Wie geht eigentlich… online studieren?

Auf einem digitalen Campus ein- und ausgehen, Kommilitoninnen und Kommilitonen als Avatar begegnen und den Vorlesungen in einem virtuellen Hörsaal lauschen: So geht online studieren heute. Doch kommt bei einem Online-Studium nicht das „echte“ Uni-Feeling zu kurz? Und wie fühlt sich eigentlich so eine Prüfungssituation vor der Webcam statt im Seminarraum an?

Wir haben mit drei Studierenden gesprochen, die das ganz genau wissen: Susanne Heider, Marit Neels und André Sendelbach studieren berufsbegleitend im Master MBA Compliance & Risikomanagement bei WBS AKADEMIE in Kooperation mit der FH Burgenland. Im Interview mit „Hallo Karriere!“ berichten die drei, wie sie den virtuellen Unialltag erleben und wie sich ihr Online-Studium von einem Präsenzstudium unterscheidet.

Susanne, André und Marit (von links nach nachts) studieren Compliance und Risikomanagement – an einem virtuellen Campus!

Hallo ihr drei! Ihr studiert online und trefft euch nur selten persönlich. Wie entsteht auf einem virtuellen Campus ein Gemeinschaftsgefühl untereinander?

Susanne: Die Gemeinschaft entsteht in einem virtuellen Raum vor allem durch die Sprache. Es ist zu Beginn ein etwas eigenartiges Gefühl, sich virtuell zu treffen und nur über das Headset zu kommunizieren. Nach einiger Zeit legt man die Skepsis jedoch ab und entdeckt, dass es sehr viele Vorzüge hat. Durch das persönliche Treffen im Rahmen der Practical Situation Days (Praxisphase in Präsenz während des Studiums) wird auch die Person hinter der Stimme „real“ und das Gemeinschaftsgefühl kann noch weiter vertieft werden.

André: Ein Gefühl von Gemeinschaft entsteht auch mittels einer interaktiven Gestaltung des Unterrichts, die nur wenig mit klassischem Frontalunterricht zu tun hat. So wird einerseits die Aufmerksamkeit der Studierenden sichergestellt und durch Gruppenarbeit entsteht dann auch ein Gemeinschaftsgefühl.

Und was ist für euch der größte Vorteil am Online-Studium?

André: Definitiv die räumliche Flexibilität. Ich freue mich, dass ich nach der Arbeit nicht erst mühselig eine Abendschule oder Universität aufsuchen muss. Die Vorlesungen kann ich ganz bequem von zu Hause aus verfolgen. Bei schönem Wetter hört man bei den Wortmeldungen so mancher Mitstudierender auch schon mal die Vögel im Hintergrund zwitschern…

Marit: An erster Stelle steht für mich die Zeitersparnis – vor allem, wenn man wie wir berufstätig ist. Ich spare mir die Fahrzeit zur Hochschule und wenn die Vorlesung vorbei ist, bin ich ja bereits zu Hause. Sollte eine Vorlesung mal nicht live geschafft werden, kann ich diese flexibel als Aufzeichnung nachhören. Ein weiterer Vorteil ist natürlich, dass man im Umgang mit Online-Tools immer sicherer wird und das in seinem beruflichen Alltag ebenfalls schnell adaptieren kann.

Virtueller Hörsaal: Die Studierenden sitzen als Avatare in den Vorlesungen und nehmen aktiv am Unterricht teil.

Bei einem Online-Studium finden natürlich auch die Prüfungen virtuell statt. Ist man dabei aufgeregter als bei Prüfungen in Präsenz?

Susanne: Nein, denn wenn ich an die Prüfungen in meinem vorherigen Studium der Rechtswissenschaften zurückdenke, war ich damals um einiges nervöser. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass ich noch etwas jünger war und weniger Erfahrung in Prüfungssituationen hatte. Die Prüfungen und Vorträge im virtuellen Raum finde ich sehr angenehm und ich würde mir wünschen, dass es viel mehr Studien auf diese Art und Weise gibt.

André: Die Prüfungssituationen sind angenehm gestaltet und finden meist in einem virtuellen Konferenzraum statt. Dort schalten sowohl die Studierenden als auch die Prüfer die Webcam ein. Die Prüfung verläuft dann in einem angenehmen Gespräch, im Laufe dessen das Gelernte abgefragt wird, ohne dass dabei das Gefühl aufkommt, „ausgequetscht“ zu werden. Dementsprechend ließ die Nervosität bei mir bereits nach der ersten Prüfung deutlich ab.


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Ihr alle studiert Compliance und Risikomanagement im Master bei WBS AKADEMIE. Das ist schon ein recht spezielles Fach! Wieso habt ihr euch gerade für diesen Studiengang entschieden?

Marit: Weil es ein spannendes zukunftsorientiertes Themenfeld ist, das bereits in mein berufliches Aufgabenfeld passte. Das Online-Studium hat ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis und die maximale Flexibilität für die gesamte Studienzeit waren außerdem ausschlaggebend. Für mich persönlich war auch die Möglichkeit, ohne ein Bachelor-Studium einzusteigen, relevant.

André: Das Studium passt fachlich sehr gut zu meinen zukünftigen Karriereplänen. Nirgendwo sonst habe ich einen Studiengang gefunden, der Risiko- und Compliancemanagement so praxisnah vereint und gleichzeitig die Vorzüge eines Online-Studiums bietet. So kann ich auch ein stressiges Arbeitsleben und ein Online-Studium harmonisch miteinander verbinden.

Ihr wisst also schon ziemlich genau, wie es für euch nach dem Studium beruflich weitergehen soll. Was fasziniert euch denn an der Arbeit als Compliance Manager/-in?

Marit: Ich persönlich bin eher im Themenfeld Risikomanagement zu Hause und das ist wirklich spannend! Die Risiken eines Unternehmens zu ermitteln, diese anhand von wissenschaftlichen Methoden zu beurteilen und Strategien zur Risikobewältigung zu entwickeln, ist jeden Tag aufs Neue spannend.

Susanne: Mich fasziniert, dass man nie genau weiß, womit man als nächstes konfrontiert wird. So bleibt die Arbeit abwechslungsreich und spannend.

Die Lernerfahrung in einer virtuellen dreidimensionalen Lernumgebung ist dicht an dem physischen Lernerlebnis in der Realität.
Virtueller Unialltag: In Seminarräumen kommen die Studierenden z. B. für Gruppenarbeiten zusammen.

Gab es in eurem Studium auch Dinge, die euch überrascht haben?

André: Überrascht hat mich tatsächlich, dass viele Dozenten ein Unterrichtskonzept geschaffen haben, das die Studierenden aus der Komfortzone vor ihrem Bildschirm lockt und zur interaktiven Teilnahme am Unterrichtsgeschehen einlädt. Dabei kommt durch die direkten Gespräche zwischen Studierenden und Dozenten oftmals eine beinahe klassische „Hörsaalatmosphäre“ auf.

Marit: Mich hat überrascht, wie schnell die Zeit vergangen ist und wie gut sich die Vorlesungsabende in den Alltag integrieren ließen.

Euch fehlt also nie der „normale“ Campusalltag in Präsenz?

Marit: Nein, absolut nicht. Ich hätte tatsächlich auch gar nicht die Zeit für ein Präsenzstudium. Viele Menschen haben erst in Zeiten von Corona gelernt, dass Onlinemeetings eine gute Alternative sind. Wir haben das in unserem Studiengang bereits ein gutes Jahr vorher erleben können. Ich glaube, wer sich dafür entscheidet, ein Masterstudium neben einem Vollzeitjob zu absolvieren, benötigt nicht unbedingt den Campusalltag für soziale Kontakte. Diese hat man ja bereits bei der Arbeit.

André: Man kann selbstverständlich nicht, wie an der Uni üblich, mal eben einen gemeinsamen Kaffee mit seiner Lerngruppe trinken gehen und sieht sich selten persönlich. Abgesehen davon steht der virtuelle Campus einem echten jedoch kaum nach. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase steuert man seinen Avatar gekonnt vom Hörsaal in die Lernräume und in die Lobby und winkt entgegenkommenden Kommilitonen eifrig virtuell zu.

Zum Abschluss möchten wir von euch natürlich noch wissen, welcher Teil des Studiums euch bisher am meisten Spaß gemacht hat.

Marit: Die Vorlesungen und die Präsenztermine waren immer spannend. Wir hatten wirklich tolle Dozenten und konnten auf ein umfangreiches Wissen zugreifen. Und es wurden viele interessante und befruchtende Diskussionen geführt.

André: Mir haben besonders die kreativen Vorlesungen gefallen, in denen auch über den Tellerrand geschaut wird. So wurde zum Ende des Sommersemesters eine Vorlesung von einer bekannten Poetry Slammerin moderiert. Darin haben wir vieles über Rhetorik und das Sprechen vor größeren Gruppen gelernt. Obwohl es fachlich nichts mit Compliance oder Risikomanagement zu tun hat, zeichnet es doch einen guten Manager aus, auch vor einem größeren Publikum frei und überzeugend sprechen zu können.

Susanne: Ich kann das gar nicht an einem bestimmten Teil festmachen. Ich finde einfach, dass das Studium insgesamt sehr gut aufgebaut und durchdacht ist. Die Zeit vergeht wie im Flug und ehe man sich versieht, steht die Diplomverleihung vor der Tür. Ich würde mein Studium jederzeit wieder auswählen und kann es allen ans Herz legen, die ihr Wissen im Bereich Compliance und Risikomanagement aufbauen bzw. vertiefen möchten.

Vielen Dank euch dreien. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg für die Zukunft!

Titelbild von Vasily Koloda/Unsplash.

2 Kommentare

  1. Lisbeth Maler

    Wie cool, dass viele Dozenten ein Unterrichtskonzept geschaffen haben, das die Studierenden aus der Komfortzone vor ihrem Bildschirm lockt und zur interaktiven Teilnahme am Unterrichtsgeschehen einlädt. Ich überlege auch, ob ich ein Online-Studium machen sollte, um mich weiterzubilden. Eine Stelle, die sich mit dem Druck von Masterarbeiten auskennt, habe ich schon im Kopf.

  2. Sandy Miehling

    Vielen Dank für diese aktuellen Informationen. Ich denke, ein virtueller Hörsaal klingt vielversprechend. Ich freue mich auf Ihren nächsten Artikel.

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