Extended Reality – erweiterte Realität: Was wir bisher nur aus Science-Fiction-Filmen kannten, hat längst Einzug in unser reales Leben gehalten. 

Die digitale Welt ist schnelllebig. Gerade die Interaktion von Mensch und Technologie entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Immer mehr Trends erobern den Markt. Die Pandemie beschleunigte diese Entwicklung. Die meisten beruflichen Termine fanden virtuell statt, viele Workshops und Seminare wurden in virtuellen Räumen abgehalten. Selbst das private Leben stand lange Zeit mehr oder weniger still. Singles waren auf die eigenen vier Wände fixiert. Viele führten Gespräche über den Balkon hinweg mit der Nachbarin oder mit Freunden am Telefon. Gerade Menschen mit sozialen Ängsten und Phobien hat diese Zeit enorm zugesetzt. Sie müssen wieder lernen, Kontakte in der realen Welt zu pflegen, Echtzeit-Treffen zuzulassen und auf andere Menschen zuzugehen.

Angststörungen und soziale Phobien belasten den Alltag vieler Menschen

Für einige Menschen sind die Herausforderungen im täglichen Leben so groß, dass sie Ängste entwickeln. Sie fürchten, von Anderen als merkwürdig, peinlich oder gar lächerlich empfunden zu werden. Ihr Verhalten ist ihnen grundsätzlich peinlich. Dabei beziehen sich die Ängste oft auf Situationen, in denen man beobachtet oder bewertet werden könnte, zum Beispiel bei einer Prüfung, beim Sprechen oder Essen in der Öffentlichkeit. Soziale Phobien können jedoch auch in Situationen auftreten, in denen man Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen muss, zum Beispiel bei einem Online-Meeting. Situationen wie diese vermeiden Menschen mit sozialer Phobie möglichst oder halten sie nur unter starker Angst durch. Herzklopfen, Atemnot, Brustenge, Übelkeit, Durchfall oder eine Panikattacke sind als körperliche Reaktion keine Seltenheit. Soziale Phobien und Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sieben bis 12 von 100 Menschen erkranken mindestens einmal im Leben daran, Frauen sind eineinhalb Mal so häufig betroffen wie Männer.

Wie uns Extended Reality helfen kann, mit Angststörungen und sozialer Phobie besser umzugehen.

Sebastian Wloch, Interaction Designer aus Berlin, erforscht gemeinsam mit der Fachhochschule Potsdam, wie Extended Reality Angststörungen und soziale Phobien positiv beeinflussen kann. Betroffene Personen „üben“ dabei in einer virtuellen Umgebung, wie sie ihre angstauslösenden Situationen nach und nach reduzieren und in den Griff bekommen können. Das Ziel: ein angstfreies Leben. In unserem Podcast berichtet Sebastian, dass Menschen mit einer sozialen Phobie gerne die digitalen Medien als Fluchtort vor der Realität und vor realen Kontakten nutzen. Das Forschungsprojekt setze an genau diesem Punkt an, erklärt er weiter. Es fördere die Inklusion und das Lösen ganz individueller Ängste. Dabei sei es möglich, nicht nur die eigene Sichtweise einzunehmen. Durch entsprechende Einstellungen an der VR-Brille kann die Nutzerin oder der Nutzer sich selbst aus der Perspektive des Publikums beobachten. Dadurch gelingt eine bessere Einschätzung, wo noch Verbesserungen nötig sind, zum Beispiel, was die Körperhaltung oder die Aussprache betrifft.

Im Podcast „Springender Punkt“ der WBS GRUPPE erklärt Sebastian, wie man soziale Phobien mit Hilfe digitaler Erweiterungen der Realität verbessern kann:

Schon heute wissen wir, dass die Realität gar nicht mehr so weit von Science Fiction entfernt ist. Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Extended Reality (XR) werden unser Leben immer weiter bereichern, aber auch unser Denken und unsere Fähigkeiten immer mehr herausfordern. Damit können wir in eine neue Welt eintauchen, hochentwickelt und interaktiv. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter den einzelnen Begriffen?

Extended Reality
Extended Reality: Mit Angststörungen und sozialer Phobie besser umgehen lernen.
Bildquelle: Unsplash | XR Expo

Virtual Reality, Augmented Reality und Extended Reality: Wo sind die Unterschiede?

Virtual Reality (VR)

Virtuell Reality (VR) ist der wohl bekannteste Begriff dieser „neuen“ Technologie. Mit Hilfe einer VR-Brille betreten wir eine virtuelle und computergesteuerte Welt. Die VR-Brille deckt das normale Blickfeld vollständig ab. Dadurch kannst du dich voll und ganz auf das konzentrieren, was vor deinen Augen dargestellt wird. VR-Brillen werden gern zu Trainings- und Schulungszwecken eingesetzt, sowie in der Therapie von Phobien und zur Meditation. Auch virtuelle Touren sind damit möglich. Dabei bekommst du einen Head-Mounted-Display aufgesetzt, also einen am Kopf befestigten Bildschirm in Form der VR-Brille, und steuerst mit einem oder zwei Controllern in deinen Händen, was du im virtuellen Raum tust. Hast du Lust bekommen, das einmal auszuprobieren? Das funktioniert in einfachem Umfang sogar mit Hilfe deines Smartphones, einer App wie z. B. Magenta VR Cardboard und einem Headset. Auch Mediaplayer und Content-Provider wie YouTube bieten mittlerweile stereoskopische 360-Grad-Inhalte an. Probiere es einfach mal aus.


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Augmented Reality (AR)

Augmented Reality ist auch als erweiterte Realität bekannt. Hier verschmelzen digitale und analoge Inhalte quasi miteinander. Und auch hier benötigst du eine entsprechende Brille oder die Kamera deines Smartphones. Anders als bei der VR-Brille wirst du bei der Nutzung von Anwendungen der Augmented Reality nicht vollständig von deiner normalen Umgebung abgeschottet. Du erhältst lediglich zusätzliche Informationen zu deinem Blickfeld. Augmented Reality wird derzeit bereits unter anderem im Gesundheitswesen genutzt, zum Beispiel für das Design und die Produktion von Medizintechnik, aber auch in der Medizin selbst, zum Beispiel bei operativen Eingriffen. Auch Fernwartungen lassen sich mit AR durchführen.
Um Augmented Reality zu testen, kannst du schon jetzt einige kommerzielle Anwendungen und Angebote nutzen. Die bekannteste AR-Anwendung bisher ist die App Pokémon Go. Aber auch innovative AR-Brillen, zum Beispiel die Hololens, oder spezielle AR-Tablets und andere Endgeräte sind schon jetzt im Handel verfügbar.

Extended Reality
Extended Reality: Übungen in einer virtuellen Umgebung. Bild: Unsplash | XR Expo

Lesetipp: Virtual Reality = Science-Fiction? In unserem Beitrag erfährst du, dass sogar das Lernen in der Virtual Reality möglich ist. Hier kommst du zum Artikel.

Extended Reality (XR)

Die Extended Reality wird auch als Cross Reality bezeichnet. Dieser Begriff bezieht sich auf alle real und virtuell kombinierbaren Umgebungen. In der Extended Reality betrittst du eine virtuelle Welt und kannst mit ihr interagieren und völlig darin eintauchen. XR-Anwendungen sind sehr realitätsnah und blenden das, was in der realen Welt gerade vor sich geht, vollkommen aus. Deshalb bietet die Extended Reality, gezielt eingesetzt, eine gute Möglichkeit, Ängste und Phobien abzubauen. Aber auch in der Industrie findet XR ihren Einsatz, und zwar im Produktdesign, im Ingenieurwesen oder auch im Bildungswesen. Für die Zukunft wird überdies ein signifikanter Anstieg bei der Nutzung von XR auch in der KFZ-Branche und im Transportwesen prognostiziert.


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Auch wenn Extended Reality noch in den Kinderschuhen steckt. Die Möglichkeiten, damit zu arbeiten, sind extrem vielfältig. Wir sind davon überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren noch sehr viele neue, spannende Anwendungen der XR kennenlernen und erleben werden.

Titelbild: unsplash | Bram Van Oost

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