Unsere Autorin Helena Stelzer liebt gutes Essen, Design, Kunst und vor allem neue Herausforderungen. Aus diesem Grund hat die gebürtige Grazerin berufsbegleitend ein neues Studium begonnen: MSc E-Commerce und Online Marketing an der WBS AKADEMIE. In unserer Serie #OnlineStudium gibt sie persönliche Einblicke in ihren Studienalltag, veröffentlicht Tipps zur Study-Work-Life-Balance und stellt Wissenswertes rund ums Online-Lernen vor. Heute gibt es ein paar Tipps und Tricks für kreative Online-Präsentationen.

Punktlandung. Als wir mit unserer Präsentation fertig sind, beginnen die kleinen Emoji-Hände der Kommilitonen geräuschlos zu klatschen, meine Anspannung und der Adrenalinpegel sinken langsam. In den letzten Minuten haben meine Peergroup und ich ein Online-Rollenspiel zum Besten gegeben. Kein leichtes Unterfangen in einem virtuellen Klassenraum: Hier gilt es, in der Bewertung Kreativitätspunkte zu ergattern, schließlich zählen sie zur Note des Moduls. Aber ich will nicht vorweggreifen, darum alles auf Anfang. Was bisher geschah…

Mach es zu deinem Projekt  – Kreativitätstechnik

Eine neue Peergroup-Aufgabe, eine neue Herausforderung für mein Team „The 4 P’s“. Peergroup-Aufgaben werden im berufsbegleitenden Online-Studium MSc E-Commerce und Online Marketing fast wöchentlich gestellt. Mit der Zahl der Präsentationen steigt die Herausforderung, sich vom Rest abzuheben – und damit auch die Qualität. Für unsere zweite Präsentation im Modul Projekt- und Anforderungsmanagement, haben wir die Aufgabe, die einzelnen Rollen in einem Scrum-Projekt zu beschreiben. Nach einem gemeinsamen Brainstorming über das Online-Tool Dropbox ist meinem Team recht schnell klar: Rollen kann man am besten beschreiben, indem man sie spielt.

Ich habe wirklich Glück! Meine Peergroup ist immer offen für verrückte Vorschläge und hat Spaß dabei, gemeinsam neue Ideen auszuprobieren. Zurück zum Rollenspiel, wobei man auch von einem Hörspiel sprechen kann. Wie Amateur-Drehbuchautoren schreiben wir also Szene für Szene und arbeiten die einzelnen Aufgaben heraus. Untermalt wird unser Rollenspiel von ein paar einfachen Power-Point-Folien, in denen unsere Charaktere als Illustrationen bei ihrem „Auftritt“ abgebildet sind. Ein kleiner Hingucker für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. 😉 Nach jeder Szene fassen wir das Geschehene kurz zusammen und beschreiben die Rolle nochmal in Stichpunkten. Damit neben dem Spaß auch der Inhalt nicht verloren geht.

Los geht’s. Die Ohren sind gespitzt, das Herz klopft.
Mein Team geht, ebenso wie ich, in seiner Rolle auf, hat Spaß, und ist super im Timing – dank einer guten Internetverbindung. Diese ist bei Online-Präsentationen essentiell. Wir starten mit einem kurzen Intro, in dem wir unser Format und die „Besetzung“ der Charaktere beschreiben, danach folgen die Szenen…

Beispiel einer Online-Präsentation.
Grafische Untermalungen machen die Online-Präsentation lebendig und erhöhen die Konzentration der Zuhörer/-Innen.

Auftraggeber: „Danke, dass Sie so kurzfristig Zeit für mich haben, Frau Meier. Ich wollte mich mit Ihnen zum DMS-Projekt austauschen. Ich habe das Gefühl, wir kommen nicht wirklich voran und deshalb möchte ich gerne eine neue Methode ausprobieren. Soweit ich weiß, haben Sie bereits Erfahrung mit Scrum, ist das richtig?“

Mitarbeiterin: „Ja, mit agilem Projektmanagement habe ich in meinem letzten Job viel zu tun gehabt. Ich kann mir vorstellen, dass uns Scrum auch in unserem DMS-Projekt voranbringen kann. Ich bin großer Fan dieser flexiblen Methode, da sie sehr auf Eigenverantwortung setzt. Durch den regelmäßigen Austausch könnten wir Hindernisse und Probleme schneller erkennen und ihnen entgegenarbeiten.“

Auftraggeber: „Der Meinung bin ich auch. Wieso versuchen wir es nicht einfach? Können Sie sich vorstellen, das Projekt als Product Owner zu lenken?” Usw.

Applaus. Applaus. Nach 30 Minuten ist unsere Show vorbei. Meine KommilitonInnen und ich atmen tief ein und aus und sind gespannt auf das Feedback. War es zu verspielt? Zu wenig wissenschaftlich? Kreativ? Oberhammeraffeng… Oh, mein Ego lässt grüßen. Unser Feedback fällt sehr positiv aus. Neue Ideen auszuprobieren, wie man das Online-Lernportal der WBS AKADEMIE nutzen kann, werden begrüßt. Die Präsentation ist rund und anschaulich, die Inhalte gut verpackt. Yeah! Wir sind happy und schmieden bereits an neuen Ideen für die nächste Präsentation…

Die Studentin sitzt mit Headset vor einem Laptop und schreibt in einen College-Block.
Kreative Präsentationen sind kurzweiliger, unterhaltsamer und bleiben länger in Erinnerung. Foto by Louis Carter.

Hier mein Best-of an Tipps und Tricks für kreative Online-Präsentationen:

  1. Seid mutig! Traut euch, neue Ideen und Formate umzusetzen. Im Rahmen des Online-Studiums kann man (sich) ausprobieren: Was kommt beim Publikum gut an? Wie hält man die Aufmerksamkeit aufrecht? Wie beziehe ich mein Team, meine KommilitonInnen mit ein? Stellt euch die Online-Präsentationen im Studium als Spielweise vor, auf der man seine Kreativität immer wieder aufs Neue austesten kann. Sammelt Erfahrungen mit virtuellen Vorträgen, um in Zukunft auch im Berufsleben digitale Rhetoriker zu sein!
  2. Ziel im Blick. Werdet euch von Anfang an klar, was ihr mit eurer Online-Präsentation erreichen wollt. Wollt ihr informieren oder auch unterhalten? Wollt ihr die Aufgabenstellung einfach bearbeiten oder betrachtet ihr sie von einer anderen Seite? Wollt ihr überraschen, begeistern, zum Nachdenken anregen…? Mit dem Ziel im Blick könnt ihr von Anfang an eure Vorstellungen richtig umsetzen.
  3. Findet Wege, das Publikum direkt einzubeziehen! Da man sich nicht sehen kann – außer, die Kameras werden während der Online-Präsentation eingeschaltet – ist es umso wichtiger, präsent zu sein. Nehmt Kontakt zu euren Zuhörerinnen und Zuhörern auf: Stellt Fragen, visualisiert eure Fragen auf einer Folie, nehmt das Stimmungsbild eures Publikums wahr. Dazu bieten sich vor allem die Emojis an, um eine schnelle Reaktion von den KollegInnen zu erhalten. Stellt euch vor, ihr haltet die letzte Präsentation des Abends und wollt die anderen Teams nochmal vom Schreibtischstuhl reißen.
  4. Short and Simple. Ob online oder offline: ansprechende, knackige Folien sind essentiell für eine gute Präsentation. Lasst alles weg bis auf die wichtigsten Schlüsselbegriffe – Zuhörer können nicht gleichzeitig Leser sein. Fragt euch, was durch ein Bild, eine Grafik oder ein kurzes Video vielleicht besser beschrieben werden könnte. Je schlichter die Folien gestaltet sind, desto höher ist die Aufmerksamkeit des Publikums auf dem, was ihr sagt.
  5. Und Action! Wer weiß, vielleicht entdeckt ihr euer schauspielerisches Talent, versucht euch als Moderator einer fiktiven Talkshow, jongliert mit eurer Stimme, spielt ein Rollenspiel, erstellt ein Quiz, nutzt Moodboards, bezieht die Chat-Funktion ein, nutzt das Whiteboard, um zu zeichnen oder Feedback abzufragen. Es gibt enorm viele Möglichkeiten, seine Online-Präsentation immer wieder neu zu gestalten. Nutzt sie!

Unser Titelbild ist von Louis Carter.

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