Deine Weiterbildung: So nutzt du die Kurzarbeit.

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag fest im Griff. Ob im Homeoffice, mit Maske im Geschäft, bei der Videokonferenz statt auf Geschäftsreise – jedem von uns fallen Beispiele ein, wie sich unser Arbeitsleben seit dem Ausbruch der Covid-19-Erkrankung verändert hat.

Besonders betroffen sind diejenigen, deren Unternehmen starke Verluste machen und ihre Angestellten in Kurzarbeit schicken oder sogar entlassen müssen. Bei einer Umfrage der WBS GRUPPE zum Thema „Weiterbildung und Kurzarbeit“ gaben 26 Prozent der Befragten an, aktuell in Kurzarbeit zu sein. Dies hat große Auswirkungen auf den Alltag und die finanzielle Situation der Betroffenen.


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Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die „gewonnene“ freie Zeit lässt sich nutzen, um sich weiterzubilden und das berufliche Profil zu erweitern. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die eigene Fortbildung von der „Bundesagentur für Arbeit“ finanziell gefördert werden kann. Ob im Bereich Digitalisierung, Sprachen oder Personalführung – eine Weiterbildung während der Kurzarbeit kann dir dabei helfen, gestärkt die Krise zu überstehen.

Kurzarbeit: Wieso, weshalb, warum?

Kurzarbeit wird wegen der aktuellen Ausnahmesituation, in der sich viele Unternehmen befinden, schnell mit der Corona-Pandemie in Verbindung gebracht. Tatsächlich gibt es die Regelung der Kurzarbeit aber schon länger. Das Ziel ist, – ob aktuell oder in der Vergangenheit – Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Steckt ein Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, bleibt manchmal leider nur eins: Stellenabbau. Und das ist für alle Beteiligten – angefangen bei dem Arbeitgeber bis hin zur ganzen Marktwirtschaft – wirklich keine gute Lösung. Vor allem leiden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Bei Kurzarbeit einfach eine Weitebildung starten.
Du schaffst das! Wer derzeit in Kurzarbeit ist, kann geförderte Weiterbildungen belegen und so das eigene Profil erweitern oder schärfen. (Foto von Emma Matthews/Unsplash)

Um das zu verhindern, können Unternehmen bei Verdienstausfall Kurzarbeitergeld für Ihre betroffenen Angestellten bei der Agentur für Arbeit beantragen. So wird zumindest ein Teil des reduzierten Arbeitsentgelts aufgestockt. Dabei ist die Bezugsdauer auf zwölf Monate festgelegt, die Agentur für Arbeit übernimmt mindestens 60 Prozent (beziehungsweise für Elternteile 67 Prozent) des fehlenden Nettogehalts.

Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, brauchst du dafür übrigens nichts zu tun – die Antragsstellung übernimmt dein Arbeitgeber, auch die Auszahlung des Gehalts läuft weiterhin über ihn.

Gut zu wissen: Neben dem konjunkturellen Kurzarbeitergeld gibt es noch zwei weitere Formen der Kurzarbeit: Das Transfer-Kurzarbeitergeld (im Fall von betrieblichen Umstrukturierungen) und das Saison-Kurzarbeitergeld (im Fall von witterungsbedingten Hinderungen, zum Beispiel im Baugewerbe).

Kurzarbeit während der Corona-Pandemie: Das hat sich geändert.

Aktuell gibt es dank dem „Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld“ für den Zeitraum zwischen Anfang März 2020 bis Ende Dezember 2020 Sonderregelungen und vereinfachte Bedingungen. Zum einen erleichtert dies die Antragsstellung für die Unternehmen. Durch die sogenannten „Kurzanträge“ bleiben den Antragstellenden Papierberge und lange Formulare erspart.

Zum anderen profitieren auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Zum Beispiel werden Nebenverdienste – unter bestimmten Bedingungen – nicht vom Kurzarbeitergeld abgezogen. Außerdem gibt es eine stufenweise Erhöhung der Zuschüsse für Arbeitnehmer/-innen, deren Arbeitszeit um mehr als die Hälfte verringert wurde.

Diese Hilfe ist dringend nötig. Bei der Umfrage der WBS GRUPPE gaben mehr als ein Viertel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, derzeit in Kurzarbeit zu arbeiten. Dabei sind die Arbeitszeitreduzierungen erheblich: 36 Prozent der Befragten arbeiten zwischen 25 – 50 Prozent weniger, bei 31 Prozent wurde sogar mehr als die Hälfte der regulären Arbeitszeit gekürzt.

Belege eine Weiterbildung und hol dir dafür Unterstützung von der Agentur für Arbeit.
Laut der Umfrage der WBS GRUPPE nehmen nur wenige Menschen in Kurzarbeit an Fortbildungen teil. Erstaunlich, denn es kann dich und dein Unternehmen voranbringen. (Foto von Tamarcus Brown/Unsplash)

Kurzarbeit: Wie wär’s mit einer Weiterbildung?

Kurzarbeit bedeutet für viele Menschen in Deutschland vor allem eines: finanzielle Einbußen. Durch die vorläufigen Schließungen von Geschäften und kulturellen Einrichtungen, sowie den Einbruch der Reisebranche, sehen sich viele mit plötzlichen Kürzungen konfrontiert.

Die positive Kehrseite dieser Medaille kann so aussehen, dass du plötzlich mehr freie Zeit zur Hand hast, als gewohnt. Diese kannst du super nutzen, um dich mit dem zu beschäftigen, was du schon immer lernen wolltest: ob Französischunterricht, ein Crashkurs im Programmieren oder die Weiterbildung zur Integrationsbegleitung – welche Fortbildung fehlt dir, um dein berufliches Profil abzurunden?

Mit deinem Interesse an Weiterbildungen während der Kurzarbeit bist du übrigens nicht alleine: Bei unserer Studie gaben 43 Prozent aller Teilnehmenden an, dass sie gerne kostenlose Weiterbildungen belegen würden. Doch nur sieben Prozent der Teilnehmenden in Kurzarbeit nehmen diese Option für sich wahr. Zeit, das zu ändern!

In unserer Umfrage ist der Top-Weiterbildungs-Wunschfavorit der Bereich Sprachen (36 Prozent), gefolgt von Themen rund um Digitalisierung & IT (29 Prozent).

Habe ich Anspruch auf eine Weiterbildung während meiner Kurzarbeit?

Wer Kurzarbeitergeld bezieht, hat generell Anspruch auf geförderte Weiterbildungen. Über das Prinzip des Bildungsgutscheins kann die Arbeiternehmerin oder der Arbeitnehmer an Weiterbildungen teilnehmen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. So muss zum Beispiel deutlich sein, dass durch die belegte Fortbildung

  • eine drohende Arbeitslosigkeit verhindert,
  • ein fehlender Berufsabschluss nachgeholt,
  • oder die Arbeitslosigkeit beendet werden kann.

Während letzteres für einen Angestellten in Kurzarbeit nicht relevant ist, spielen die drohende Arbeitslosigkeit oder ein fehlender Berufsabschluss eine große Rolle. Denn gut ausgebildete Arbeitnehmer/-innen haben auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen, sollte es zu einer Entlassung kommen.

Wenn du dir über diesen Weg die Weiterbildung finanzieren lassen möchtest, solltest du dich zuerst mit deinem Arbeitgeber kurzschließen. In welchem Umfang ist eine Weiterbildung möglich? Welche Fortbildung empfiehlt dir deine Vorgesetzte, beziehungsweise dein Vorgesetzter? Wie kann das Unternehmen für das du arbeitest, dich unterstützen?

Weiterbildung während der Kurzarbeit: Ob über den Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz.
Du möchtest dich gerne weiterbilden im Bereich Grafikdesign? Ob über das Qualifizierungschancengesetz oder den Bildungsgutschein – während deiner Kurzarbeit hast du viele Optionen. (Foto von Bruce Mars/Unsplash)

Hast du dich mit deinem Arbeitgeber geeinigt, kannst du dir einen Beratungstermin bei deiner zuständigen Dienststelle der Agentur für Arbeit geben lassen. Nach der Beratung erhältst du einen sogenannten Bildungsgutschein, auf dem deine Förderquote vermerkt ist.

Übrigens kann auch das Unternehmen, für das du arbeitest, einen solchen Bildungsgutschein für dich beantragen. Schließlich liegt es auch im Interesse deines Arbeitgebers, gut ausgebildete Fachkräfte zu beschäftigen. So gehen du und dein Unternehmen gestärkt aus der Krise.

Qualifizierungschancengesetz vs. Kurzarbeit.

Das Qualifizierungschancengesetz bietet eine weitere Möglichkeit für dich und deine gewünschte Fortbildung. Ganz unabhängig von Kurzarbeit und der Corona-Pandemie stärkt dieses Gesetz die Weiterbildungsmöglichkeiten von Arbeitnehmer/-innen. In diesem Fall beantragt der Arbeitgeber Zuschüsse für die Weiterbildung der Angestellten – anstatt Kurzarbeit.

Wer sich für diesen Weg entscheidet, gewinnt gleich zwei Vorteile. Zum einen kann so die Kurzarbeit vermieden oder reduziert werden. Zum anderen wird so der Dienstausfall mit bezuschussten Weiterbildungsprogrammen überbrückt. Je nach Unternehmensgröße übernimmt die Agentur für Arbeit bis zu 100 Prozent der Weiterbildungskosten.

Du möchtest eine Sprache lernen? Das ist als Weiterbildung während deiner Kurzarbeit möglich.
„He, she, it – das s muss mit“. Der Sprachunterricht deiner Schulzeit hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen? Dann kannst du während deiner Kurzarbeit nochmal einen Anlauf starten. (Foto von Leonardo Toshiro Okubo/Unsplash)

Außerdem gibt es – ähnlich wie bei der Kurzarbeit – finanzielle Unterstützung bei den Gehaltszahlungen. Der Staat trägt bei einer Unternehmensgröße von unter zehn Angestellten bis zu 75 Prozent des Arbeitsentgelts, bei größeren Unternehmen dann in Abstufungen weniger.

Da dieser Antrag über deinen Arbeitgeber läuft, bleibt dir in diesem Fall nur eins: Suche das Gespräch mit deiner Führungskraft und stelle ihr oder ihm diese Möglichkeit vor. Die Vorteile – finanzielle Unterstützung UND weitergebildetes Personal – sprechen schließlich für sich.

Wir wünschen dir gutes Gelingen bei deiner Weiterbildung!


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Das Titelbild ist von LinkedIn Sales Navigator/Unsplash

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