Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Nicht erst seit der „Fridays for Future“-Bewegung sind vielen Menschen diese beiden Schlagwörter ein Begriff. Und mittlerweile finden die Themen auch an einigen Schulen einen Platz im Lehrplan – zum Beispiel in Form von Projekttagen.

Umweltschutz zum Mitmachen im Future Club.

Mit dem „Future Club“ hat der Bildungsanbieter WBS AKADEMIE einen solchen „Lernclub“ ins Leben gerufen. Dort können Schülerinnen und Schüler sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz auseinandersetzen. Freude am Lernen und praktische Projektarbeiten werden hier mit aktuellen und relevanten Nachhaltigkeitsthemen verknüpft. Auf diese Weise werden die  Jugendlichen dabei unterstützt, sich für den Schutz und den Erhalt unserer Umwelt und die Zukunft einzusetzen – in Zeiten der globalen Klimakrise wichtiger denn je!

Auch die Montessori-Schule in Niederbarnim hat mit der Teilnahme am Future Club Nachhaltigkeit und Umweltschutz  in den Fokus der Schülerinnen und Schüler gerückt. Doch nicht nur dort, auch bei den Lehrkräften stieß die Umweltkampagne auf großes Interesse.

Manuela Albrecht und Phillip Keip von WBS AKADEMIE waren als Schulbotschafterinnen an der Montessori-Schule im Einsatz. Im Interview berichten sie, welche Erfahrungen sie während der Projekttage mit den Kindern gemacht haben. Diese melden sich natürlich auch zu Wort – in Gestalt von Manuelas Sohn Jason. Er geht in die 6. Klasse der Montessori-Schule und hat gemeinsam mit seinen Klassenkameradinnen und -kameraden beim Future Club mitgemacht.

Phillip, wie war es für dich, mit der Future-Club-Idee richtig durchstarten zu können?

Phillip: Manuela und ich waren beide aufgeregt – aber auf positive Weise. Wir wussten, was für tolle Ergebnisse die Jugendlichen in den Projekten ausgearbeitet hatten und es war ein tolles Gefühl, als diese in der Praxis umgesetzt wurden.

Das glaube ich! Manuela, dein Sohn Jason geht auch auf die Montessorischule. Das war für dich bestimmt auch ein spannendes Erlebnis.

Manuela: Ja, das war es. Ich war sehr nervös. Jason hat sich darauf gefreut, dass wir kommen. Aber ich hatte schon meine Bedenken, ob seine Freunde und Mitschüler das Projekt vielleicht „uncool“ finden könnten. Aber wir wurden mit offenen Armen empfangen. Ich würde es jederzeit wieder tun, denn es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Kinder der 1. bis 3. Klasse waren so aufmerksam und wissbegierig. Einfach toll! Ich war auch über Jason sehr überrascht, der an unserem Stand den anderen Schülerinnen und Schülern alles erklärt und gewissermaßen „Vertrieb“ für uns gemacht hat. Da war ich schon mächtig stolz.

Schulbotschafterin Manuela Albrecht am Info-Stand des Future Club im Foyer der Montessori-Schule Niederbarnim.

Danke dafür, Jason! Wie war es für dich, dass deine Mutter mit deinen Mitschülerinnen und Mitschülern über Umwelt- und Naturschutz gesprochen hat?

Jason: Ich finde es sehr gut. Ich hoffe, dass es sich viele zu Herzen nehmen und aktiv daran arbeiten, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

Was genau hatte es denn eigentlich mit der Umweltkampagne auf sich?

Phillip: Bei unserer Umweltkampagne konnten alle anwesenden Personen ihre Plastiktüten gegen einen unserer nachhaltig hergestellten Stoffbeutel tauschen. Der Hintergrund war, dass die „Plastikprofis“ im Future Club dem Plastikmüll den Kampf angesagt haben. Bei der Umweltkampagne konnten wir den Jugendlichen zeigen, wie wertvoll ihre Ideen und Ergebnisse sind. Sie  sollen sehen, dass sich ihre Arbeit lohnt und anerkannt wird. Das ist uns sehr wichtig.

Manuela: Ganz genau! Und ich möchte nochmal betonen, dass nicht nur die Jugendlichen zu uns an den Stand gekommen sind, sondern auch die Lehrkräfte.

Plastikprofis? Magst du kurz erklären, was es damit auf sich hat?

Phillip: Die „Plastikprofis“ waren eine Projektgruppe von vier Schülerinnen und Schülern im Future Club, die sich mit den 17 Global Goals der Vereinten Nationen beschäftigt haben. Sie befassten sich mit dem Plastikproblem unserer Welt und haben sich mit den Ursachen und realistischen Alternativen auseinandergesetzt. Einer ihrer Vorschläge war es, Plastiktüten durch wiederverwendbare Stoffbeutel zu ersetzen.

Eine gute Idee! Wie lief eure Kampagne denn ab? Habt ihr die Klassenzimmer gestürmt und mit Plakaten gewedelt?

Phillip: Nein, nein! Wir waren schon morgens in der Schule und bauten unseren Stand direkt im Eingangsbereich auf. In den Unterrichtspausen hatten alle Interessierten die Möglichkeit, ihre Plastiktüten gegen Stoffbeutel einzutauschen. Viele Schülerinnen und Schüler haben unser Angebot genutzt – aber auch viele Lehrkräfte! Dabei haben wir mit den Jugendlichen über das Plastikmüll-Problem in unserer heutigen Gesellschaft gesprochen und die Ergebnisse aus dem Future Club vorgestellt. Zwischen den Pausen durften wir zwei Unterrichtsblöcke zum Thema Klima- und Umweltschutz mit den Kindern und Jugendlichen gestalten. Mit verschiedenen Spielen konnten wir Spaß am Lernen vermitteln und mit ihnen über brandaktuelle Themen im Bereich Nachhaltigkeit sprechen.

Großer Andrang: Die Schülerinnen und Schüler der Montessori-Schule Niederbarnim konnten in den Unterrichtspausen ihre Plastiktüten gegen nachhaltigere Stoffbeutel eintauschen.

Das klingt spannend. Wie kann ich mir eine Unterrichtseinheit mit den Future-Club-Botschaftern vorstellen?

Manuela: Ganz nach dem Motto „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Dieses Bildungsverständnis haben WBS und die Montessori-Schule gemeinsam. Mit viel Spaß und Abwechslung haben wir versucht, alle Schülerinnen und Schüler „einzufangen“ und mit auf unsere Reise zu nehmen. In der 3. Klasse haben wir unter anderem Spiele zum Thema Mülltrennung gespielt und in der 8. Klasse haben die Jugendlichen selber ein Quiz erstellt.

Jason, du bist Schüler an der Montessori-Schule. Mal ehrlich: Würdest du einige Fächer gerne gegen den Unterricht im Future Club eintauschen wollen? 😉

Jason: Ja und nein. Wenn ich Mathe, Deutsch und Englisch nicht für eine Ausbildung zum Lokführer bräuchte, dann ja! Aber Mathe könnte auch gerne ausgetauscht werden …

Denkt ihr, das Gelernte aus dem Future Club wird den Schülerinnen und Schülern im Gedächtnis bleiben?

Phillip: Davon sind wir überzeugt, denn man lernt ja am besten aufgrund von Erfahrungen. Genau darüber haben wir uns vorab Gedanken gemacht. Uns war es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen auch nach unserer Umweltkampagne das Thema nicht aus den Augen verlieren. Deshalb haben wir den Unterricht altersgerecht mit spielerischen Elementen gestaltet.

Manuela: Jason hat mir erzählt, dass sie in der Klasse auch heute noch über diese Aktion sprechen. Wir haben den nächsten Schritt für eine gesündere Erde gemacht und dabei nicht nur Schüler/-innen und Lehrkräfte erreicht, sondern auch die Eltern.

Gibt es etwas, was euch von dem Tag an der Montessori-Schule besonders in Erinnerung geblieben ist?

Phillip: Der ganze Tag war angefüllt mit positiven Erlebnissen und Erfahrungen, da kann ich eigentlich gar keine gesondert herausstellen. Und es ist natürlich auch mal etwas schiefgelaufen. Aber insgesamt war einfach toll zu beobachten, wie begeistert alle waren als sie sich in unsere virtuelle Lernumgebung, den WBS LearnSpace 3D®, eingeloggt hatten, ihren eigenen Avatar gestalteten und die ersten Schritte im Tutorial durchgespielt haben. Wie schnell sich Jugendliche im Umgang mit unserer virtuellen 3D-Welt vertraut machen und darin wohlfühlen, das war wirklich beeindruckend zu beobachten.

Manuela: Ich war sehr überrascht, wie neugierig selbst die Kleinsten schon waren und wie toll sie den Unterricht mitgestaltet haben.

Beim gemeinnützigen Verein „Kunst-Stoffe“ bekommen die gesammelten Plastiktüten ein neues Leben. In Workshops entstehen aus ihnen z. B. Laptoptaschen.

Die Schulkinder tragen also nun weniger Plastik mit sich herum. Dafür aber liegt auf Phillips Schreibtisch jetzt ein Haufen Plastiktüten. Was geschieht damit?

Phillip: Nach der Sammelaktion in der Montessori-Schule haben wir uns auf die Suche nach einem Unternehmen gemacht, das die Plastiktüten sinnvoll weiterverarbeiten kann und daraus neue Erzeugnisse schafft. Denn das hatten wir den Schülerinnen und Schülern versprochen. Fündig geworden sind wir bei dem gemeinnützigen Verein Kunst-Stoffe in Berlin. Dort entstehen aus dem alten Plastik neue Kunstwerke, zum Beispiel Laptoptaschen, Handtaschen oder Portemonnaies.

Das ist wirklich eine super Sache! Viel Erfolg weiterhin mit dem Future Club und danke euch Dreien für das Interview!

Das Interview führte Simone Quirin, WBS AKADEMIE. / Titelbild von Ryan Everton/Unsplash.

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