Ein Lebensabschnitt ohne Arbeit ist eine schwere Zeit. Wenn die Jobabsagen sich häufen und der Blick in die Zukunft unklar ist, steigen die Zweifel. Jeder weitere Schicksalsschlag wiegt dann umso mehr. Nadja Ritter*, 42 Jahre, ging es nicht anders. Doch sie hat es geschafft, in dieser Zeit der Ungewissheit, ihren Mut zu bewahren und Schritt für Schritt gravierende Lebensumbrüche zu meistern. Die ehemalige Buchhändlerin aus Lübeck erzählt uns, wie sie in einer Zeit voller Herausforderungen durch eine Weiterbildung zur Büroassistentin neue Kraft fand.

Frau Ritter, Vor welchen Herausforderungen standen Sie vor der Weiterbildung?

Im Jahr 2014 habe ich mehrere schwere Schicksalsschläge erlebt. Mein Arbeitsverhältnis als kaufmännische Sachbearbeiterin im Kundendienst endete, weil die Firma große personelle Umstrukturierungen vornahm. Kurz darauf hat sich mein Mann von mir getrennt. Ich entschied mich, von Nürnberg in meine Heimatstadt Lübeck zu ziehen. Diese Lebensphase hat immens viel Kraft in Anspruch genommen: Arbeitssuche, Getrenntsein vom Ehemann und ein 700-Kilometer Umzug. In Lübeck angekommen habe ich mich sehr intensiv beworben und war bei Vorstellungsgesprächen – doch der ersehnte Job kam nicht. Zum Glück habe ich dann meine Weiterbildung begonnen.

Warum haben Sie sich für eine Weiterbildung zur Büroassistentin entschieden?

Mein Arbeitsvermittler hat mich auf die Idee gebracht, eine Weiterbildung zu absolvieren. Auf die Möglichkeit bin ich vorher gar nicht gekommen. Das war eine ganz große Hilfe. Ich habe dann von Dezember 2015 bis April 2016 die Weiterbildung zur Büroassistentin absolviert. Der Kurs passte mit meinen beruflichen Fähigkeiten und Erfahrungen am besten zu meinem Profil. Zeitnah kam dann die lang ersehnte Jobzusage.

Was hat Ihnen in dieser Zeit der Arbeitssuche besonders viel Kraft gegeben?

Ich kann mich noch lebhaft erinnern, dass die Weiterbildung eine große Stütze war und mir die Kraft gegeben hat, wieder den Weg zurück ins Berufsleben zu finden. Für mich war es sehr wichtig zu erkennen, dass ich nicht alleine bin. Während meiner Weiterbildung bin ich auf andere Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Branchen getroffen. Wir konnten uns über Sorgen und Probleme, die die Arbeitssuche mit sich bringt, austauschen. Diese Gespräche über den momentanen Arbeitsmarkt und die Zeit der Arbeitslosigkeit, haben mir viel Trost und Zuversicht gegeben. Auch nach Vorstellungsgesprächen war es ein gutes Gefühl, nicht alleine zu sein und aufgefangen zu werden. Mit einigen der Teilnehmer und Trainer bin ich über das Netzwerk XING weiterhin in Kontakt.

Sie haben Ihre Weiterbildung online absolviert. Wie war das?

Online-Weiterbildungen waren mir bis dahin unbekannt: Wie soll das funktionieren? Auch meine Freunde und Bekannten konnten sich zunächst nichts unter meinem Lernalltag vor dem PC vorstellen. Aber bald merkte ich, dass der Live-Online-Kurs genau die richtige Lernmethode für mich ist. Es hat mich sehr motiviert, über zwei Bildschirme mit dem Trainer und den anderen Teilnehmern aus ganz Deutschland verbunden zu sein. Ich hätte vorher nie gedacht, wie effektiv diese Lernmethode ist.

Was war Ihr schönster Moment während der Weiterbildung?

Mein schönster Moment während der Weiterbildung war die Erstellung und Vorführung einer PowerPoint-Präsentation, die ich mit drei weiteren Teilnehmern konzipiert habe. Sie ist wirklich toll geworden, auch dank der wunderbaren Teamarbeit. Das hat mich sehr stolz gemacht.

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Arbeitsstelle gekommen?

Zu meiner aktuellen Stelle bin ich über einen Vermittlungsvorschlag von der Arbeitsagentur gekommen. Während der Weiterbildung war ich stets intensiv mit meinem Arbeitsvermittler in Kontakt, habe mich parallel beworben und hatte Vorstellungsgespräche. Das war zeitlich nicht ganz einfach mit der Weiterbildung zu vereinen, letztendlich hat sich die Mühe jedoch gelohnt. Heute arbeite ich als Angestellte bei einer staatlichen Institution für Förderung.

Können Sie die erlernten Fähigkeiten der Weiterbildung im beruflichen Alltag anwenden?

Mein Wissen aus der Weiterbildung in den gängigen Office-Programmen kann ich im Beruf gut anwenden. Ich versuche, auch privat den Lernstoff frisch zu halten, damit ich immer up to date bin. Besonders hilfreich sind die sehr gut aufbereiteten Lehrmaterialien, die ich während der Weiterbildung erhalten habe. Dieser Ordner ist wirklich Gold wert. An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an die brillanten Trainer und Trainerinnen.

Welchen Tipp haben Sie für Arbeitssuchende, die sich beruflich umorientieren bzw. neu anfangen möchten?

Nicht verzagen, nicht aufgeben und Jobabsagen nicht persönlich nehmen. Mit Authentizität und Offenheit sind auch die schweren Zeiten zu bewältigen. Wichtig ist es, die kleinen Schritte zu feiern. Mit zu großen Erwartungen scheitert es sich viel schneller. Kleine Erfolge sind wichtige Bausteine auf dem Weg zum passenden Job. Ich fühle mich an meinem Arbeitsplatz sehr wohl und meine Arbeit wird im Team sehr geschätzt. Da weiß ich, dass es sich gelohnt hat, diese schwere Zeit durchzustehen.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Da ich gerade in einem befristeten Arbeitsverhältnis im öffentlichen Dienst bin, wird mein Vertrag immer um ein halbes Jahr verlängert, längstens für die Zeit von insgesamt zwei Jahren. Aber ich denke, dass ich durch meine Flexibilität und Erfahrungen sowohl in der freien Wirtschaft als auch im öffentlichen Dienst gut aufgestellt bin. Für die Zukunft wünsche ich mir nur ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Was bedeutet Karriere für Sie? (In fünf Worten)

Durch innere Kraft zum Erfolg.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Ritter! Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute.

* Name von der Redaktion geändert.

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