Klimawandel stoppen: Wie wir den Treibhauseffekt verhindern können.

Die klimatischen Verhältnisse auf unserer Erde verändern sich ständig. Doch dieser natürliche Kreislauf ist nicht gemeint, wenn heutzutage vom Treibhauseffekt die Rede ist. Durch den Eingriff des Menschen in das Gleichgewicht der Natur wandelt sich das Klima auf drastische Weise – und das nicht erst seit gestern. 2018 hat die Menschheit die ihr jährlich zustehenden erneuerbaren Ressourcen bereits am 1. August aufgebraucht. Das verdeutlichen die Auswertungen des internationalen Overshoot Day. Overshoot steht für das Überschreiten der ökologischen, erneuerbaren Ressourcen und somit für den Tag, an dem die Natur nicht mehr in der Lage ist, den menschlichen Einfluss zu kompensieren. Wie können wir es schaffen, diesen Tag weltweit an das Jahresende zu rücken? Ein Überblick der zentralen Ursachen und Folgen des Klimawandels und über Möglichkeiten, wie Politik, Wirtschaft und jede/-r von uns im Alltag etwas zum nachhaltigen Klimaschutz beitragen können.

Klimawandel stoppen: Die letzten Overshoot-Tage im Vergleich von 1970 bis 2018.
In Anbetracht der Entwicklung des Earth Overshoot Day von 1970 bis 2018 scheint die Uhr in Sachen Klimaschutz rückwärts zu laufen. Demnach werden die verfügbaren natürlichen Ressourcen immer früher vom Menschen aufgebraucht. Quelle: Global Footprint Network.

Über das Ziel hinaus: Der Earth Overshoot Day.

Aktuell lebt die Weltgemeinschaft so, als hätte sie nicht eine, sondern 1,7 Erden zur Verfügung. Denn so viel mehr bräuchte es, um den momentan anfallenden jährlichen Energiebedarf zu decken. Ein verwirrendes Bild, so eine zusätzliche Dreiviertel-Erde, die nur dazu da ist, damit Menschen in Industriestaaten ihre Äpfel einzeln verpackt konsumieren oder einen Zweitwagen fahren können. Klingt nach ganz schön viel Luxus, oder? Das ist es auch, denn es wird mehr verbraucht, als die Natur selbstregulierend herstellen kann. Um uns wieder vor Augen zu führen, dass es nur einen Planeten Erde gibt, wurde der Overshoot-Tag (zu Englisch: Earth Overshoot Day) ins Leben gerufen.

Der Earth Overshoot Day im weltweiten Vergleich: 2018 hat Vietnam den besten Energiehaushalt vorzuweisen. Deutschlands Overshoot Day liegt mit dem 2. Mai sogar noch vor dem errechneten internationalen Durchschnitt. Quelle: Global Footprint Network.
Der Earth Overshoot Day im weltweiten Vergleich: 2018 hat Vietnam den besten Energiehaushalt vorzuweisen. Deutschlands Overshoot Day liegt mit dem 2. Mai sogar noch vor dem errechneten internationalen Durchschnitt. Quelle: Global Footprint Network.

Leider rückt der Earth Overshoot Day seit seiner ersten Aufzeichnung immer näher an den Jahresanfang. Dafür sind vor allem die steigenden Kohlenstoffdioxid-Werte verantwortlich, die vornehmlich durch die industrielle Massenproduktion und durch das Verheizen fossiler Brennstoffe entstehen. Zusammengefasst könnte man die Beziehung von Mensch zur Natur also wie folgt beschreiben: Wir behandeln die Umwelt so, als wäre sie eine Bank. Von dieser Bank leihen wir uns aktuell sehr viel Geld. Damit lebt die Weltgemeinschaft auf Pump. Wie können wir es der Natur zurückzahlen? Wer keine Schulden mehr machen möchte, kann zum Glück einiges ändern und heute damit beginnen. Ein erster Schritt: Einfach mal den persönlichen Overshoot-Tag ausrechnen und mit dem Fernrohr vergeblich nach der zweiten Erde Ausschau halten.

Seit wann spricht man vom Klimawandel und welche Ursachen hat er?

Seit dem Industriezeitalter hat sich für den Menschen einiges verändert: Ein modernes Transportmittel löst das andere ab, Waren gehen um die Welt und Produkte – egal, ob Kohle oder Fleisch – können in Massen gewonnen und produziert werden. Doch seitdem der industrielle Aufschwung seinen Siegeszug um den Globus fortsetzte, hinterlässt er eine schwarze Spur, die sich vor allem in Form von Kohlenstoffdioxid (CO2) in der Luft niederschlägt. Dieses Treibgas wiederum spielt eine entscheidende Rolle für die Regulierung der Temperatur auf der Erde. Es entsteht in überschaubaren Maßen bei der natürlichen Zellatmung von Lebewesen – wie dem Menschen – oder beim Zerfall toter Organismen. Gleichzeitig stellt CO2 einen Grundbaustein der Photosynthese dar: ein ausgeklügelter Kreislauf also. Für das Klima ist hier zentral, dass CO2 einen Teil der Erdwärme, welche an die Atmosphäre abgegeben wird, absorbiert und auf die Erde zurückstrahlt.

Die Aufnahme der Erde aus dem Weltall von 2015: Blue Marble 2.
1972 nahmen die Astronauten der Apollo 17-Mission das erste Bild der Erde aus dem Weltall auf: „Blue Marble“. Erst im Jahr 2015 gelang diese zweite vollständige Aufnahme, die als „Blue Marble 2“ vor allem eine Erinnerung daran ist, dass wir keinen Planeten B haben. Quelle: Computerbild.

Damit wird die Erde zu ihrem eigenen Gewächshaus, in dem das optimale Klima für Organismen und Lebewesen herrscht. Es ist jedoch spätestens seit der Industrialisierung so, dass der Mensch nicht nur durch seine Ausatmung CO2 an die Umwelt abgibt. Er produziert sie – parallel zur Massenproduktion – ebenfalls in Unmengen, beispielsweise durch die Förderung und Verbrennung von Öl, Holz, Gas oder Kohle. Zusätzlich rodet und verschmutzt der Mensch die natürlichen Ressourcen, die den Kohlenstoffdioxidgehalt senken und in Schach halten, wie Bäume und Gewässer. Das Resultat: die CO2 -Dichte in der Luft nimmt zu, und kann nicht mehr ausreichend abgebaut werden. Da sich das Treibgas nicht von selbst auflöst und sich verstärkt ansammelt, wird immer weniger Erdwärme an das Weltall abgegeben. Dadurch erwärmt sich die Erde zunehmend – aktuell steuern wir auf +1,5 Grad zu.

Welche Folgen hat die Erderwärmung für das Leben auf der Erde?

Was sich vorerst nach einem ungewöhnlich warmen Sommer anfühlt, kann sich in naher Zukunft in extremen klimatischen Schwankungen äußern. Schon jetzt gibt es die ersten Klimaflüchtlinge, die durch die zunehmenden Naturkatastrophen heimatlos geworden sind oder deren Existenz bedroht ist. Die steigenden Temperaturen lassen die natürlichen Eisvorkommen auf der Erde schmelzen. Die Folge: Der Meeresspiegel steigt kontinuierlich an und das Gleichgewicht von Wasserorganismen und Lebewesen wird empfindlich gestört. Ganze Inselgruppen verschwinden nach und nach im Meer, was sich bereits auf den Philippinen beobachten lässt. Dadurch zerstört der Mensch auch seinen eigenen Lebensraum, denn der wird durch den Klimawandel immer knapper. Diese unschuldig anmutenden 1,5 Grad Plus auf dem Thermometer können also dazu führen, dass die Jahreszeiten in Zukunft eher aus Dürre- und Hitzeperioden bestehen, in Abwechslung mit starken Regenfällen und Hochwasserzuständen. Die Folgen des Klimawandels sind also real und werden immer spür- und sichtbarer.

Auch hier ist der Klimawandel sichtbar: Weizenfelder vor der Ernte.
Damit solche Felder in Zukunft keine Seltenheit werden, ist schnelles Handeln gefragt. Bereits im Sommer 2018 haben langanhaltende Hitzewellen in Europa zu verheerenden Ernteausfällen geführt. Foto von Nonki Azariah / Unsplash.

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Welche Ziele setzt sich der internationale Klimaschutz?

Seitdem der Klimawandel verstärkt in Statistiken nachgewiesen werden kann, wird der Ruf nach einem globalen Klimaschutz immer lauter. Dabei stand bisher die Zwei-Grad-Grenze als grundlegende Richtlinie fest. Für diese hatten sich 2015 alle am Klimaschutzabkommen in Paris beteiligten Staaten ausgesprochen. Zwei Grad – mehr dürfe die Erderwärmung nicht steigen, sonst wäre der Klimawandel nicht mehr auszugleichen. Das bedeutet konkret, dass der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 im Vergleich zum Orientierungsmesswert von 1990 halbiert werden müsste. Ein Vorhaben, von dem zurzeit alle Industriestaaten noch entfernt sind. Der aktuelle Bericht des Weltklimarats legt jedoch dar, dass diese Grenze bereits bei 1,5 Grad Erderwärmung anzulegen ist, da viele Gegenden in Äquatornähe selbst einen minimalen Temperaturanstieg bereits heute nicht mehr verkraften können. Der Bericht macht aber auch Mut: Mit der richtigen Anwendung und Umsetzung der bereits erarbeitenden Lösungsansätze und vorhandenen Technik wäre es der Weltgemeinschaft noch möglich, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen.

Eine Stadtansicht von oben.
In naher Zukunft wird der Großteil der Menschheit in Städten leben. Vor allem hier müssen saubere Luft und grüne Energie her. Ein Blick von oben zeigt, wie viel ungenutztes Potenzial sich zum Beispiel für Solaranlagen und Urban Gardening auf den Dächern verbirgt. Foto von chuttersnap / Unsplash.

Mit welchen Maßnahmen können wir den Klimawandel bei + 1,5 Grad eindämmen?

Eins ist klar: Um den Klimawandel einzugrenzen, müssen Politik, Wirtschaft und die Gesellschaft vor allen Dingen schnell handeln. Der erste Punkt auf der Agenda für einen erfolgreichen Klimaschutz ist die Energiewende. Einerseits müssen Kohlenstoffdioxid-Emissionen branchenübergreifend eingedämmt werden. Das funktioniert nur über die Umstellung der Energiequellen auf erneuerbare Ressourcen auf natürliche Energievorkommen, die uns die Umwelt bereits zur Verfügung stellt. Besonders verheißungsvoll ist hier die Windenergie, sowie Photovoltaikanlagen, bei denen Sonnenenergie in Strom umgesetzt wird. Auch die Wasserkraft, die unter anderem den natürlichen Kreislauf von Ebbe und Flut nutzt, leistet Pionierarbeit bei der Ablösung von Kohle und Erdöl.

Stromerzeugung in Deutschland 2018
So stellt sich die Stromerzeugung aktuell in Deutschland dar: Erneuerbare Energien decken 33 Prozent des jährlichen Verbrauchs. (Stand: Februar 2018). Bis 2050 müssten sie nicht nur hier, sondern auch in den Bereichen Wärme und Verkehr 100 Prozent erwirtschaften dürfen. Quelle: bmwi.

Andererseits müssen weitere Treibhausgase verringert werden, wie Methan, das größtenteils bei der konventionellen Massentierhaltung freigesetzt wird. Der Umstieg auf eine nachhaltige, lokale Landwirtschaft und einen Warenverkehr der kurzen Wege bietet hier Abhilfe und führt zudem dazu, dass weniger Schadstoffe in Lebensmitteln und damit auch im menschlichen Körper landen. Außerdem ist der Schutz der Organismen, die CO2 binden können, unerlässlich, wodurch der ressourcenschonende Umgang mit Holz und der Anbau neuer Wälder in Zukunft noch wichtiger werden. Grundlegende Maßnahmen, die der erfolgreiche Klimaschutz verlangt, sind verbesserte, regionale Recycling-Verfahren und der Verzicht auf Plastik.

Der Kreislauf des Mikroplastiks.
Wie Mikroplastik ins Meer und damit wieder unbemerkt zu uns gelangt. Quelle : nnn.

Schon gewusst? Eine normale PET-Flasche erreicht erst nach 450 Jahren ihr mögliches Zerfallsdatum. Ab da zersetzt sie sich in mikroskopisch kleine Teilchen, die als sogenanntes Mikroplastik in Gewässern und Meeren landen, von Fischen verschluckt und so wieder an unserem Tisch Platz nehmen.

Umweltschutz im Alltag

Der Klimaschutz der Stunde braucht zwar frischen Rückenwind aus Politik und Industrie, aber auch im Alltag können kleine Maßnahmen bereits viel Gutes beitragen. Immer mehr Verbraucher beginnen, die eigenen Konsumgewohnheiten zu hinterfragen. Von den Herstellungsverfahren der eigenen Kleidung, über Transportwege von Lebensmittel und der Nutzung von Fortbewegungsmitteln, bis zu Ein- oder Mehrwegprodukten: In fast allen Bereichen unseres Lebens haben wir die Wahl, nachhaltigere Entscheidungen für uns und unsere Umwelt zu treffen. So wie jede Umstellung brauchen auch diese kleinen Veränderungen etwas Zeit und Fantasie, bis sie sich nahtlos in den Alltag einfügen. Einmal dort angekommen, werden sie zu guten Gewohnheiten, die das Leben gesünder und oft auch günstiger machen.

Wir haben hier 10 grundlegende Tipps für den Umweltschutz im Alltag zusammengestellt:

  1. Energie sparen: Energiesparlampen verwenden und das Licht dort ausmachen, wo du es aktuell nicht brauchst.
  2. Zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln.
  3. Lokale Erzeugnisse aus nachhaltigem Anbau unterstützen.
  4. Selbst kochen und bewusster Fleischkonsum: Wenn du nachhaltig konsumiert und selbst kochst, entscheidest du selbst, welche Inhaltsstoffe du aufnimmst.
  5. Beim Kauf von neuer Kleidung auf Herkunftsländer achten und Labels fördern, die fair produzieren. Ein weiterer Vorteil: Deine Sachen halten länger und du gibst auf längere Sicht weniger Geld aus.
  6. Ausmisten: Im Bad häufen sich die Pflegeprodukte und der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten? Zeit sich zu fragen, wie viel man wirklich braucht und Überflüssiges spenden.
  7. Verpackungen vermeiden: Plastik gegen Jutebeutel tauschen, wiederverwendbaren Coffee to go Becher von zu Hause mitnehmen oder in verpackungsfreien Supermärkten einkaufen.
  8. Müll trennen.
  9. Fahrrad und/oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen: In Städten nimmt die Luftverschmutzung durch Abgase rapide zu. Lieber das Auto (falls vorhanden) stehen lassen und sich aufs Fahrrad oder in den Bus schwingen.
  10. Reparieren und Verleihen statt neu kaufen: Bohrmaschine gesucht? Frag einfach mal im Haus nach und leg eine Liste  an, wer was zu verleihen hat. Die Hose hat ein Loch? Nadel und Faden geschnappt und wieder für die nächste Saison fit gemacht.
Kleines Einmaleins des richtigen Recycelns spezieller Fälle.
Kleines Einmaleins des richtigen Recycelns spezieller Fälle. Quelle: nabu.

Schon gewusst? Biologisch abbaubare Tüten, die speziell für Biomüll vorgesehen sind, werden beim Recyclingprozess meist samt wertvollem Inhalt aussortiert und sind aufwändig in der Herstellung. Unser Tipp: Eine Papiertüte oder eine Mehrwegtüte für den Biomüll verwenden.

Der Umweltschutz wird in Zukunft einen immer wichtigeren Platz einnehmen und entwickelt sich daher zunehmend zu einem zentralen Wirtschaftssektor, der neue berufliche Perspektiven, Arbeitsplätze und internationale Kooperationen schafft. Und es zeigt sich: Für einen erfolgreichen Klimaschutz müssen nicht nur alle mit anpacken, jeder kann auch einen individuellen Beitrag leisten, damit wir dem Klimawandel lieber heute als morgen gemeinsam begegnen können.

Du hast einen Tipp, wie man im Alltag Energie sparen oder sich in Sachen Klimaschutz engagieren kann? Dann teile es mit uns – in den Kommentaren.

Möchtest du dich beruflich für den Umweltschutz einsetzen? Als erfahrener Bildungs- und Schulungsträger bietet WBS aussichtsreiche Weiterbildungen im Bereich Energie und Umwelt und Seminare im Nachhaltigkeitsmanagement an.

Artikelbild von Robert Bye

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