Lohnt sich eine Umschulung für mich? Finden Sie es heraus.

Sie möchten eine Umschulung machen? Diese Entscheidung sollten Sie gründlich vorbereiten. Dabei spielt Ihre persönliche Motivation eine wichtige Rolle. Denn wer sich über seine beruflichen Ziele und Beweggründe bewusst ist, dem wird es leichter fallen, den passenden Beruf bzw. die passende Umschulung zu finden. Das findet auch Daniel Bahr, er leitet die Abteilung Umschulungen bei WBS TRAINING, einem privaten Bildungsanbieter. Im Interview erzählt er, für wen eine Umschulung infrage kommt und was man vorab bedenken sollte.

Lohnt sich eine Umschulung für mich? Finden Sie es heraus.
Umschulungsexperte Daniel Bahr

Herr Bahr, welche Gedanken sollte man sich vor Beginn einer Umschulung machen?

Ich denke, jeder angehende Umschüler sollte sich folgende Fragen stellen: Wo will ich beruflich hin? Was will ich erreichen? Wobei geht es mir gut? Dies sind aus meiner Sicht die ersten Antworten, die jeder für sich selbst finden muss. Dann steht ein offenes, ehrliches Gespräch mit einem Berater beim Jobcenter, der Arbeitsagentur oder einer anderen Förderungsinstitution an. Wenn ich mir selbst sicher bin, was ich will, kann ich klarer kommunizieren, selbstbewusster auftreten und meine konkreten Wünsche besser äußern. Gerade wenn es darum geht, eine Finanzierung oder Förderung zu beantragen, ist das extrem hilfreich.

Tipp: Im Beitrag Umschulung gesucht? Voraussetzung, Finanzierung und Perspektiven. haben wir alle wichtigen Infos zum Thema zusammengestellt.

Gibt es eine typische Zielgruppe bzw. ein ideales Alter für Umschulungen?

Das Bild einer „typischen Zielgruppe“ ist, ebenso wie das eines bestimmten „Durchschnittsalters“, aus meiner Sicht sehr veraltet. Der Wunsch nach persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung treibt uns alle an. Wer noch daran zweifelt, ob eine Weiterbildung oder Umschulung für das eigene Berufsprofil infrage kommt, sollte sich bewusst machen, dass es keine typische Zielgruppe und kein „ideales“ Alter für eine solche Entscheidung gibt. Berufliche Veränderungen hängen mit dem Bedürfnis zusammen, sich weiterzuentwickeln. Und dieses Bedürfnis besteht unabhängig davon, wie lange man schon in einem Beruf arbeitet oder wie alt man ist.

Wer ist der typische Umschüler in Ihrem Unternehmen?

Unsere Kunden sind im Schnitt zwischen 18 und 60 Jahre alt. Bei uns hat Bildung keine Altersgrenze. Das zeigt sich für mich schon mit einem Blick auf die Zusammensetzung unserer Kursgruppen: Ein guter Mix aus „jungem Gemüse“ und „alten Hasen“ – so würde ich die Frage nach dem typischen Umschüler beantworten. Unsere Teilnehmer kommen aus allen Lebensbereichen, mit ganz unterschiedlichen persönlichen Lebensumständen und Schicksalen. Vor Beginn einer Umschulung beraten wir ausführlich, aber am Ende bestimmt jeder selbst die Richtung, je nach Interessen und Qualifikationen, die er oder sie einschlagen möchte.

Was raten Sie Menschen, die überlegen, eine Umschulung zu machen?

Wer sich über die individuellen Weiterbildungsmöglichkeiten informieren möchte, kann zunächst ein Beratungsgespräch bei einem Weiterbildungsanbieter in Anspruch nehmen. Diese Beratungen sind kostenlos und unverbindlich. Zudem kennen die Weiterbildungsträger ihre Partner innerhalb der jeweiligen Förderungsinstitution sehr genau und können hier wertvolle Tipps geben. Es zeigt sich: Niemand ist mit seinen Zweifeln und Erfahrungen zum Thema Umschulung, Weiterbildung und Finanzierung auf sich allein gestellt. Im Gegenteil: Es gibt jede Menge Anlaufsstellen, wie Bildungsunternehmen, Job Coaches, Sozialverbände und externe Berater, die in jeder Lebenslage und individuellem Einzelfall unterstützen können.

Tipp: Lesen Sie im Artikel Zu alt für eine Umschulung? „Die Ablehnung würde ich nicht hinnehmen.“ was Sie tun können, wenn Ihre Förderung abgelehnt wurde.

Der Test: Kommt eine Umschulung für mich infrage?

  1. Beantworten Sie sich zunächst folgende Fragen (z.B. schriftlich):
    1. Was hat mir in den letzten Jahren besonders viel Spaß gemacht an meinem Beruf?
    2. Darauf aufbauend: Welche Fähigkeiten möchte ich gerne ausbauen?
  2. Informieren Sie sich in einem kostenlosen Beratungsgespräch über Ihre Weiterbildungsmöglichkeiten und deren Finanzierungskonzepte.
  3. Recherchieren Sie die Jobperspektiven ihres angestrebten Berufs, z. B. über das Kursnet der Agentur für Arbeit oder über aktuelle Jobreports und Jobportale zur jeweiligen Branche.
  4. Vereinbaren Sie ein kostenloses Beratungsgespräch bei dem jeweiligen Förderträger (z. B. Agentur für Arbeit oder Berufliche Rehabilitation). Treten Sie selbstbewusst, aber offen für Gegenargumente, in dem persönlichen Gespräch auf. Lassen Sie Ihr Gegenüber an Ihrer persönlichen Motivation und einer realistischen Einschätzung Ihrer Jobchancen durch die Weiterbildung teilhaben.

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