberuf wird dir momentan leichtgemacht! (Foto von Vasily Koloda/Unsplash)

Quereinsteiger versus Seiteneinsteiger: Was ist der Unterschied?

Auch wenn an manchen Stellen die Bezeichnungen synonym verwendet werden, gibt es – je nach Bundesland – Unterschiede zwischen Quereinsteigern und Seiteneinsteigern. Der verbreitete Begriff „Quereinstieg“ beschreibt die Möglichkeit, über das Referendariat (einen „Vorbereitungsdienst“, den alle Lehramtsstudenten durchlaufen) in die Lehrerausbildung einzusteigen und am Ende sogar das zweite Staatsexamen abzuschließen. Die Voraussetzung: Du brauchst ein abgeschlossenes Studium in unterrichtsrelevanten Fächern. Inzwischen gibt es je nach Bundesland spezielle Betreuungen, Seminare und Patenprogramme, die dich während deines Referendariats begleiten.

Als Seiteneinsteiger/-in hingegen wirst du meistens ins kalte Wasser geworfen: Statt des Referendariats, wirst du direkt als Lehrkraft in den Schulalltag eingeführt. Dieses „Learning by doing“ wird begleitet von Seminaren, in denen dir Grundlagen der Pädagogik und Didaktik vermittelt werden.

Während Quereinsteiger/-innen auf der gleichen Gehaltsstufe wie ihre Lehramtskolleginnen und -kollegen stehen und auch Chancen auf eine Verbeamtung haben, verdienen Seiteneinsteiger meistens weniger.

ACHTUNG: Manchmal ist mit den Begriffen Quer- und Seiteneinsteiger dasselbe gemeint. Zudem gibt es für die Variante „Lehramt ohne Referendariat“ andere Bezeichnungen. In Berlin werden diese Lehrer zum Beispiel „LovLs“ genannt (Lehrer ohne volle Lehrbefähigung).

Die Zugangsvoraussetzungen für den Lehrer-Quereinstieg je nach Bundesland

Die Lehrerausbildung ist in ganz Deutschland ein zeitintensives Studium, bei dem neben den fachlichen Kompetenzen auch pädagogische und didaktische Fähigkeiten gefragt sind. Wer sich erst später dafür entscheidet, in den Lehrerberuf einzusteigen, für den ist die Form des Quereinstiegs eine gute Möglichkeit.

Als Voraussetzung für den späteren Einstieg in den Lehrerberuf gelten berufliche bzw. akademische Qualifikationen. Grundsätzlich gilt: Wenn du einen akademischen Abschluss (Diplom oder Masterabschluss) in einem oder zwei unterrichtsrelevanten Fächern vorweisen kannst, in dem ein Lehrermangel herrscht, hast du gute Chancen.

Bildung ist in Deutschland Ländersache. Das bedeutet nicht nur, dass sich Schulformen und Unterrichtsinhalte je nach Bundesland unterscheiden, sondern auch verschiedene Anforderungen an die Lehrkräfte gestellt werden. Hier stellen wir dir die Anforderungen je nach Bundesland auf einen Blick vor.

Quereinstieg als Lehrer/-in in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg werden aktuell vor allem Lehrer für Berufsschulen gesucht. Erfüllst du folgende Voraussetzungen, kannst du dich für den „Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst 2020“ bewerben:

  1. Universitäres Diplom oder konsekutiver Masterabschluss in einem Fach, für das Lehrkräfte gesucht werden. Die Abschlussnote sollte mindestens 2,5 betragen
  2. Berufliche Praxiserfahrung mit Fachrelevanz (meist mindestens 52 Wochen)

Fächer mit dem entsprechenden Bedarf sind zum Beispiel Biotechnologie, Mathematik, Medizin oder Sozialpädagogik. Für weitere Informationen und Details zu den Zulassungsvoraussetzungen kannst du dir die offizielle tabellarische Übersicht des Landes Baden-Württemberg anschauen.

Außerdem werden Quereinsteiger/-innen für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Physik und Informatik gesucht. Weitere Informationen dazu findest du hier.

Quereinstieg in Bayern

Wie sind die Voraussetzungen in Bayern für den Quereinstieg ins Lehramt?
Doch lieber Lehrer/-in werden in München? Unter bestimmten Vorrausetzungen ist das über den Quereinstieg möglich! (Foto von Philipp Bachhuber//Unsplash)

Verglichen mit anderen Bundesländern ist der Quereinstieg als Lehrerin oder Lehrer an den bayerischen Schulen komplizierter. Der Lehrermangel scheint in dem Freistaat nicht so akut wie in anderen Bundesländern. Bedarf gibt es aktuell für Lehrkräfte an beruflichen Schulen.

So werden Bewerberinnen und Bewerber gesucht, die entweder ein Diplom oder einen Masterabschluss in folgenden Fachrichtungen haben: Elektro- und Informationstechnik, Agrarwirtschaft, Druck- und Medientechnik oder Bautechnik.

Besonders hohe Chancen hast du, wenn dein Studienabschluss noch nicht zu lange zurückliegt und du gute, beziehungsweise sehr gute Abschlussnoten vorweisen kannst. Genau wie in Baden-Württemberg sind außerdem einschlägige Berufserfahrungen eine Zulassungsvoraussetzung.

Wer sich erfolgreich bewirbt, wird zu dem zweijährigen Vorbereitungsdienst zugelassen, der die Lehrkräfte auf den Schulalltag vorbereitet.

Quereinstieg in Berlin

In der Hauptstadt werden an fast allen Schulformen Lehrkräfte gesucht. Wer also ein unterrichtsrelevantes Fach als Hauptfach studiert hat und ein weiteres Nebenfach vorweisen kann, sollte sich direkt bei der „Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie“ bewerben.

Gesucht werden Lehrerinnen und Lehrer zum Beispiel für die Schulfächer Mathematik, Sport, Kunst und Sonderpädagogische Fachrichtungen, an Grundschulen auch die Fächer Englisch und Deutsch.

Die Zugangsvoraussetzungen für Grundschule und Oberschulen unterscheiden sich vom Umfang der erbrachten Leistungen während des Studiums:

  1. Für das Lehramt an Oberschulen und Berufsschulen sollte das Hauptfach einen Umfang von 90 Leistungspunkten, beziehungsweise 60 Semesterwochenstunden betragen haben. Bei dem Studium des Nebenfachs müssen mindestens 40 Semesterstunden oder 60 Leistungspunkte vorgewiesen werden können.
  2. Für das Lehramt an Grundschulen werden für das Hauptfach 40 Semesterwochenstunden oder 60 Leistungspunkte gefordert. Das Nebenfach sollte mindestens einen Umfang von 30 Semesterwochenstunden, beziehungsweise 45 Leistungspunkten betragen.

Erfüllst du diese Voraussetzungen, kannst du für den Vorbereitungsdienst zugelassen werden. Für diejenigen, die nicht im ausreichenden Umfang ein Nebenfach studiert haben, gibt es die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Studiums.

Lehrer-Mangel in Berlin – das ist deine Chance, doch noch Lehrer zu werden!
Dicker Lehrermangel an der Spree. An Berlins Schulen werden immer mehr Quereinsteiger eingestellt. (Foto von Anthony Reungère/Unsplash)

Quereinstieg in Brandenburg

Auch das Land Brandenburg hat akuten Lehrer-Mangel. So wird an Grund- und Oberschulen, sowie den Oberstufenzentren und im Bereich der Sonderpädagogik Personal gesucht. Vor allem Fächer wie Mathematik, Chemie und Kunst sind chronisch unterbesetzt.

Ähnlich wie in Berlin sind die optimalen Voraussetzungen für einen Quereinstieg ein abgeschlossenes Masterstudium mit einem Erst- und einem Zweitfach. Möchtest du zum Beispiel an der Sekundarstufe I unterrichten, solltest du im Hauptfach 54 Leistungspunkte (beziehungsweise 36 Semesterwochenstunden) und im Nebenfach 36 Leistungspunkte (oder 24 Semesterwochenstunden) mitbringen.

Erfolgreiche Bewerberinnen und Bewerber durchlaufen außerdem den dreimonatigen Kompaktkurs „Pädagogische Grundqualifizierung“ vor Beginn des Vorbereitungsdiensts. Weitere Informationen zu den Zulassungsvoraussetzungen erfährst du auf der Seite des „Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (MBJS)“.

Wer nicht zwei Fächer studiert hat, kann dies im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums nachholen. Das Weiterbildungsprogramm „WiB e.V.“ der Universität Potsdam bietet dazu verschiedene Studiengänge an.

Quereinstieg in Bremen

Der „Senat für Kinder und Bildung“ in Bremen teilt die verschiedenen Arten des Quereinstiegs in folgende Kategorien auf: Seiteneinstieg A, Seiteneinstieg B und Seiteneinstieg U.

  1. Seiteneinstieg A

Auch in der Hansestadt kann dein abgeschlossenes Studium dem 1. Staatsexamen für das Lehramt gleichgestellt werden – vorausgesetzt, du hast ein unterrichtsrelevantes Fach studiert, für das Lehrkräfte gesucht werden.

Wer darüber hinaus ausreichend Leistungen in einem Nebenfach erzielt hat, kann zum Vorbereitungsdienst an den Schulen zugelassen werden. Das fehlende pädagogische und didaktische Know-how wird während dieser Ausbildungsphase durch Zusatzseminare nachgeholt.

In Bremen werden momentan (Stand: April 2019) Lehrkräfte an Grundschulen und berufsbildenden Schulen gesucht, sowie für sonderpädagogische Fachrichtungen an der Sekundarstufe I. Als Mangelfächer gelten zum Beispiel: Sport, Bautechnik, Sozialpädagogik und „Emotionale und soziale Entwicklung“.

Den Gleichstellungsantrag deines Abschlusses – und somit deiner Zulassung für den Vorbereitungsdienst – stellst du bei dem „Landesinstitut für Schule (LIS)“.

Der Quereinstieg ins Lehramt – für all diejenigen, die sich später entscheiden, Lehrer zu werden.
Wichtigste Voraussetzung beim Quereinstieg ins Lehramt: Ein Masterabschluss in einem unterrichtsrelevanten Bedarfsfach. (Foto von Jerry Wang/ Unsplash)
  1. Seiteneinstieg B

Wer zwei Fächer studiert hat, aber lieber direkt unterrichten möchte, kann auch eine berufsbegleitende Ausbildung machen. Dafür bewirbst du dich direkt an den jeweiligen Schulen. Dort wirst du als „Lehrkraft in Ausbildung“ angestellt. Nach zwei Jahren und der erfolgreich abgeschlossenen Prüfung hast du einen Abschluss in der Tasche, der dem zweiten Staatsexamen gleichgestellt ist.

  1. Seiteneinstieg U

Auch mit einem Mono-Abschluss (Master/ Magister/ Diplom) kannst du als Quereinsteiger an den Bremer Schulen unterrichten – wenn es dazu die entsprechenden Stellenausschreibungen gibt. Auf diesem Weg werden zum Beispiel Vertretungskräfte gesucht.

Quereinstieg in Hamburg

Für die Bewerbung um die Zulassung zum Vorbereitungsdienst an den Hamburger Schulen müssen sich Quereinsteiger/-innen in spe warm anziehen. Da es aktuell kaum Lehrermangel in der Hansestadt gibt, sind auch die Zulassungsbedingungen für den Seiteneinstieg streng. Engpässe werden in Hamburg bevorzugt durch gesondert vergütete Vertretungstätigkeiten von Referendaren ausgeglichen.

Neben den akademischen Anforderungen – ähnlich wie in Berlin oder Brandenburg – werden einschlägige Berufserfahrungen von den Bewerberinnen und Bewerbern erwartet, sowie erste vorzuweisende Lehraufträge.

Aktuell werden vereinzelt Lehrkräfte an der Oberstufe in den sogenannten MINT-Fächern gesucht – also für Mathematik, Informatik, in den Naturwissenschaften und Technik. Vermehrt suchen auch die Hamburger Sonderschulen nach Quereinsteigern. Wenn du zum Beispiel Sonderpädagogik oder Gebärdendolmetschen studiert hast, kannst du dir bei der „Behörde für Schule und Berufsbildung“ weitere Details zum Bewerbungsverfahren einholen.

Quereinstieg in Hessen

In Hessen werden Quereinsteiger für den Vorbereitungsdienst an Haupt- und Realschulen, sowie dem Gymnasium und an beruflichen Schulen eingestellt. Voraussetzungen sind ein Masterabschluss in einem unterrichtsrelevanten Fach und einem weiteren Nebenfach. Gesucht werden Lehrkräfte für folgende Bedarfsfächer:

  1. Haupt- und Realschulen: Physik, Chemie, Kunst, Musik
  2. Gymnasium: Physik, Informatik, Kunst
  3. Berufliche Schulen: Metalltechnik, Gesundheit, Sozialwesen (u.a.)

Wenn die akademische Eignung festgestellt wurde, werden die Bewerberinnen und Bewerber zu einer Prüfung eingeladen. Erst wenn diese bestanden ist, wird ein Quereinsteiger zum Referendariat zugelassen. Termine und Fristen erfahrt ihr auf der Webseite der Hessischen Lehrkräfteakademie.

Die MINT-Fächer sind besonders betroffen vom Lehrermangel in Deutschland.
Du hast Physik studiert? Dann ist das deine Chance, Lehrer zu werden! Denn vor allem Naturwissenschaftler und Mathematiker sind heiß begehrt an Deutschlands Schulen! (Foto von Jesschoots.com/ Unsplash)

Quereinstieg in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwei Möglichkeiten für dich, auf den Zug aufzuspringen und doch noch Lehrer zu werden.

  1. Quereinstieg

Der „klassische“ Quereinstieg über den schulischen Vorbereitungsdienst ist momentan nur an beruflichen Schulen möglich. Voraussetzung ist ein Hochschulabschluss (Master oder Diplom) in einem schulischen Bedarfsfach, sowie einem weiteren Nebenfach, das ebenfalls unterrichtet werden kann. Bewerberinnen und Bewerber mit einem Fachhochschulabschluss werden ebenfalls für den Vorbereitungsdienst zugelassen, wenn sie mindestens drei Jahre Unterrichtspraxis nachweisen können.

  1. Seiteneinstieg

Die Variante des Seiteneinstiegs eröffnet Interessierten die Möglichkeit, direkt in den Schulalltag einzusteigen, auch wenn sie die Voraussetzungen für den „Quereinstieg“ nicht erfüllen. Es genügen der universitäre Abschluss in einem unterrichtsrelevantem Fach oder eine Berufsausbildung mit einschlägiger Erfahrung.

Nach erfolgreicher Bewerbung, die direkt über die einzelnen Schulen erfolgt, wirst du zunächst befristet für die Dauer von einem Jahr eingestellt. In diesem Zeitraum durchläufst du die berufsbegleitende Maßnahme „IQ M-V“ („grundlegende pädagogische Qualifizierung“). Ist diese bestanden und wird die Beschäftigung verlängert, wartet die dreijährige Weiterbildung „Modularisierte Qualifizierungsreihe“ auf dich. Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung besteht auch die Möglichkeit der Verbeamtung.

Quereinstieg in Niedersachsen

Ähnlich wie in Mecklenburg-Vorpommern, bietet das Land Niedersachsen interessierten Bewerber/-innen zwei Möglichkeiten des Quereinstiegs.

Die bevorzugte Form des Einstiegs in den Vorbereitungsdienst steht denen offen, die einen universitären Masterabschluss in einem unterrichtsrelevanten Fach nachweisen können. Darüber hinaus sollte ein Nebenfach studiert worden sein, aus dem sich ein weiteres Unterrichtsfach ableiten lässt. Für den Quereinstieg an Berufsschulen musst du außerdem einschlägige Berufserfahrung vorlegen.

Gesucht werden Lehrkräfte in Niedersachsen überall: An Grundschulen, Berufsschulen, Gymnasien, Real- und Hauptschulen und auch im Bereich der Sonderpädagogik.

Kann ich als Quereinsteiger auch an Grundschulen unterrichten?
Du möchtest Grundschullehrer/-in werden, hast aber etwas ganz Anderes studiert? Über den Quereinstieg kannst du es in vielen Bundesländern doch noch ans Lehrerpult schaffen. (Foto von Ben White/ Unsplash)

Doch auch ohne den Vorbereitungsdienst kannst du an den niedersächsischen Schulen unterrichten. Voraussetzung dafür ist der Masterabschluss in nur einem unterrichtsrelevanten Fach. Während der befristeten Beschäftigung an der Schule nimmst du an berufsbegleitenden Qualifizierungsmaßnahmen teil. Die Bewerbung erfolgt über ein Online-Verfahren der Niedersächsischen Landschulbehörde.

Auch Vertretungskräfte werden händeringend gesucht. Hier reicht oft schon ein Bachelorabschluss in einem unterrichtsrelevanten Fach aus.

Quereinstieg in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen hast du gleich verschiedene Möglichkeiten, Lehrer zu werden. Dass es dir hier einfacher gemacht wird, als in anderen Bundesländern, hängt sicherlich mit dem hohen Lehrkräftemangel zusammen. So werden Quereinsteiger für jede Schulform in fast allen Fächern gesucht. Auf dem „Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen“ kannst du dir die verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten in den Lehrerberuf anschauen.

Neben dem „klassischen“ Quereinstieg über das Lehrerreferendariat („Berufsbegleitender Vorbereitungsdienst OBAS“), kannst du dich als „Lehrkraft ohne Lehramtsbefähigung“ auf offene Stellen an den nordrhein-westfälischen Grundschulen bewerben. Folgende Fächer werden aktuell gesucht: Englisch, Musik, Kunst und Sport.

Der Quereinstieg in das Lehramt an Berufsschulen ist unter anderem durch ein duales Masterstudium möglich, das im regulären Vorbereitungsdienst für Lehrkräfte endet. Solch einen Abschluss kannst du zum Beispiel an den Universitäten in Wuppertal, Aachen oder Siegen machen.

Quereinstieg in Rheinland-Pfalz

Ähnlich wie in Niedersachsen, stehen Quereinsteigern in Rheinland-Pfalz zwei Wege offen, die sie in den Lehrerberuf führen können.

  1. Quereinstieg in den Vorbereitungsdienst

Wer seinen Masterabschluss dem ersten Staatsexamen gleichsetzen und direkt in den Vorbereitungsdienst einsteigen möchte, der kann sich jeweils zum 1. Oktober und 1. April auf der Internetseite der „Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion“ bewerben. Als Entscheidungshilfe für die Unentschlossenen besteht die Möglichkeit, vorher an Schulen zu hospitieren.

  1. Seiteneinstieg in den Schuldienst

Wer einen Masterabschluss in einem schulischen Bedarfsfach erlangt hat und weitere Leistungen in einem zweiten Lehramtsfach vorweisen kann, hat schon mal die formellen Voraussetzungen für den Seiteneinstieg erfüllt.

In einem Bewerbungsgespräch werden dann deine persönliche Motivation und pädagogische Vorkenntnisse erfragt. Es ist ratsam, sich in der Vorbereitung mit Fragen wie „Was sind Merkmale eines guten Unterrichts?“ oder „Wie gehe ich mit Konflikten im Schulalltag um?“ auseinanderzusetzen.

Wer als Seiteneinsteiger unterrichtet, durchläuft parallel die sogenannte „Pädagogische Zusatzausbildung“, die 24 Monate dauert. Nach bestandenen Prüfungen sind sie den Lehrkräften mit zweitem Staatsexamen gleichgestellt.

Nicht nur das fachliche Wissen ist entscheidend für den Lehrerberuf – deshalb werden Quereinsteiger im Fach „Pädagogik“ weitergebildet.
Als Quereinsteiger/-in hast du in vielen Bundesländern die Möglichkeit, dich in Themen wie der Pädagogik oder der Didaktik weiterzubilden (Foto von Nicole Honeywill/ Unsplash)

Quereinstieg in Saarland

Im Saarland herrscht im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern kaum Lehrermangel. An allgemeinbildenden Schulen und Grundschulen ist der Bedarf gedeckt – und somit hat man als potentielle/-r Seiteneinsteiger/-in aktuell keine Chancen, ohne Lehramtsstudium in diesen Beruf zu wechseln.

Nur an Beruflichen Schulen werden Lehrkräfte gesucht. Das „Ministerium für Bildung und Kultur“ veröffentlicht auf dem Stellenportal „Interamt“ regelmäßig offene Stellen, auf die sich auch Interessierte ohne Lehrerausbildung bewerben können.

Quereinstieg in Sachsen

In Sachsen kommt der Werdegang eines Quereinsteigers ganz auf die individuellen Vorqualifikationen an. Generell ist in diesem Bundesland der Seiteneinstieg über den direkten Weg an der Schule einfacher, als der über den Quereinstieg in den 18-monatigen Vorbereitungsdienst. Für Letzteres kann sich nur bewerben, wer einen Masterabschluss in bestimmten Fächerkombinationen vorweisen kann. Weitere Informationen dazu erhältst du in diesem Merkblatt.

Wer den direkten Weg in den Schuldienst wählt, kann fehlende Qualifikationen berufsbegleitend nachholen. Hast du zum Beispiel Mathematik studiert und möchtest an der Mittelschule Lehrer werden, so durchläufst du – nach erfolgreicher Anstellung an einer Schule – eine „schulpraktische Ausbildung“. Gleichzeitig studierst du noch berufsbegleitend ein weiteres Unterrichtsfach.

Sogar wenn deine wissenschaftlichen Qualifikationen für kein unterrichtsrelevantes Fach ausreichen, gibt es die Möglichkeit, diese während der Anstellung an der Schule nachzuholen.

Quereinstieg in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt kann man sich als Quereinsteiger/-in auf viele offene Ausschreibungen des Stellenmarktes „matromixmatch“ bewerben. Stehen nicht genügend ausgebildete Lehrkräfte für die jeweilige Stelle zur Verfügung, werden Seiteneinsteiger/-innen angestellt.

Ob dieses Anstellungsverhältnis dann befristet oder unbefristet ist, hängt ganz von deinen Qualifikationen ab. Diese werden, laut dem Landesschulamt Sachsen-Anhalt, im Einzelfall geprüft. Bei Abschluss eines Vertrages verpflichtest du dich, fehlende pädagogische Qualifikationen nachzuholen. Dafür werden Fortbildungen angeboten.

Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger an allgemeinbildenden Schulen gibt es zum Beispiel einen sogenannten vorgeschalteten Einführungskurs, der, wie der Name schon sagt, vor Unterrichtsbeginn stattfindet. Auch die „ESF-Maßnahme“ soll dabei helfen, die Seiteneinsteiger/-innen in Pädagogik, Didaktik und Co. fit zu machen.

Außerdem wird Mut gemacht, sich als Vertretungskraft auf eine befristete Stelle zu bewerben. Stellenanzeigen dazu findest du hier.

Quereinstieg in Schleswig-Holstein

Der klassische Seiteneinstieg in den Vorbereitungsdienst an allen Schulformen ist auch in Schleswig-Holstein an die Bedingung gekoppelt, dass du einen Masterabschluss in der Tasche hast – und zwar in einem der Bedarfsfächer. Außerdem musst du eine mehrjährige, praktische Berufserfahrung nachweisen können.

Wenn eine Schule zweimal vergeblich eine vakante Lehrstelle ausgeschrieben hat, wird das Bewerbungsverfahren auch für Seiteneinsteiger/-innen geöffnet. Die Einstellung erfolgt zunächst befristet auf zwei Jahre. In dieser Zeit durchläufst du eine Qualifizierungsmaßnahme, die je nach Schulform anders aussieht. Am Ende dieser Ausbildungsphase steht immer einer Prüfung – wer diese besteht, hat Chancen auf eine unbefristete Einstellung und eine Verbeamtung.

Folge deiner Leidenschaft und wage den Quereinstieg in den Lehrerberuf.
Hast du deine Leidenschaft für den Lehrerberuf erst später entdeckt, ist es noch nicht zu spät! Über den Quereinstieg kannst du den Beruf wechseln. (Foto von Ian Schneider/ Unsplash)

Außerdem hat das „Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur“ zwei weitere Möglichkeiten des Seiteneinstiegs festgelegt: die des Quer- und des Direkteinstiegs.

Bei der ersten Variante ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, den Vorbereitungsdienst auf 18 Monate zu verkürzen – allerdings nur für das Lehramt an Berufs-, Grund- und Gemeinschaftsschulen, sowie Förderzentren.

Der Direkteinstieg ist nur an berufsbildenden Schulen möglich. Er richtet sich an Fachkräfte, die gerne ihr praktisches Wissen und Erfahrungen weitergeben möchten. Dafür durchläufst du eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung, an deren Ende eine unbefristete Anstellung oder eine Verbeamtung als Belohnung auf dich warten können.

Quereinstieg in Thüringen

Ob am Gymnasium, der Grundschule oder als Lehrkraft für Förderpädagogik – auch in Thüringen werden Lehrkräfte gesucht! Die Gelegenheit für alle, die ihren Beruf wechseln möchten und mal Lust auf etwas anderes haben. Um als Quereinsteiger in Thüringen arbeiten zu können, kannst du nur den Weg über den Schul-Vorbereitungsdienst wählen:

Wenn Lehramtsstudenten mit ihrem Studium fertig sind, haben sie das 1. Staatsexamen erworben. Danach folgt der Vorbereitungsdienst an den Schulen. Wenn du einen Masterabschluss in einem oder zwei Bedarfsfächern nachweisen kannst, hast du die Chance, dir deinen Abschluss als Erstes. Staatsexamen anrechnen zu lassen. So kannst du direkt für den Vorbereitungsdienst zugelassen werden. Bevor du an dem Online-Bewerbungsverfahren teilnehmen kannst, musst du allerdings einen Antrag auf die Anerkennung deines Masters stellen.

TIPP: Wer gerne über den Quereinstieg ans Lehrerpult wechseln möchte, hat vor allem in Bundesländern mit akutem Lehrerkräftemangel gute Chancen! Probiere es deshalb zum Beispiel in Berlin, Nordrhein-Westfalen oder Mecklenburg-Vorpommern aus.

Artikelbild von Jerry Wang

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