Berufsbegleitend und online zum Master in IT-Management.

Alexander Jakob hat berufsbegleitend und online einen Master in IT-Management an der WBS AKADEMIE absolviert. Wie er es schaffte, Studium und Job unter einen Hut zu bekommen und was er gelernt hat, erzählt er im Interview.

Herr Jakob, können Sie kurz Ihren beruflichen Werdegang vor Ihrem Masterstudium schildern?

Nach meinem Abschluss an der HTBLuVA (Höheren Technischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt Wiener Neustadt) mit Matura im Fachbereich EDVO (elektronische Datenverarbeitung und Organisation), habe ich zunächst nicht daran gedacht, ein Studium in Angriff zu nehmen. Nach dem Zivildienst startete ich daher gleich in die Arbeitswelt, um erstmal auf eigenen Beinen zu stehen. Mit meinem ersten Arbeitgeber hatte ich unglaubliches Glück. Es stimmte einfach alles. Meine Leistung wurde honoriert, die Aufgaben waren anspruchsvoll und fordernd, sodass ich sehr viel lernen konnte. Dies lag insbesondere daran, dass wir ein kleines Team von vier Personen waren, welches für einen weltweit agierenden Gasproduzenten Software entwickelt hat.

Portrait Alexander Jakob, er hat berufsbegleitend IT-Management studiert.
Alexander Jakob hat berufsbegleitend IT-Management an der WBS AKADEMIE studiert.

So konnte ich sowohl meine in der Schule erworbenen Fähigkeiten im Bereich der Softwareentwicklung erweitern, als auch neues und tiefreichendes Wissen in den Bereichen Projektmanagement und Requirements Engineering erwerben. Dieser Wissenszuwachs zeigte mir, dass der Bereich IT durch viel mehr Faktoren als die reine Entwicklung von Software beeinflusst und begleitet wird und dass in einer solch schnelllebigen Branche Weiterbildung unumgänglich ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Erkenntnis weckte in mir den Wunsch, doch noch einen Hochschulabschluss in Angriff zu nehmen, um mein praktisch erlerntes Wissen wissenschaftlich zu untermauern.

Was hat Sie motiviert, einen berufsbegleitenden Master zu absolvieren?

Den Schritt der tatsächlichen Anmeldung zu einem berufsbegleitenden Studium schob ich immer wieder auf – bis zu dem Tag als ich wusste, dass meine Frau und ich Eltern werden. Wir wollten das gesamte erste Lebensjahr unseres Kindes gemeinsam verbringen und keiner von uns beiden sollte auf eine Minute verzichten müssen. Wir suchten also nach Möglichkeiten, wie wir dies am optimalsten realisieren können. Das Ergebnis lautete „berufsbegleitendes Studium in einer Bildungskarenz“.

Was hat Ihr Arbeitgeber zu Ihren Plänen gesagt?

Wie oben bereits erwähnt, hatte ich riesiges Glück mit meinem ersten Vorgesetzten und somit habe ich hier keinerlei Überzeugungsarbeit leisten müssen. Im Gegenteil: Er unterstützte mich sogar bei allen behördlichen Schritten. Ich verkürzte im ersten Jahr meine Arbeitszeit schließlich auf das Ausmaß, welches für eine geringfügige Beschäftigung erlaubt war und begann gleichzeitig mit meinem Masterstudium IT-Management an der WBS AKADEMIE. Zusammenfassend kann ich sagen, dass dies eine der besten Entscheidungen in meinem Leben war.

Warum haben Sie sich für ein Online-Studium entschieden?

Primär wollte ich mich im Bereich der Organisation und Führung speziell im Bereich IT weiterbilden. Ich ging davon aus, dass meine Erfahrung als Techniker gepaart mit dem Wissen aus dem Managementbereich eine ideale Kombination darstellen könnte. Somit habe ich zunächst nach einem passenden Studium gesucht, welches meine bereits vorhandene Berufserfahrung in einem für mich vertretbaren Ausmaß berücksichtigt und gleichzeitig keine Präsentzeiten hat, ohne dabei die Charakteristik eines Selbststudiums anzunehmen.

Mann sitzt am Schreibtisch und arbeitet.
Ein Online-Studium kann bequem von zu Hause oder dem Büro absolviert werden.

Warum haben Sie den Master „MBA IT-Management“ gewählt?

Bei der Recherche nach dem geeigneten Studiengang bin ich auf das AIM in Eisenstadt gestoßen, welches Bildungspartner der WBS AKADEMIE ist. Zunächst war ich ein wenig unentschlossen, welches Studium ich absolvieren sollte. In einem ausführlichen Beratungsgespräch hat mir die Studienberaterin das Studium MBA IT-Management empfohlen und damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist ein sehr anwendungsbezogenes Studium mit der Möglichkeit, auch technische Vorkenntnisse einbringen zu können.

Wie ist Ihre Erfahrung mit dem Live-Online-Format des Masterstudiums?

Dadurch, dass die Vorlesungen online stattfinden, hat man die Möglichkeit, ortsunabhängig teilzunehmen. Zwei sehr gute Studienkollegen mussten aus dienstlichen Gründen für ein paar Wochen ins Ausland – USA und Dubai – und konnten trotzdem an den Vorlesungen teilnehmen. Hier unterscheidet sich das abgeschlossene Studium auch von anderen Online-Formaten, die ich von Bekannten kenne. Es geht nicht darum, dass die Unterlagen online gestellt werden und dass man sich mit den Trainern über verschiedene Kommunikationskanäle austauschen kann. Es geht darum, dass das gesamte Studium online abgewickelt wird und man zu den Vorlesungszeiten live auf seine Dozenten und Kommilitonen trifft.

Wie läuft so ein Live-Online-Studium ab?

Ganz einfach: PC hochfahren, Headset aufsetzen und sich in die Veranstaltung einloggen. Es ist wie auf einer „normalen“ Fachhochschule, wenn nicht sogar noch eine Spur persönlicher, weil die einzelnen Gruppen sehr klein gehalten sind. Man schaltet sich zu festen Terminen ein, wird direkt in die Vorlesung miteingebunden und kann ad-hoc Fragen zu den einzelnen Themen stellen.

Oberfläche Online-Lernportal.
Im Lernportal treffen sich die Online-Studenten mit ihrem Dozenten.

Wie hat sich Ihr Masterstudium inhaltlich und organisatorisch gestaltet?

Von der eigentlichen Anmeldung bis hin zur Betreuung der Masterarbeit war alles sehr unkompliziert und sehr gut im Vorfeld kommuniziert. Die Module sind zwar unabhängig voneinander aufgebaut, die Vortragenden stellen aber immer Zusammenhänge zwischen diesen her. Im ersten Modul wurden hauptsächlich organisatorische Dinge geklärt. Wir haben z. B. sogenannte Peer-Groups gebildet – das sind kleine Arbeitsgruppen, die bis zum Ende des Studiums bestehen bleiben. Während der Vorlesungen gibt es die eine oder andere Aufgabe, die innerhalb dieser Gruppen zu lösen ist. Die Ergebnisse werden im Anschluss diskutiert. Zusätzlich sind in jedem Modul vier Peer-Group Aufgaben zu lösen, deren Ergebnisse in der darauffolgenden Vorlesungseinheit präsentiert werden.

Wie aufwendig sind die Aufgaben?

Eine solche Ausarbeitung nimmt unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. Das liegt einerseits am Arbeitsumfang, andererseits am Thema selbst. Ich würde sagen, dass der Aufwand im Bereich von 12 bis 24 Stunden liegt. Das mag im ersten Moment nach viel klingen, teilt sich aber auf vier Personen auf. Eine Prüfung am Ende eines Moduls dauert in etwa 25 Minuten, besteht aus zwei Hauptfragen und einzelnen Zwischenfragen. Für mich persönlich war es eine nette Gesprächsatmosphäre und hatte nicht den klassischen Prüfungscharakter, bei der Prüfer dem Prüfling eine Frage nach der anderen stellt. Im letzten Modul wird man auf das Schreiben der Masterarbeit vorbereitet. Man lernt relevante Quellen richtig zu nutzen und erarbeitet den groben Fahrplan für die nächsten Wochen, in denen die Masterarbeit geschrieben wird.

Wie haben Sie sich auf die Prüfungen im Studium vorbereitet?

Ein sehr positiver Punkt bei den Prüfungen, die allesamt mündlich abgehalten werden, war, dass der Fokus auf Verständnis und dem Erkennen von Zusammenhängen liegt. Das heißt, man muss sehr wenig auswendig lernen. Dafür muss man den Bogen zu einzelnen Modulen spannen und das erlernte Wissen miteinander verknüpfen können. Ich persönlich habe bereits sehr viel aus den Vorlesungen selbst mitnehmen können und mir vor der Prüfung die erhaltenen Unterlagen im Durchschnitt noch zwei- bis dreimal konzentriert durchgelesen. Manche Module gestalten sich schwieriger als andere. Das hängt vom bereits vorhandenen Wissen ab.

Lernen für den Master IT-Management.
Lernen für die Prüfungen. (Photo by LinkedIn Sales Navigator on Unsplash)

Welche Kenntnisse sind für die Prüfungen wichtig?

Wenn man aber die nötige Bereitschaft aufbringt, ist jede Prüfung mit einem gewissen Aufwand machbar. Ich könnte nicht sagen, dass spezielle Kenntnisse in den einzelnen Modulen vorausgesetzt werden (Zertifizierungen, weiterbildende Kurse, etc.). Natürlich ist es nie verkehrt, wenn man ein gewisses Grund-Know-how mitbringt, aber es ist definitiv so, dass die bereitgestellten Unterlagen und Bücher in Kombination mit den Vorlesungen das notwendige Wissen sehr gut vermitteln. Was mir sehr geholfen hat, war die Tatsache, dass ich einen Zusammenhang zwischen Studium und Arbeitswelt herstellen konnte. Somit wurden viele Dinge greifbarer und klarer. Diese Fähigkeit ist auch bei den Prüfungen sehr gut angekommen.

Was war für Sie die schönste Erfahrung während Ihres Masterstudiums?

Als die schönste Erfahrung würde ich das Klicken auf den Sende-Button meines E-Mail-Programms bezeichnen, mit dem ich meine Masterarbeit abgeschickt habe. Ich habe zu dem Zeitpunkt zwar noch keine Note gewusst, aber man hat dieses ganz spezielle Gefühl, dass man etwas Großes geschafft hat. Man hat über Wochen seine Energie da reingesteckt, sich selbst großen Druck gemacht und sich die Nächte um die Ohren geschlagen. Aber mit diesem speziellen Klick sind all die Anstrengungen und Sorgen auf einmal vergessen.

Und was war Ihre wichtigste Erfahrung?

Als die wichtigste Erfahrung würde ich das Erreichen eines Ziels bezeichnen. Man startet mit dem Studium, kennt die Menschen dort nicht und weiß eigentlich nicht so richtig, was auf einen zukommen wird. Knapp zwei Jahre sind eine lange Zeit, in der beruflich, privat und im Studium viel passieren kann. Man geht durch Hochs und Tiefs und muss versuchen, alles unter einen Hut zu bringen. Das alles zu schaffen und die Hochs mitzunehmen, die einen durch ein Tief führen können, das ist die Erkenntnis, die für mich die lehrreichste war.

Schreibtisch
Berufsbegleitend studieren erfordert gute Organisation. (Photo by Damian Zaleski on Unsplash)

Inwiefern hat es sich für Sie gelohnt, dieses Masterstudium zu machen?

Beruflich hat sich bereits während des Studiums einiges verändert. Meine alte Firma musste leider schließen, da unsere Leistung outgesourced wurde. Bei meinem neuen Arbeitgeber bin ich seit März 2017 beschäftigt und lebe mich gerade richtig ein. Es war zunächst eine große Umstellung von einem Vier-Personen-Betrieb zu einem Unternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern. Ich konnte dort aber direkt mein Wissen einbringen und laut meinen Kollegen erledige ich meine Arbeit zur vollsten Zufriedenheit. Mit der Kombination aus meinem technischen Verständnis und dem Wissen auf Managementebene, welches ich durch das Studium erworben habe, bringe ich viele neue Anstöße ein.

Wie haben Sie Beruf, Studium und Privatleben vereinbart?

Das Erstellen meiner Masterarbeit konnte ich thematisch perfekt mit meinen aktuellen Aufgaben und Projekten kombinieren. Damit erzielte ich sowohl für mich, als auch für die Firma einen Mehrwert. Mein Privatleben hat das Studium trotz des Stresses und des Aufwands nicht negativ beeinflusst. Ich wusste, dass meine Frau mich tatkräftig unterstützt und dass wir das gemeinsam schaffen werden. Das mag zwar ein bisschen dramatisch klingen, aber wie ich bereits erwähnt habe, ist es manchmal schwierig Beruf, Studium und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Am meisten hat sich aber die viele Zeit im ersten Lebensjahr mit meinem Sohn gelohnt, die ich niemals missen will.

Haben Sie Tipps für zukünftige Studenten?

Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg. Keinem wird das Wissen in den Schoß gelegt und es liegt an jedem selbst, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. Manche Module gehen leichter von der Hand als andere und manchmal lassen private Termine eine optimale Vorbereitung, sei es für eine Peer-Group Aufgabe oder für eine Prüfung, nicht zu. Man nimmt das Studium aber nicht alleine in Angriff. Man hat nette Kollegen, die einem helfen und gewisse Dinge kompensieren können. Beim Studium verhält es sich so wie in der Arbeitswelt auch. Alleine kann man viel schaffen, aber es ist leichter, wenn man eine Aufgabe versucht, als Team zu lösen. Das mag vielleicht nach 08/15 Floskeln klingen, aber es ist in vielerlei Hinsicht so einfach und gleichzeitig so schwer.

Unser Artikelbild ist von Damian Zaleski

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