Deine beruflichen Kompetenzen verdienen ein Update.

Hufschmied, Korbmacher oder Schuster – als die Industrialisierung vor rund 150 Jahren das Leben und Arbeiten der Menschen veränderte, verschwanden auch viele bis dahin sicher geglaubte Berufe. Damals traf es vor allem das Handwerk. Heute stehen wir vor einer neuen beruflichen Revolution, gegen die die Industrialisierung wie ein Sandkastenspiel aussieht. Durch die Digitalisierung werden Millionen Jobs wegfallen und ganze Branchen verschwinden. Unser Arbeitsalltag wird sich immer schneller verändern. Die gute Nachricht: Wir stehen dieser Entwicklung nicht hilflos gegenüber. Im Gegenteil: Wer sich jetzt beruflich weiterbildet, wird auch in der neuen Arbeitswelt vorankommen und seinen Weg gehen. Eine Möglichkeit dies zu tun, ist das Qualifizierungschancengesetz. Was es damit genau auf sich hat, erfährst du jetzt.


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Welche Berufe werden durch die Digitalisierung gefährdet?

Die Digitalisierung macht vor keiner Branche und keinem Wirtschaftszweig halt. Und das ist auch gut so. Schließlich haben digitale Prozesse viele Vorteile. Sie vereinfachen unseren Arbeitsalltag, sparen Zeit und machen es uns leicht, Wissen zu teilen. Dennoch gibt es einige Branchen, die besonders von der Digitalisierung betroffen sind. Wer in einem dieser Wirtschaftszweige arbeitet, sollte daher unbedingt über eine Fort- oder Weiterbildung nachdenken. Hier nur eine kleine Auswahl von Berufen, die durch die Digitalisierung nachhaltig verändert werden:

  • Bank- und Versicherungskaufleute
  • Buchhalter/-innen
  • Steuerberater/-innen
  • Sachbearbeiter/-innen bei Krankenkassen
  • Bürofachkräfte und Sekretär/-innen
  • Fotograf/-innen
  • Ingenieur/-innen
  • Fahrschullehrer/-innen
  • Lastkraftwagenfahrer/-innen
  • Technische Zeichner/-innen
  • Werbefachleute

Wie bereits angedeutet, ist dies nur eine Auswahl. Außerdem entstehen durch die Digitalisierung neue Berufsbilder, für die händeringend qualifizierte Fachkräfte gesucht werden. Das Qualifizierungschancengesetz soll also auch den Fachkräftemangel lindern.

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Das Qualifizierungschancengesetz ist seit dem 01. Januar 2019 in Kraft. Ziel der Bundesregierung ist es, schon heute die Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen zu fördern. Das Gesetz richtet sich an Unternehmen, die ihre Mitarbeiter/-innen weiterbilden möchten, und kommt so auch dir als Arbeitnehmer/-in zu Gute. In der Praxis funktioniert das so: Dein(e) Arbeitgeber/-in beantragt über das Gesetz Fördermittel, die er in deine Weiterbildung investiert. Gemeinsam sucht ihr die passende Fort- oder Weiterbildung aus und wenn diese genehmigt wird, kannst du durchstarten. So wirst du fit für den veränderten Arbeitsmarkt der Zukunft. Offiziell heißt das Qualifizierungschancengesetz übrigens „Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung.“

An wen richtet sich das Qualifizierungschancengesetz?

Natürlich möchte die Bundesregierung vermeiden, dass nun jedes Unternehmen in den Fördertopf greift und nach eigenem Ermessen Weiterbildungen durchführt. Deshalb gibt es einige Kriterien, die erfüllt sein müssen.

Qualifizierungschancengesetz: Mach eine Weiterbildung und verpasse nicht den Anschluss!
Qualifizierungschancengesetz: Erkenne deine Chance und qualifiziere dich rechtzeitig in Sachen Digitalisierung! (Quelle: Unsplash/Austin Chan)

Zukunftsorientiert
Die gewünschte Weiterbildung muss Kenntnisse vermitteln, die auch langfristig gefragt sind und dich als Arbeitnehmer/-in auf ein Arbeiten in der digitalen Welt vorbereiten.

Berufserfahrung
Du hast deine Ausbildung innerhalb der vergangenen vier Jahre abgeschlossen? Dann gehörst du leider nicht zur Zielgruppe des Qualifizierungschancengesetzes. Der Grund: Die Bundesregierung geht davon aus, dass du im Verlauf deiner Ausbildung aktuelle Kompetenzen vermittelt bekommen hast und dein Wissensstand seither nicht veraltet oder überholt ist.

Verhältnismäßigkeit
Weiterbildungen sind äußerst sinnvoll. Sie sollten aber nicht inflationär durchgeführt werden. Falls deine letzte Fort- oder Weiterbildung als Beschäftigter (Förderung nach § 82 SGB III ) also erst vier Jahre her ist, hast du keinen Anspruch auf eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz. Solltest Du deine letzte Fort- oder Weiterbildung als Arbeitsuchender gemacht haben, gilt diese Einschränkung übrigens nicht – ebensowenig, wenn Du in Kurzarbeit bist und die Zeit nutzen willst, um an einer Weiterbildung teilzunehmen.

Externe Durchführung
Interne Weiterbildungen sind beliebt, werden aber nicht durch das Qualifizierungschancengesetz gefördert. Dein(e) Arbeitgeber/-in kann aber einen externen Dienstleister beauftragen, der die Weiterbildung Inhouse – also in deinem Unternehmen – durchführt. Der Bildungsträger muss dafür AZAV zertifiziert sein, so wie beispielsweise WBS TRAINING.

Dauer
Crashkurs unerwünscht: Damit deine Weiterbildung einen nachhaltigen Effekt hat, muss sie eine Dauer von mindestens 121 Stunden haben.

Richtet sich das Qualifizierungschancengesetz auch an Selbstständige?

Nein. Existenzgründer/-innen und Selbstständige bilden sich im Idealfall natürlich ebenfalls regelmäßig weiter, müssen dies aber aus eigener Tasche bezahlen oder eine andere Förderung in Anspruch nehmen. Freiberufler/-innen können keine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz beantragen. Es gibt eine Ausnahme: Wenn du dich als Inhaber (z.B. einer GmbH) selber als Geschäftsführer anstellst und auch Sozialversicherungsbeiträge zahlst, steht dir auch die Förderung zu wie jedem/ jeder anderen Beschäftigten.

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Dank Qualifizierungsoffensive: Geförderte Weiterbildungen bei WBS TRAINING – auch in Teilzeit möglich! (Quelle: Unsplash/Austin Distel)

Wie hoch sind die Zuschüsse über das Qualifizierungschancengesetz?

Klar – dass deine Weiterbildung bezuschusst wird, freut vor allem dein(e) Chef(in). Allerdings hast du damit auch ein gutes Argument zur Hand, falls du dein Unternehmen erst von einer Weiterbildung zu überzeugen hast. Grundsätzlich muss dein(e) Arbeitgeber/-in immer selbst einen Teil der Kosten tragen. Es gibt allerdings Ausnahmen. Hier ein Überblick über die verschiedenen Zuschüsse:

Zuschüsse zum Gehalt

  • bis zu 25 Prozent für Unternehmen ab 250 Arbeitnehmer/-innen
  • bis zu 50 Prozent für kleine und mittelständische Betriebe
  • bis zu 75 Prozent für Kleinstunternehmen
  • bis zu 100 Prozent bei fehlendem Berufsabschluss und berufsabschlussbezogenen Weiterbildungen

Zuschüsse zu den Weiterbildungskosten

  • bis zu 100 Prozent bei Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten
  • bis zu 50 Prozent bei kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeiter/-innen
  • bis zu 25 Prozent bei größeren Betrieben ab 250 Beschäftigten
  • bis zu 15 Prozent bei Konzernen ab 2.500 Beschäftigten
  • bei älteren Beschäftigten ab dem 45. Lebensjahr oder Beschäftigten mit einer Schwerbehinderung kann die Förderung kleiner und mittelständischer Betriebe bis zu 100 Prozent betragen.

Du siehst: Die Förderung durch das Qualifizierungschancengesetz ist für Unternehmen jeder Größe und Branche interessant. Sicher auch für deine(n) Arbeitgeber/-in. Schließlich sind qualifizierte Mitarbeiter/-innen das größte Kapital eines jeden Unternehmens.
*Ergänzung: Für alle Zuschüsse (außer 100 % für Weiterbildungskosten bei weniger als 10 Beschäftigten) kann die Weiterbildungsförderung um + 5 Prozentpunkte bei Vorliegen von Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen mit Qualifizierungselementen und um + 10 Prozentpunkte bei qualifikatorischem Anpassungsbedarf von mindestens einem Fünftel (im KMU von mindestens einem Zehntel) der Belegschaft erhöht werden.

Qualifizierungschancengesetz: Mache dich fit für digitalen Wandel.

Die Digitalisierung ist kein kurzfristiger Trend. Sie hat bereits jetzt die Wirtschaft verändert und wird unser Leben und Arbeiten noch stärker als bisher revolutionieren. Profitieren werden all jene, die die Digitalisierung als Chance begreifen und sich entsprechend auf dem Laufenden halten. Mit dem Qualifizierungschancengesetz kannst du deine(n) Arbeitgeber/-in davon überzeugen, deine Weiterbildung zu fördern. Die Bezuschussung ist schließlich für jedes Unternehmen attraktiv, das im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte einen echten Vorsprung gewinnen möchte. Warte nicht auf die Zukunft. Gestalte deine Zukunft selbst!


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Titelbild von Phil Goodwin/Unsplash

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