Malgorzata (20 Jahre) und Michael (18 Jahre) absolvieren die Ausbildung Staatlich geprüfte/-r Sozialassistent/-in an den WBS SCHULEN in Berlin. Begegnet sind sie sich aber nicht im Unterricht, sondern beim Kochen: während einer spannenden Projektwoche. Bei einem kleinen Snack erzählen sie uns von ihrer Ausbildung und dem Beruf des Sozialassistenten.

Was genau macht Ihr in dieser Projektwoche?

Malgorzata: Um die Zeit vom Zensurenschluss bis zu den Sommerferien zu überbrücken, findet bei uns eine Projektwoche statt. Wir Schüler durften uns überlegen, was wir gerne machen möchten und die zuständigen Lehrer, was sie anbieten können. Auf Listen wurden die Ideen zusammengetragen und wir konnten uns dann in die jeweiligen Workshops eintragen. Dadurch sind wir in den Gruppen klassenübergreifend zusammengewürfelt und alle aus verschiedenen Semestern.

Michael: Genau, und wir haben uns gedacht: Wir wollen uns zusammensetzen und als Gruppe kochen! Also im Team zusammenarbeiten und sozial aktiv werden, um so verschiedene Nationalitäten und deren Gerichte kennenzulernen. Unser Lehrer hat uns zum Beispiel vor allem arabische Spezialitäten gezeigt, wie Curry mit vielen Gewürzen, das war ziemlich interessant. Ich habe aber auch ein Rezept von meinem Großvater vorgestellt: Selbstgemachte Pizzabrötchen.

Die angehenden Sozialassistenten Michael und Malgorzata

Und, hat´s geschmeckt?

Malgorzata: Ja, auf jeden Fall. Heute haben wir Linsensuppe gekocht und dazu gab es selbstgemachte Windbeutel als Nachspeise. Morgen stehen dann Polnische Maultaschen auf der Speisekarte – so probieren wir jeden Tag etwas Neues und lernen uns im Team besser kennen. Jeder kann einen Vorschlag machen und wir überlegen dann zusammen, was wir dafür alles einkaufen müssen.

Michael: Ich finde es auch viel besser, dass man so mal außerhalb der eigenen Klasse neue Leute kennenlernt – ich bin zum Beispiel der Einzige aus meiner Klasse hier. Bei mir gibt es aktuell auch nur drei Jungs insgesamt. Es ist also auch schön für mich, hier auf ein paar mehr zu treffen.

Was genau macht ein Sozialassistent?

Malgorzata: Der Sozialassistent ist die Vorstufe zum Beruf des Erziehers. Somit gibt es hier noch Aufgaben, die man als Sozialassistent nicht übernehmen darf, wie zum Beispiel offizielle Berichte schreiben oder dergleichen.

Michael: Nach Abschluss der Ausbildung zum Sozialassistenten darf man aber assistieren – in Erziehungsberufen oder in der Altenpflege. In der Altenpflege unterstützt man beispielsweise ausgebildete Altenpfleger bei ihrer Arbeit und den einzelnen Aufgabenbereichen.

Wie gestaltet sich Eure Ausbildung und warum habt Ihr sie gewählt?

Michael: Bei uns besteht der Unterricht aus einer Mischung von Theorie und Praxis: Wir müssen beispielsweise drei Praktika machen, zwei davon sind frei wählbar, eines ist Pflicht. Ich wollte immer eine Ausbildung zum Erzieher machen, habe aber leider die 11. Klasse nicht bestanden. Mir hat einfach die Motivation gefehlt. Früher habe ich mich immer super gefreut, wenn mal eine Unterrichtsstunde ausgefallen ist. Wenn ein Lehrer nicht erschienen ist, dachte ich mir immer: „Super, schnell weg hier!“ In der Ausbildung zum Sozialassistenten ist das anders. Wenn jetzt etwas ausfällt, denke ich mir eher: „Schade, jetzt fehlt mir der Unterrichtsstoff.“ Mittlerweile sitze ich in der ersten Reihe und werde als einer der Klügsten bei mir in der Klasse geschätzt. Meine Motivation ist viel höher als früher und dadurch läuft alles einfach besser.

Malgorzata:  Ich habe eine Ausbildung in einem Hotel angefangen, obwohl ich eigentlich immer eine Ausbildung zur Erzieherin machen wollte. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass der Beruf der Hotelfachfrau einfach nicht zu mir passt. In unserer jetzigen Ausbildung lerne ich alle wichtigen Pflegebereiche kennen und viel über Erziehung im Allgemeinen. Spätestens wenn man selbst Kinder hat, kann man all diese Dinge sehr gut gebrauchen. Ich möchte nach der Ausbildung auf jeden Fall noch die Ausbildung zur Erzieherin machen und am liebsten in der Jugendhilfe arbeiten.

Mit viel Spaß dabei: Projektwoche bei WBS SCHULEN

Welche Inhalte Eurer Ausbildung findet Ihr besonders spannend?

Michael: Mich interessieren vor allem die psychologischen Aspekte in unserer Ausbildung. Also beispielweise Fragen zum Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen: Wie kann ich meinem Gegenüber helfen? Wie wasche ich eine Person oder wie verlagere ich sie? Und das auf eine Weise, die für die Person auch angenehm ist. Es geht darum zu verstehen, wie deine eigene Außenwahrnehmung funktioniert. Und vor allem deinem Gegenüber aktiv zuzuhören, am besten so, dass er oder sie sich die eigenen Fragen selbst beantworten lernt. Gerade diesen Aspekt des aktiven Zuhörens finde ich sehr spannend.

Malgorzata:  Wir lernen hier vor allem Inhalte, die man auch auf sich und das eigene Leben anwenden kann. Dazu gehört zum Beispiel anatomisches Wissen: Wie funktioniert der menschliche Körper und das Herz-Kreislauf-System? Wir lernen viel über Ernährung und über die einzelnen Pflegebereiche, wie zum Beispiel die unterschiedlichen Entwicklungsphasen von Kindern. In der Pflege für ältere Menschen merkt man, dass es um mehr als nur die einfachen Handgriffe wie Waschen und aufs Klo gehen geht. Denn irgendwann braucht ja jeder mal Hilfe, und es ist schön zu sehen, wie diese genau aussehen kann. Insgesamt wird man durch diese Ausbildung selbstständiger, auch im eigenen Leben.

Fühlt ihr Euch in eurer Ausbildung insgesamt wohl?

Michael: Ja, ich muss vor allem sagen, dass unsere Lehrer toll sind. Das sind einfach Menschen, die dir weiterhelfen, und die man auch im privaten Leben gern mal auf einen Kaffee treffen würde. Keine Autoritätsperson mehr wie in der Schule. Jetzt bleibe ich gerne mal stehen und unterhalte mich kurz, weil ich weiß: Meine Lehrer sind auch nur Menschen, genauso wie ich.

Malgorzata: Genau, wenn man unsere Lehrer mit denen aus der Oberstufe vergleicht, fällt einem sofort auf, dass man hier einfach auf Augenhöhe betrachtet und als erwachsener Mensch behandelt wird. Das ist super wichtig und gibt Selbstbewusstsein.

Malgorzata und Michael, vielen Dank für diese Einblicke in Eure Ausbildung. Bei so tollen Nachwuchserziehern dürfen sich viele pflegebedürftige oder heranwachsende Menschen freuen, die Unterstützung zu erhalten, die sie benötigen. Wir wünschen Euch alles Gute!

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