Hallo Wut: Playlist zum Abreagieren.

Bahn zur Arbeit verpasst, mit Kaffeefleck auf der Hose im Büro angekommen – und dann kritisiert der Chef auch noch die Präsentation, für die man so viele Überstunden investiert hat? Manchmal gibt es so Tage. Fehlt nur noch, dass ein Kollege etwas taktloses sagt, das eigene Mittagessen aus dem Kühlschrank verschwunden ist und schon ist man kurz vorm Platzen. Um sich vor lauter Ungerechtigkeit Luft zu machen, kommen hier die besten Wut-Songs: zum Aufdrehen, Abreagieren und Abgehen, wenn kurz keiner im Büro hinguckt. Ready, Steady, Go!

Azelia Banks – 212.

Die US-amerikanische Rapperin und Sängerin Azealia Amanda Banks war nach der Veröffentlichung ihrer Single „212“ die vielversprechendste Newcomerin im Rap-Business. Doch statt ihrer Wut weiterhin musikalisch Ausdruck zu verleihen, wetterte sie in der Vergangenheit auf ihrem Twitter-Account lieber gegen Musiker-Kollegen wie Lily Allen, Pharrel oder Lady Gaga. Von dieser Bissigkeit könnte man sich in manchen Situationen ruhig eine Scheibe abschneiden – denn so viel Drama will gelernt sein. Also: Beim nächsten provozierenden Kommentar auf Arbeit einfach mal Zähne zeigen!

Peaches – Fuck the pain away.

Die gebürtige Kanadierin und Feministin Merril Nisker, alias Peaches, wurde 2000 mit diesem Song auf ihrem ersten Album „Teaches of Peaches“ mit einem Schlag berühmt. Ihr Mix aus Techno, Hiphop und Punk will vor allem eines: gegen konforme Geschlechterklischees vorgehen. Wer richtig, richtig wütend ist, dem sei ebenfalls der Song „Free Drink Ticket“ empfohlen. Bei so viel entladener Energie im Büro kommt einem bestimmt keiner mehr zu nahe.

Icona Pop feat. Charli XCX – I love it.

Liebeskummer oder Lust, der Zerstörungswut freien Lauf zu lassen? Dieses Lied hilft immer. Gedankenspiele wie Dinge (z. B. den Arbeitscomputer) die Treppe runterzuschmeißen oder Autos in Flammen aufgehen zu sehen, helfen, sich selbst Luft zu machen und auch noch gute Laune dabei zu bekommen. Oder wie Pop und XCX singen: “I don’t care, I love it. I don’t care.”

Le Tigre – Deceptacon.

Seit 1998 machen die drei Powerfrauen in der feministischen Electropunk-Band Le Tigre viel Lärm mit queeren und politischen Texten und lassen am liebsten die Bombe platzen. Wenn Wut mit dieser Energie von Le Tigre zusammenkommt, könnte es sein, dass am Ende das ganze Büro gemeinsam tanzt.

Die Fantastischen Vier – Genug ist genug.

Moment, sind DAS wirklich Fanta Vier? Von wegen mit freundlichen Grüßen, hier wird hart abgerechnet, denn genug ist genug.

Kurze Entspannung vor lauter Wut gefällig? Für die Pause mit hochgelagerten Füßen gehts hier zu unserer Entspannung-Playlist.

Beastie Boys – Sabotage.

Beastie Boys begannen als Punkrock-Band namens „The Young Aborigines“, als Punkrock noch wirklich subversiv war. Nach und nach haben sich die drei Jungs aus New York immer mehr dem Hiphop angenähert und damit Musikgeschichte geschrieben: Laut und wütend überschritten sie beispielsweise mit ihrer Single Sabotage aus dem Jahre 1994 musikalische Genre-Grenzen und machten ihrem Unmut lautstark Luft. Für jeden, der sich irgendwie vom Rest der Welt – oder der Kaffeemaschine – sabotiert fühlt: Kopfhörer auf und los geht’s!

Deap Vally – End of the World.

Rotzig, frech und laut: Die beiden Musikerinnen aus San Fernando Valley (Kalifornien) – oder “from out of space”, wie sie selbst sagen würden – hauen ihr Publikum musikalisch regelmäßig und im wahrsten Sinne des Wortes um. Fun Fact: Ob gegen die Wut oder als Ausgleich zum kraftvollen Sound haben Lindsey Troy (Gitarre, Gesang) und Julie Edwards (Schlagzeug, Gesang) das Stricken für sich entdeckt. Ihre handgemachten Deap-Vally-Mützen haben daher schon Kultstatus unter ihren Fans erreicht. Stricken gegen Aggressionen? Warum nicht! Wer nicht nur zu ihrer Musik abgehen möchte, kann sich auch zu einem ihrer spontanen Strickkurse anmelden.

M.I.A. – Double Trouble.

Die britische Sängerin Mathangi „maya“ Arulpragasam aus London ist schwer einer Musikrichtung zuzuordnen: Irgendwo zwischen HipHop, Dancehall, Grime und Electro positioniert sich M.I.A. zu Themen wie Rassismus, Überwachung oder zur Flüchtlingskrise. Die Beats von Double Trouble lassen einen sofort aufspringen – und ordentlich Trotz und überschüssige Wut ablassen.

The Prodigy – Firestarter.

Düster und kontrovers – so lässt sich die 1996 veröffentlichte Single der britischen Band „The Prodigy“ vielleicht beschreiben. Der wilde Mix aus Hardcore, Dupstep und Hiphop wird mit einem bitterbösen Text begleitet, der in Großbritannien sogar zeitweise aus dem Programm von BBC entfernt wurde, da er zu Unruhen anstiften würde. Außerdem hatten sich einige bei der Musikshow “Top of the Pops” vor dem Sänger gegruselt. Manchmal ist Grusel also auch die beste Verteidigung – und eine Halloweenmaske kann ja auch handlich und griffbereit auf Arbeit verstaut werden.

Schlechte Laune, weil der Sommer auf sich warten lässt? Unsere Sommer-Playlist zaubert Palmen, Meeresbrise und 30 Grad in jedes Büro, versprochen!

Rage Against The Machine – Killing In The Name Of.

Diese Crossover-Band aus den 1990ern vereint viele Genres. Zwischen Metal, Hip-Hop, Punk, Funk und Alternative Rock kreieren die vier Amerikaner den Klassiker zum Abreagieren: “Killing in the Name of”. Auch wenn man nicht auf Metal steht, wünscht man sich nichts sehnlicher als eine lange Haarmähne zu besitzen, um sie wütend beim Headbangen hoch- und runterzuwerfen.

Nirvana – Lithium.

Hand aufs Herz: Wer hat nicht in seiner Jugend Nirvana gehört? Als musikalisches Symbol für den Unmut einer ganzen Generation ist kaum jemand so zeitlos wütend gewesen, wie der Erfinder des Grunge. Also lasst uns noch einmal wie 15 fühlen und diesen Song aus dem bekanntesten Album „Nevermind“ laut aufdrehen: GRRR!

Foo Fighters – The Pretender.

Wo wir gerade schon bei Kurt Cobain waren, da dürfen die Foo Fighters mit Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl natürlich nicht fehlen. „The Pretender“ wurde erstmals 2007 von dem Album „Echeos, Silence, Patience & Grace“ veröffentlicht und handelt von politischer Lähmung und dem Gefühl, betrogen worden zu sein – in vielerlei Hinsicht. Abgesagte Teammeetings, in der Telefon-Warteschleife festsitzend, oder schon wieder ein übereifriger Kollege, der zu viel denglisch spricht? Na dann, Tür zu und Wut raus.

Die Nerven – Hörst du mir zu?

„Möglichst viel Lärm zu machen“ war die Ansage, als sich Max Rieger (Gitarre, Gesang) und Julian Knoth (Bass, Gesang) in Stuttgart zu der Punkrock-Band „Die Nerven“ zusammenschlossen. „Hörst du mir zu“ ist ein Beispiel für erstklassigen Postpunk mit Indie- und Noise-Elementen, die alle eine gewisse Düsternis gemeinsam haben. Die Nerven gelten als Vertreter eines neuen Musikgenres, das sich mit musikalischen Verweisen auf den Postpunk der 80er mit wütenden, deutschen Texten, bar von jeder Ironie, gegen Wohlfühlpop wendet. Eine Gemeinsamkeit sind die eingängigen, zweisilbigen Bandnamen: Messer, Zucker, Karies, Trümmer oder Drangsal. Vielleicht an der Zeit, einen neuen Spitznamen für sich selbst auf Arbeit zu etablieren, als Abschreckungsmanöver.

Farin Urlaub – OK.

Mal so richtig Ärger gehabt mit einer bestimmten Person? Statt sich im Streit gegenseitig zu verletzten oder respektlos zu werden, empfiehlt es sich, diesen Song laut aufzudrehen und sich einfach in das klare, wütende Gitarrensolo von Farin Urlaub hineinfallen zu lassen. Danach taucht man erholt wieder auf und die Welt sieht schon viel besser aus.

Wieder im Gleichgewicht? Oder ist da etwa noch ein bisschen Restwut vorhanden? Hier findest du die gesamte Wut-Playlist mit allen Titeln auf Spotify. P.S.: Was ist dein Lieblings-Wut-Song?

Unser Titelbild ist von Jason Rosewell.

Ein Kommentar

  1. Mein Lieblingssong zum Dampf ablassen ist definitiv Slipknot – Duality. Lautstärke auf Anschlag, Song ab und Kopf aus. 😀

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