Die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit weisen bundesweit in den Bereichen Alten- und Krankenpflege, aber auch in vielen Sozialberufen, einen deutlichen Fachkräftemangel aus. Die WBS Stellenmarktanalyse aus dem aktuellen JobReport hat ergeben, dass im März 2014 rund 14 Prozent mehr Stellen in diesen Branchen ausgeschrieben waren als noch im Jahr zuvor.

Im Vergleich zu den Stellenangeboten aller ausgewerteten Berufsgruppen, landeten Ausschreibungen für Gesundheits- Pflege- und Sozialberufe mit 20.523 Angeboten auf Rang sieben (in Grafik 1 rot markiert). Ob Altenpfleger, Logopäden, Notfallsanitäter, Physiotherapeuten, Erzieher oder Sozialassistenten – für all diese Berufe ist die Nachfrage enorm gestiegen.

Grafik 2: Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe
Grafik 1: Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe

Gesundheits- und Pflegebereich: Gute Chancen für (Quer-) Einsteiger!
Im Bereich Gesundheit und Pflege wurden im März 2014  für nahezu alle Berufsfelder mehr Jobs ausgeschrieben. Für Altenpfleger gab es beispielsweise 9 Prozent  – und für Pflegeassistenten rund 8 Prozent – mehr Angebote als im März 2013. Bei Pflegekräften mit dem Schwerpunkt Demenz gab es sogar einen Stellenzuwachs von 13 Prozent.

In einem aktuellen Artikel der Berliner Morgenpost spricht die Pflegedirektorin der Charité, Evelyn Möhlenkamp, über den Mangel an Pflege-und Gesundheitspersonal, die Zukunft der Pflege und mögliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch in der ambulanten Pflege wird mittlerweile händeringend nach Personal gesucht, dazu berichtet aktuell der MDR Sachsen-Anhalt.

Erzieher – ein spannender Beruf mit Herz und Zukunft
Einen weiterer Fachkräfte-Engpass ist bei Erziehern und Sozialassistenten nachzuweisen. Die Bundesregierung beziffert den zusätzlichen Bedarf in den kommenden Jahren auf rund 35.000 bis 40.000 Vollzeitstellen in Tageseinrichtungen und rund 25.000 Stellen in der Kindertagespflege. In einem Fachbeitrag berichtete DIE ZEIT im Frühjahr 2014 über den Erzieher-Notstand.

Grafik 2: Mehr Stellen für Erzieher
Grafik 2: Mehr Erzieherjobs

Die WBS Stellenmarktanalyse hat ergeben, dass für März dieses Jahres rund 15 Prozent mehr Erzieherstellen ausgeschrieben waren als im Jahr davor (siehe Grafik 2). Für Sozialassistenten gab es rund 38 Prozent mehr Stellenangebote. Der Frauenanteil im Erzieherberuf ist weiterhin hoch, männliche Bewerber haben daher besonders gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt!

Mehr Informationen zur Entwicklung der gesamten Branche finden Sie im JobReport „Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe“ selbst.

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7 Kommentare

  1. Monica Hermans

    und wie sieht das aktuell 2018 aus?

    • Andrea

      Liebe Monica,
      schön von dir zu lesen! Aktuelle Zahlen liegen uns derzeit nicht vor, jedoch werden im Bereich Gesundheit, Pflege und Soziales noch immer händeringend Fachkräfte gesucht. Lieben Gruß vom Hallo Karriere Team!

  2. Danke für die guten Informationen zur Altenpflege. Dieser Berufsstand hat ja mittlerweile einem chronischen Mangel an Personal ausgesetzt. Es wäre schön wenn die Pflegeberufe gesellschaftlich und finanziell mehr Anerkennung in Politik und Gesellschaft bekommen würden.

  3. Der Sozialberuf braucht Mitgefühl und Mitleid, dazu auch Geduld. Nicht jedem sind diese Gefühle in Arbeitsalter bekannt. Die werden erst mit Jahren begriffen, wie es mit meiner Freundin geworden ist, wenn die Mutti pflegebedürftig geworden ist.

  4. Gut zu wissen, dass es gute Chancen für Einsteiger im Gesundheits- und Pflegebereich gibt. Meine Nachbarin möchte in einem Pflegeheim arbeiten und hat schon eine Bewerbung verschickt. Obwohl sie noch wenig Erfahrung hat, ist sie sehr gutherzig und hilfsbereit und eignet sich perfekt zu diesem Beruf.

  5. Mailin Dautel

    Gutes Pflegepersonal wird immer weniger. Mein Vater hat schon einiges an Pflegepersonal gehabt. Es werden auch immer weniger die eine Ausbildung zum Pfleger machen. Das finde ich total schade, da wir abhängig sind von diesen Berufen.

  6. Dietrich Bachmann

    Es gibt viele Industrien, wo Mitarbeiter noch gebraucht sind. Meine Cousine ist Krankenschwester und sie berichtet immer, dass es zu wenige Mitarbeiter für Hauskrankenpflege gibt. Das ist ein Arbeitsbereich, in den man gut einsteigen könnte.

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